Klimaschutz und Fairer Handel: Besuch aus Uganda im Weltladen Amstetten
AMSTETTEN. Josinta Kabugho, Kaffeebäuerin und Geschäftsführerin der Kleinbauernkooperative BOCU (Bukonzo Organic Farmers Cooperative Union) berichtete im Amstettner Weltladen über den Kaffeeanbau im afrikanischen Uganda sowie über die Herausforderungen, die damit einhergehen. Auch dem Rathaus in Waidhofen/Ybbs stattete Kabugho eine Besuch ab.

Am Fuße des Rwenzori-Gebirges im ostafrikanischen Uganda ist das Zuhause der Genossenschaft BOCU. Dort gedeiht Bio-Arabica Hochlandkaffe. Die Sträucher wachsen unter Schattenbäumen, sorgfältig gepflegt von Kleinbauern.
Energiesparende Öfen
Um deren Lebensbedingungen zu verbessern und eine zusätzliche sinnvolle Klimaschutzmaßnahme zu setzen, initiierte die Kooperative den Bau energiesparender Öfen. Zum Kochen wird dadurch weniger Holz benötigt, es entsteht weniger Rauch.
Das spart Zeit, Geld und kommt vor allem der Gesundheit von Frauen und Kindern zugute.
„Coffee for future“
Auch am Rande der Selva Lacandona, einem artenreichen Urwaldgebiet im mexikanischen Chiapas, wachsen Arabica Hochlandkaffees inmitten einer üppigen Pflanzenwelt. Die Genossenschaft SPOSEL setzt sich für den Schutz des sensiblen Ökosystems ein. Durch die sorgfältige Pflege ihrer Bio-Kaffeeparzellen und durch Wiederaufforstung stärken die Kleinbauernfamilien die Artenvielfalt in der Pufferzone des Naturreservats Selva Lacandona.
Beide Kaffeesorten ergeben zusammen „Coffee for future“: biologisch angebaut, fair gehandelt und von EZA Fairer Handel direkt importiert. Mit einer zusätzlichen Klimaschutzprämie der EZA werden die Genossenschaften bei der Umsetzung ihrer klimafreundlichen Maßnahmen unterstützt.
Josinta Kabugho
Josinta Kabugho von der ugandischen Kooperative BOCU berichtete über die Arbeit der Kooperative, über das Leben der Kleinbauernfamilien am Fuße des Rwenzori-Gebirges, über die Bedeutung von Klimaschutz und Fairness im Handel. Josinta Kabugho ist seit 2007 Geschäftsführerin der Kleinbauernkooperative. Sie absolvierte Ausbildungen im Bereich lokale Verwaltung und Menschenrechte, Organisations- und Qualitätsmanagement, Bio-Landbau und Wertschöpfungsketten.
Kleinbauernkooperative BOCU
Die Kleinbauernkooperative BOCU (Bukonzo Organic Farmers Cooperative Union) hat ihren Sitz in Kasese im Westen Ugandas, am Fuße des Rwenzori Gebirges. Sie entstand 2006 mit dem Ziel, die biologische Landwirtschaft zu fördern.
2013 erlangte BOCU die Fairtrade-Zertifizierung. Der Dachverband besteht heute aus elf Basiskooperativen mit rund 3.000 Mitgliedern, zwei Drittel davon bereits bio-zertifiziert, der Rest in Umstellung.
Die Mitglieder gehören der Volksgruppe der Bakonzo an und bewirtschaften kleine Flächen zwischen 0,5 und 3 Hektar Land. Kaffee ist dabei das wichtigste Produkt, um Geldeinkommen zu erzielen. Auf ihrem Land kultivieren die Kleinbauernfamilien auch eine Reihe weiterer Feldfrüchte wie Bananen, Bohnen, Sojabohnen, Maniok, Kassava, Erdnüsse oder Süßkartoffel.
Handelspartnerschaft von BOCU mit EZA Fairer Handel
Die direkte Handelspartnerschaft von BOCU mit EZA Fairer Handel wurde 2018 vorbereitet. Im Zuge dessen entstand die Idee der Holzsparöfen als zusätzliche Klimaschutzmaßnahme und konkrete Verbesserung der Lebenssituation der involvierten Mitglieder.
Seither sind durch den Verkauf des „Coffee for future“ über 50.000 Euro an Klimaprämien zusammengekommen. Insgesamt konnten damit über 3.000 Holzsparöfen und jede Mitgliedsfamilie mit einem holzsparenden Ofen ausgestattet werden.
„Damit reduzieren wir den Verbrauch von Feuerholz und die gesundheitsschädliche Rauchentwicklung in den Häusern“, erklärt Josinta Kabugho. Das ist nicht nur besser für das Klima, sondern schützt auch die Gesundheit der Kleinbauernfamilien. Der bio-faire Arabica Hochlandkaffee von BOCU gibt dem „Coffee for future“ seit seiner Lancierung im Herbst 2019 seinen besonderen Charakter.


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