Masseurin Birgit Hölzl im Gespräch: „Gerade jetzt: bewusst Zeit für Berührung nehmen“

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Michaela Aichinger Michaela Aichinger, Tips Redaktion, 01.12.2020 19:57 Uhr

AMSTETTEN. Im Juni 2020 hat Birgit Hölzl (31) in der Schulstraße die Ananda-Massagepraxis sowie den Yogaspot Amstetten eröffnet. Unter einem Dach bietet sie die Möglichkeit für Heilmassagen und Yoga verschiedenster Stile an. Tips stellte der Amstettnerin einige Fragen zum Thema.

Tips: Frau Hölzl, wie sind Sie zu Yoga und Heilmassage gekommen?

Birgit Hölzl: Es hat sich eigentlich alles Schritt für Schritt ergeben. Als Teenager habe ich mit dem Laufsport begonnen und nach passenden Dehnübungen gesucht. So bin ich dann in die Yoga-Welt gestolpert und praktiziere seit meinem 17. Lebensjahr Yoga. Ich hatte damals ein Yoga-Buch mit einigen Übungen. So habe ich gestartet und im Laufe der Jahre hat es sich zu einem immer größeren Teil meines Lebens entwickelt. Es hat mir von Beginn an das Gefühl gegeben, dass ich alles rundherum ausblenden kann und dass ich mich wirklich nur dieser einen Sache, dem Yoga, widmen kann. Genau dieses Gefühl habe ich auch heute noch und so wurde Yoga für mich zu einer Lebenseinstellung. Ein achtsamer Umgang mit sich selbst, mit seiner Umwelt und seinen Mitmenschen sind die Grundlagen der Yoga-Philosophie.

Vor meinem Sprachwissenschafts-Studium habe ich aus privatem Interesse einen Wochenendkurs für „Klassische Massage“ besucht und begonnen, mich mehr mit Anatomie und manuelle Therapien zu beschäftigen. Während des Studiums wurde mir bewusst, dass ich nicht nur an Theorien und Studien arbeiten möchte, sondern etwas „Greifbareres“ machen möchte. So habe ich mich dann für die Ausbildung zur Medizinischen Masseurin entschieden und für einige Jahre in Graz Berufserfahrung gesammelt. Und wie in vielen Bereichen ist es auch hier so, dass sich viele weitere Türen öffnen, sobald man die erste aufgestoßen hat. Es gibt unzählige spannende und vielversprechende Techniken, in denen man sich ergänzend ausbilden lassen kann.

Bei der Cranio sacralen Omnipathie war es wieder so, dass ich privat die Behandlungen in Anspruch genommen habe und so unglaublich fasziniert von der Wirkungsweise war, dass ich mich relativ spontan für eine weitere 3-jährige Ausbildung zur Omnipathin entschieden habe.

Tips: Was fasziniert Sie an der „Arbeit mit den Händen“ und an „Händen als Werkzeug“?

Birgit Hölzl: Faszinierend war für mich bereits in der Ausbildung zur Masseurin, wie weit man die einzelnen Muskel- und Gewebsschichten differenziert ertasten kann. Mein spannendster „Aha-Moment“ war für mich während der Omnipathie-Ausbildung: als ich dort zum ersten Mal den cranialen Impuls, mit dem während der Behandlung gearbeitet wird, gespürt habe, ist mir bewusst geworden, wie viel Informationen man „nur“ über das Arbeiten mit den Händen bekommt und welch wertvolle Werkzeuge jeder Mensch links und rechts von sich trägt.

Tips: Welche Bedeutung hat Berührung mit den Händen – und was macht es mit Menschen, wenn diese ausbleibt – etwa durch Social Distancing?

Birgit Hölzl: Massagen oder das Berühren der Haut sorgen im Körper für eine vermehrte Ausschüttung von Oxytocin – auch bekannt als „Kuschelhormon“. Es sorgt unter anderem dafür, dass Stress abgebaut wird und löst Emotionen wie Geborgenheit und Wärme aus. Bei Stress darf man nicht nur an Termindruck und Alltagsverpflichtungen denken. Negative Gedanken, Sorgen oder finanzieller Druck können enormen Stress verursachen, ohne dass wir ihn bewusst als solchen wahrnehmen.

Speziell in Zeiten von Social Distancing sollte man sich daher bewusst Zeit für Berührung nehmen. Zum Beispiel die Füße massieren, dem Partner/der Partnerin eine Rückenmassage anbieten. Berührungen schaffen Nähe. Zu sich selbst und zu seinen Mitmenschen. Fehlende Berührung sorgt mit der Zeit dafür, dass der Mensch beginnt, sich immer weiter zurückzuziehen. Fehlt der Hautkontakt, fehlen auch die damit verbundenen Emotionen und Gefühle.

