Freiheitliche Bauernschaft: Faire Preise für Bauern gefordert
AMSTETTEN. Die Freiheitliche Bauernschaft Niederösterreich präsentierte die Themen, die sie in der Landwirtschaftskammer einbringen will.

AMSTETTEN. Bei der Landwirtschaftskammerwahl sieht sich die Freiheitliche Bauernschaft als „ehrliche Alternative zum Bauernbund“. Faire Preise für landwirtschaftliche Produkte sind eines der wichtigsten Anliegen.
Herkunftslandprinzip
Ein wichtiger Schritt in diese Richtung wäre das Herkunftslandprinzip. Landesobmann Peter Schmiedlechner erklärt das an einem Beispiel: „Zu einem Schlachthof in Österreich kommen im Morgengrauen Rindertransport-LKWs aus Lettland oder Litauen. Die Tiere werden in Österreich geschlachtet und zerteilt und das Fleisch gilt dann als österreichisches Rindfleisch.“ Das sei einerseits Tierquälerei und andererseits würden Konsumenten, die gern österreichische Produkte kaufen würden, getäuscht. Daher fordert die Freiheitliche Bauernschaft Niederösterreich eine klare Lebensmittelkennzeichnung, aus der für den Konsumenten klar hervor gehe, aus welchem Land das Produkt stammt und nicht – wie jetzt – in welchem Land der größte Teil der Wertschöpfung stattfindet. Diese Kennzeichnung solle für den Handel und auch die Gastronomie gelten.
Standards bei importierten Lebensmitteln
Der Spitzenkandidat des Bezirks Amstetten, der parteiunabhängige Christoph Reiter aus Stephanshart, fordert, dass für importierte Lebensmittel die gleichen hohen Standards gelten sollen wie für österreichische, um konkurrenzfähig zu sein. Ferner wünscht er, dass der steuerbegünstigte Agrardiesel wieder eingeführt wird. Dieser wurde 2015 abgeschafft und es habe keine sinnvolle Alternative gegeben.
Heizöl statt Diesel
Da die Bauern mit ihren Traktoren vor allem am Feld fahren, wollen sie den straßenbezogenen Steueranteil am Dieselpreis nicht mitzahlen. Peter Schmiedlechner meinte, die unbürokratischste Alternative wäre, wenn man Bauern erlauben würde, Heizöl statt Diesel zu tanken. Grundsätzlich sei aber jede Art der Steuersenkung erwünscht.
Ebenfalls 2015 wurde das Öko-Punkte-System abgeschafft und durch eine für LKR Manfred Mitmasser untaugliche Alternative ersetzt. Damit sei vielen Bergbauernbetrieben die Lebensgrundlage entzogen worden, so Mitmasser.Auch im Bereich Holz sprach Mitmasser Probleme an: Trockenheit, Borkenkäfer, Stürme setzen den Waldbesitzern zu. Während diese auf viel Schadholz sitzen bleiben, werde in Österreich viel Holz importiert.
Kammerwahlrechtsreform
Die Freiheitliche Bauernschaft Niederösterreich tritt auch für eine Kammerwahlrechtsreform ein. Peter Schmiedlechner erachtet es als undemokratisch, dass von den 40 Landwirtschaftskammerräten nur 36 gewählt werden und vier von der Raiffeisenorganisation entsendet werden. Und diese vier Landwirtschaftskammerräte haben das volle Stimmrecht.


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