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Der Gewölbebaumeister Anton Wagner (Foto: Harald Haselsteiner)
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NEUHOFEN/YBBS. Anton Wagner, der Gewölbebaumeister aus Neuhofen, hat die Burgruine Niederperwarth gekauft und restauriert sie Stück für Stück. Für den ersten Bauabschnitt lud Wagner zur Gleichenfeier.

Die Gleichenfeier in der Burgruine Perwarth in der Gemeinde Randegg stieß auf großes Interesse. Viele Neugierige besuchten die Burgruine. Auch die Bürgermeisterin Claudia Fuchsluger (ÖVP) sowie Vertreter des Kulturvereins im Maierhof Perwarth, an der Spitze der Obmann Anton Halbartschlager, kamen zur Gleichenfeier.Musikalisch begleitet wurde die Feier durch eine Abordnung der Blasmusikkapelle Randegg und durch den Alleinunterhalter Alois aus Zeillern.

Von Schutt und Bewuchs befreit

Seit Anton Wagner die Burgruine erworben hat, hat sie sich schon sehr verändert.Im vergangenen Jahr wurde in fast fünfwöchigem Arbeitseinsatz mit massivem Maschineneinsatz die Burgruine von Bewuchs und Schuttmassen befreit, sodass sie teilweise begehbar ist. Eine Laser-Scan-Aufnahme der Ruine war nach der Entgrünung die Bedingung des Bundesdenkmalamts, dass Renovierungsschritte gesetzt werden dürfen. Parallel zur statischen Sicherung und Festigung der Mauerkronen wurden im Eingangstrakt die teils noch vorhandenen Gewölbe von den Schuttmassen befreit und ausgeräumt, teils mit Minibaggern, teils händisch. Auch der Südtrakt wurde zu einem beträchtlichen Teil vom Schutt befreit. Während all dieser Arbeiten waren drei Archäologen der Firma Silva Nortica vor Ort, die das Aushubmaterial untersucht und die Arbeitsschritte dokumentiert haben.

Wertvolles Baumaterial

Das Wort „Schuttmassen“ könnte täuschen: Das bisher hinausbeförderte Einsturzmaterial – einige tausend Kubikmeter – ist nicht Schutt, sondern wertvolles Baumaterial, dieses wird durchgesiebt und in Ziegel- und Steinmaterial getrennt und für die notwendigen Aufbau- und Ergänzungsarbeiten verwendet. Diese Arbeiten sind vom Bundesdenkmalamt bewilligt worden. Als Bindemittel werden Natur­sande, Sumpfkalk, hydraulischer Kalk und, wo es notwendig ist, Vulkanzement in händischen Rezepturmischungen verwendet.

Originalzustand angestrebt

Anton Wagner plant, die Gewölbe im Westtrakt statisch zu sichern und zu ergänzen oder wiederherzustellen, sodass der gesamte Westtrakt im unteren Geschoß wieder im Originalzustand begehbar ist. Der Burghof wird auf das ursprüngliche Originalniveau abgesenkt, in der Hoffnung, dass die im Hof vermutete Zisterne wieder ersichtlich und freigelegt werden kann. Wagner: „Ich hoffe und glaube, dass wir diese Arbeiten im Jahr 2022 schaffen werden.“

Vom Ruinenbesitzer zum Burgherren

Doch Anton Wagners Zukunftsvisionen gehen weiter: Es soll die bauliche Infrastruktur der Burg-Ruine soweit geschaffen werden, dass einerseits das Burgareal als Location für Veranstaltungen verschiedenster Art genützt werden kann, vorrangig aber solche kultureller Art. Andererseits ist es angedacht, dass der Besucher über eine Handy-App die Ruine wieder zur Burg aufbauen und sich so mit moderner Technik um Jahrhunderte zurückversetzen kann. Wagner: „Vielleicht kann ich dann per Handy-App vom Ruinenbesitzer zum Burgherren aufsteigen.“

Sehenswerte Seite

Mehr Informationen zur Geschichte der Ruine Perwarth und sehr sehenswerte Fotos von Harald Haselsteiner, die den Baufortschritt zeigen, gibt es im Internet unter ruineperwarth.com

Mehr Informationen und Fotos:
ruineperwarth.com

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