Von Archetypen und Heldenmythen
SEITENSTETTEN. Die Künstlerin Isabella Scharf-Minichmair zeigt in der Galerie des Stiftes „alte“ Themen in gewandelter Darstellungsweise. Die Ausstellung ist bis 10. September frei zugänglich.

Geboren in Kirchdorf an der Krems lebt Isabella Scharf-Minichmair in Oberösterreich schon seit Kindertagen ihre Affinität zur bildnerischen Gestaltung aus. Nun arbeitet sie als freischaffende Künstlerin hauptsächlich in ihrem Atelier auf der Burg Altpernstein, nachdem sie ihre Malerei- und Grafik-Studien an der Kunst-Universität Linz bei Heimo Kuchling, dem Akademischen Maler Eric van Ess oder auch Ursula Hübner erfolgreich abgeschlossen hat und im Bereich „Kunstphilosophie“ promovierte.
Mehrfach ausgezeichnet
Seit einer Ausstellungsbeteiligung in New York ist Scharf-Minichmair mit einer Trilogie beschäftigt, deren dritter Teil auf einer USA-Reise entstanden ist und „Eremitage“ heißt. Die Künstlerin arbeitet hauptsächlich mit Öl auf Leinwand, aber auch in Acryl- und Mischtechniken und stellt auch Glas-Exponate her. Ihre Kunst bezeichnet sie selbst als „semigegenständlich“. Für sie bedeutet Kunst stets Kommunikation und sie orientiert sich gerade in den letzten Jahren vermehrt an christlicher Ikonologie, beschäftigt sich aber auch viel mit mythologischen und historischen Inhalten. „Das Schöpfungsthema allein oder die Entstehung von Tag und Nacht stellen eine fortwährende künstlerische Herausforderung dar“, betont die auch international mehrfach Ausgezeichnete.
Thema ist die Vergegenwärtigung
„Gerade die Auftragsarbeiten für den sakralen Raum führten mich in den vergangenen Jahren in eine intensive Auseinandersetzung mit der Ikonologie der christlichen Kunst. Meine Versuche zur bildhaften Umsetzung von bedeutenden Motiven wie die Anbetung, die Passion Jesu, die Auferstehung und das Marienbildnis sind dabei nicht nur einem historischen oder kulturgeschichtlichen Interesse geschuldet, sondern entspringen der tiefen Sehnsucht nach einem inneren Erleben von geistig-spirituellen Inhalten und ihrem Konnex zum aktuellen Zeitgeschehen“, umreißt Isabella Scharf-Minichmair ihren Zugang zum künstlerischen Schaffen, das einer ständigen Spurensuche gleichkommt und zeitgemäße Forschungsinhalte berücksichtigt. Oftmals geht es auch um Transformation, zum Beispiel durch Feuer mit seiner reinigenden Kraft.


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