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Papst-Leo-Preis für Amstettner Lernprojekt Leila

Michaela Aichinger, 06.10.2025 09:21

AMSTETTEN. Bei einem Festakt erhielten drei Initiativen den renommierten Papst-Leo-Preis. Sie haben sich in besonderer Weise um die Katholische Soziallehre verdient gemacht. Zwei von ihnen stammen aus dem Gebiet der Diözese Sankt Pölten: das Amstettner Lernpaten-Projekt Leila sowie der Kindererlebnistag der Katholischen Jungschar Sankt Pölten. Eine weitere Auszeichnung ging an „fair sorgen! – Für eine gerechte Verteilung von Sorgearbeit, Österreich“.

Preisüberreichung: Monika Distelberger und ihre Leila-Mitarbeitenden jubeln mit Weihbischof Anton Leichtfried (Foto: Wolfgang Zarl)

Der Administrator der Papst-Leo-Stiftung konnte viele langjährige Begleiter des Preises begrüßen, unter anderem Weihbischof Anton Leichtfried und die Amstettner Generaloberin Schwester Franziska Bruckner.

Die Leila-Delegation unter der Leitung von Monika Distelberger reiste mit einem Bus nach Horn. Aus Amstetten waren unter anderem mehrere Lernpaten, Schwester Bruckner – die auch die Laudatio für Leila hielt – sowie die Salesianerpatres Franz Kniewasser und Rudolf Decker dabei.

KAB-Vorsitzender Franz Sedelmayer freute sich, dass der neue Papst Leo XIV. mit seiner Namenswahl an das Wirken von Leo XIII. anschließt, der mit der Sozialenzyklika Rerum Novarum im Jahr 1891 die Katholische Soziallehre begründete.

Diese Prinzipien umfassen Personalität (Achtung der menschlichen Würde), Solidarität (gegenseitige Verantwortung für das Gemeinwohl), Subsidiarität (Entscheidungen auf unterster Ebene), Gemeinwohl (das Wohl der gesamten Gesellschaft), die Option für die Armen (besondere Fürsorge für Notleidende) und Nachhaltigkeit (Verantwortung für künftige Generationen).

Auch Weihbischof Leichtfried sieht die Katholische Soziallehre durch die Namenswahl von Papst Leo gestärkt. Diese Lehre mit ihren Prinzipien sei ein wichtiger Schritt zur Bewahrung der Menschenwürde. Er empfahl, sich mit ihren Texten intensiv auseinanderzusetzen.

Was ist Leila?

Der Verein Leila bietet in den Räumlichkeiten der Salesianerpfarre Amstetten Herz Jesu auf ehrenamtlicher Basis Lernunterstützung für Kinder im Pflichtschulalter an. Es zeigte sich, dass zugezogene Familien aufgrund fehlender Sprachkenntnisse oft nicht in der Lage sind, ihre Kinder bei schulischen Aufgaben ausreichend zu unterstützen.

Lernpaten treffen sich einmal pro Woche mit einem Kind, um es bei der Bewältigung schulischer Herausforderungen und beim Erlernen der deutschen Sprache zu begleiten. Seit Beginn des Jahres 2015 werden Kinder unterstützt, deren Eltern bei den Hausaufgaben nicht helfen können. Ziel ist es, den Kindern einen erfolgreichen Schulabschluss zu ermöglichen. Mehrmals jährlich werden Elternabende zu Themen wie Lernen, Berufswahl, Leben in Österreich oder Heimat angeboten.

„Kinder brauchen Mut, Hoffnung und Zuversicht“

Monika Distelberger betonte: „Kinder beginnen die Schule wie ein Projekt – voller Hoffnung und Zuversicht auf Gelingen. Umso größer ist die Enttäuschung, wenn sie scheitern. Die Lernpaten des Vereins Leila begleiten die Kinder nicht nur beim Lernen, sondern geben ihnen etwas noch Wichtigeres: Sie zeigen ihnen, dass sie wertvoll sind, dass sie es schaffen können und dass niemand allein ist. So beginnen die Augen der Kinder wieder zu leuchten. Das innere Licht nährt sich aus Mut, Hoffnung und Zuversicht. Mut: Das Leben ist für mich bewältigbar. Ich darf mir Ziele setzen und werde sie erreichen. Hoffnung: Ich werde ein gutes Leben haben und meine Fähigkeiten entfalten. Zuversicht: Ich habe hier in diesem Land eine Chance – und letztlich: Ich habe eine Zukunft.“


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