Obstbauverband Mostviertel fordert klare Kennzeichnung von Fruchtsäften

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Reinhard Leeb Reinhard Leeb, Tips Redaktion, 19.07.2019 15:17 Uhr

MOSTVIERTEL. Produkte aus heimischer Herkunft sind im Lebensmitteleinzelhandel ein starkes Kaufargument. Die Herkunft muss aber deutlich gekennzeichnet sein, meint Andreas Ennser vom Obstbauverband Mostviertel. 

. „Jeder Produzent weist die österreichische Herkunft plakativ aus“, berichtet der Geschäftsführer des Obstbauverbandes Mostviertel Andreas Ennser dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Wo diese Information fehlt, stammt das Produkt zumeist nicht aus Österreich“, sagt er. „So sind etwa beigefügte Kennzeichnungen irreführend und können Konsumenten hinsichtlich der Herkunft täuschen. Die sehr schwammige Gesetzesauslegung bei Fruchtsäften muss daher endlich ein Ende haben.“

Der Obstbauverband Mostviertel, der aus 145 Mitgliedern besteht, fordert daher einmal mehr eine klare und einheitliche Herkunftskennzeichnung. „Speziell im Vorjahr, wo wir eine gute Ernte hatten, stand der Preis des heimischen Verarbeitungsobstes noch zusätzlich unter Druck. Denn viele industrielle Fruchtsafterzeuger preisen zwar ihre Produkte mit dem Österreich-Banner aus, jedoch mit dem Hintergedanken, dem Käufer so die österreichische Herkunft zu suggerieren, während in Wirklichkeit nur Konzentrate von Produzenten aus Polen, der Ukraine oder China zum Einsatz kommen. In Österreich wird lediglich rückverdünnt und abgepackt“, erklärt Andreas Ennser. „Wir begrüßen daher, die laut Lebensmittelaufsicht für 2020 in Aussicht gestellte Gesetzesänderung, wonach die Herkunftsauslobung auf die namengebende Bezeichnung - die Frucht, wie zum Beispiel Apfelsaft - bezogen sein soll und nicht wie bisher auf den zumeist Wert bestimmenden Anteil, nämlich die Verpackung.“

Unter dem Motto „…schau drauf, wo´s herkommt“ steht heuer die Herkunftskennzeichnung klar im Mittelpunkt der Arbeit des Obstbauverbandes Mostviertel. „Wir haben dazu eine Aufklärungskampagne gestartet, um die Kunden zu motivieren, darauf zu achten, wo das Produkt tatsächlich herkommt, und bewusst nach regionalen Erzeugnissen zu greifen“, so der Geschäftsführer.

Im Vergleich zu 2018 rechnet der Obstbauverband Mostviertel heuer mit einer eher unterdurchschnittlichen Ernte. „Die Prognose ist zwar noch etwas vage“, so Ennser, „aber wir gehen von etwa 6.000 bis 8.000 Tonnen aus. Das hängt damit zusammen, dass die Bäume alternieren - nur jedes zweite Jahr reich tragen - und rasten. Im vergangenen Jahr sind es rund 12.000 Tonnen gewesen. 2018 gab es für eine Tonne zwischen 50 und 56 Euro. Wir hoffen, dass sich der Preis dieses Jahr wieder stabilisiert.“

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