Arbeiterkammer: 4,6 Millionen Euro für Mitglieder des Bezirkes Amstetten erwirkt
AMSTETTEN. Bei der Präsentation der Bilanz 2018 konnte der Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Robert Schuster auf 4,6 Millionen Euro verweisen, die die Arbeiterkammer im Bezirk Amstetten für ihre Mitglieder erwirkt hat.

AMSTETTEN. Insgesamt hat die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) im Jahr 2018 für die Mitglieder des Bezirkes Amstetten 4.653.712 Euro erwirkt. Darin sind die Arbeitnehmerveranlagungen, Insolvenzen, Interventionen und Konsumentenschutz zusammen gefasst. 10.475 Menschen haben sich im Laufe des Jahres an die Bezirksstelle Amstetten gewandt.
Großteil außergerichtlich gelöst
Bei der Präsentation der Jahresbilanz verweist Bezirksstellenleiter Robert Schuster auf eine Besonderheit des Mostviertels hin. Hier werden zirka 75 Prozent aller arbeitsrechtlichen Interventionen außergerichtlich gelöst. „Oft genügt ein Anruf bei den betroffenen Firmen oder ein Brief, um Probleme zu lösen. Grundsätzlich herrscht hier ein gutes Verhältnis zwischen Dienstgebern und Dienstnehmern.“ In anderen Regionen Österreichs reagieren viele Arbeitgeber erst gar nicht und lassen es auf einen Gerichtsprozess ankommen.
AKNÖ-Vizepräsident Michael Fiala erklärt, dass die AK die Mitglieder in den unterschiedlichsten Bereichen der Arbeitswelt vertreten: „Das reicht von nicht ausbezahlten Überstunden über Insolvenzen und ungerechtfertigte Entlassungen bis hin zu Bezahlungen unterhalb des Kollektivvertrages sowie nicht ausbezahlten Löhnen, Gehältern oder Abfertigungen.“
Lohn schuldig geblieben
Als Beispiel schildert Schuster den Fall eines Installateurs, dem der Arbeitgeber bereits zehn Monatsgehälter schuldig war. Inklusive Urlaubs- und Weihnachtsgeld waren 27.000 Euro zusammen gekommen. Auf Intervention der Arbeiterkammer wurde eine Ratenzahlung vereinbart. Das ist kein Einzelfall. Schuster: „Da gibt es Menschen, die ihren Kindern keine Weihnachtsgeschenke kaufen konnten, ihre gesamten Ersparnisse aufbrauchen und ihr Konto überziehen mussten, weil ihnen Dienstgeber den Lohn schuldig blieben.“
Sehr stark häufen sich Kündigungen im Krankenstand. Schwarze Schafe unter den Dienstgebern bleiben die Entgeltfortzahlung schuldig.


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