Tips: Wie ist Ihr Therapieansatz?

Birgit Hölzl: Meine wichtigsten Prinzipien sind, das Miteinander und Bewusstsein zu schaffen. Als Therapeutin biete ich mein Wissen und meine Erfahrung während der Therapie an und versuche so eine Zusammenarbeit zu ermöglichen, die jeder Zuhause fortsetzen kann. Während eines Behandlungszyklus sehe ich mich selbst als unterstützende „Mitarbeiterin“. Experte für sich, ist man immer selbst.

Tips: Welche Massagen bieten Sie an?

Birgit Hölzl: Neben der Klassischen Massage in Verbindung mit Faszientechniken und Lymphdrainage biete ich einige reflektorische Techniken wie die Fußreflexzonenmassage und Bindegewebsmassage und die Cranio Sacrale Omnipathie an. Mein Schwerpunkt liegt bei der Ganzheitlichen Frauenheilmassage. Bei dieser Technik wird durch das Arbeiten an speziellen Zonen am ganzen Körper versucht, hormonelle Dysbalancen auszugleichen und so Beschwerden wie Zyklusunregelmäßigkeiten, PMS oder Menstruationsbeschwerden zu lindern. Ebenso kann die Ganzheitliche Frauenheilmassage bei unerfülltem Kinderwunsch unterstützend angewendet werden.

Tips: Welche Yoga-Stile werden im Yogaspot Amstetten vermittelt?

Birgit Hölzl: Mir ist es sehr wichtig ein umfassendes Angebot zu bieten, wo für jeden ein ansprechender Punkt im Stundenplan dabei ist. Neben den offenen Stunden bieten wir auch spezielle Beginner-Blöcke für Neueinsteiger, oder Yogis, die z.B. bisher nur Online-Klassen mitgemacht haben und Yoga auch im „real life“ kennenlernen möchten. Im Ananda Yogaspot unterrichten insgesamt 4 Yoga-Lehrerinnen. Kimberly Gutjahr und Astrid Auer, welche beide klassisches Hatha Yoga unterrichten. Romana Stamminger bietet Kinder- und Teenyoga an für Kinder ab 3 Jahren. Ich unterrichte „Move & Flow“ Klassen im Vinyasa Stil und lasse mich dabei von Yoga Stilen wie Budokon und YogAlign inspirieren. Zusätzlich gibt es das sehr ruhige, erdige Calm Yoga. Das ist eine Mischung aus Yin-Yoga und Restorative-Yoga.Für 2021 sind noch weitere Kurse geplant, unter anderem Stunden für Schwangerschafts-Yoga.

Tips: Gibt es derzeit Online-Yoga-Kurse?

Birgit Hölzl: Gerade in so fordernden Zeiten, wo für die meisten der Alltag völlig umgekrempelt werden musste, sollte Yoga leicht zugänglich und für so viele wie möglich erreichbar sein. Derzeit bieten wir ein kostenloses wöchentliches Yoga Online Programm über Instagram (_ananda_amstetten) und Zoom an. Die Anmeldung für die Zoom-Klassen ist über www.b-hoelzl.at/stundenplan möglich. Die Instagram Klassen werden direkt auf Instagram ausgeschrieben.

Tips: Was ist das Besondere an Omnipathie?

Birgit Hölzl: Die Omnipathie begeistert mich durch ihre vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten und durch die Herangehensweise. Der Mensch, sein Alltag, seine Lebensweise werden als Ganzes betrachtet und mit in die Behandlung einbezogen. Es ist eine sehr sanfte Technik, die mich immer wieder mit ihrer starken Wirkungsweise fasziniert.

Tips: Zum Abschluss: was bedeutet eigentlich Ananda?

Birgit Hölzl: Ananda kommt es aus dem Sanskrit. Dies ist die Schriftsprache, in der die gesamte Yoga-Philosophie weitergegeben wurde. Das Wort bedeutet „Absolute Wonne und Glückseligkeit. Unabhängig von den äußeren Umständen, nur durch sich selbst erreicht.“ Genau dieses Gefühl, diesen Zustand, wünsche ich jedem Menschen und durch Ananda – Massagepraxis und Yogaspot möchten ich und mein Team unseren Teil dazu beitragen.

Weitere Informationen:

Tel. 0660/16 24 330

www.b-hoelzl.at

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