Mostbaron-Primus Scheiblauer: „Der Lockdown hat uns Mostbarone wirtschaftlich hart getroffen“

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Michaela Aichinger Michaela Aichinger, Tips Redaktion, 30.05.2020 08:23 Uhr

MOSTVIERTEL. Die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus haben auch die Mostbarone vor große Herausforderungen gestellt. Tips sprach mit Mostbaron-Primus Johannes Scheiblauer über Krisenzeiten, die Bedeutung eines Online-Auftrittes sowie die heurige Obsternte.

Tips: Herr Scheiblauer, wie hat sich die Corona-Krise bisher auf die Arbeit der Mostbarone ausgewirkt? Was sind die derzeit größten Herausforderungen?

Johannes Scheiblauer: Die Mostbarone haben ihren Schwur auf die Pflege der Mostbirne gelegt und damit auf die Pflege der Herstellung und Vermarktung von allen erdenklichen Produkten daraus, insbesondere des Birnenmostes. Trotz dieses landwirtschaftlichen Schwerpunktes haben sie eine starke touristische Prägung. Der Lockdown hat uns alle wirtschaftlich hart getroffen. Um so mehr freuen wir uns, unsere Gäste nun auf ein Neues bewirten zu dürfen.

Tips: Wie haben die Mostbarone auf die Krise reagiert? Gibt es spezielle Maßnahmen?

Scheiblauer: Wir haben unsere Online-Aktivitäten verstärkt, besonders die Kommunikation über Social Media. Darüber hinaus starten wir einen Strategieprozess um uns langfristig erfolgreich zu positionieren.

Tips: Wie hoch sind die Einkommensverluste im Durchschnitt?

Scheiblauer: Das werden wir erst am Ende des Jahres wissen. Die Umsatzeinbußen waren jedoch enorm, defacto 100 Prozent bei allen Gastronomen und Beherbergern während der Schließung, was sich wiederum auf die Produzenten niederschlägt, wenn auch nicht ganz in diesem Ausmaß.

Tips: Gibt es noch Lieferservices seitens der Mostbarone?

Scheiblauer: Mit der Wiedereröffnung am 15. Mai können die Erlebnisse der Mostbarone wieder in gewohnter Manier konsumiert werden. Ein kulinarischer Lieferservice rückt damit wieder in den Hintergrund.

Tips: Wie wichtig sind Webshop beziehungsweise Online-Auftritte für die Mostbarone?

Scheiblauer: Der Webshop hat sich seit Eröffnung 2017 sehr gut entwickelt. Dieses Jahr konnten wir bis dato unsere Online-Umsätze gegenüber dem Vorjahr sogar mehr als verdoppeln. Ein kleiner Lichtblick in diesen schwierigen Zeiten!

Tips: Viele Veranstaltungen wie der Tag des Mostes oder die Mostwallfahrt mussten aufgrund der Corona-Krise abgesagt werden. Welche Veranstaltungen stünden 2020 noch auf dem Programm und wie ist hier die Prognose?

Scheiblauer: Auf Grund der schweren Vorhersehbarkeit haben wir für 2020 vorerst keine Veranstaltungen geplant. Mal schau„n, was der Herbst bringt. Aber wir freuen uns schon auf die Mostwallfahrt 2021!

Tips: Wie sieht es mit der Obsternte 2020 aus?

Scheiblauer: Wir haben eine sehr schöne Birnbaumblüte gesehen, völlig ohne Regen. Das lässt auf eine überdurchschnittliche Ernte hoffen, zumal der Regen nach abgeschlossener Blüte sehr hilfreich war.

Tips: Wie viele Mostbarone gibt es derzeit?

Scheiblauer: Zur Zeit sind wir 17 Mostbarone. Wir sind Edelbrenner, Mostbauern, Gastronomen und Beherberger.

Die Mostbarone – eine Erfolgsgeschichte

Die Mostbarone sind eine Gruppe von Mostproduzenten, Edelbrennern, Gastronomen und Hoteliers. Alle eint das Bestreben, dem Getränk Most und den Bränden einen höheren Stellenwert zu verleihen. Gegründet wurden die Mostbarone 2003. Damals suchten Mostproduzenten nach neuen Vermarktungsstrategien. Inspiriert durch die „Apfelmänner“ in der Steiermark, besannen sich die Mostproduzenten, dass man sie im 19. Jahrhundert Mostbarone genannt hatte, da damals mit Most viel Geld zu machen war. Natürlich war das Gründen eines Vereines das Eine, aber für eine erfolgreiche Vermarktung brauchte es auch ein qualitätsvolles Produkt. So wurde die Mostproduktion auf neue Beine gestellt. Handverlesenes Obst wird nun verwendet, um sortenreine Moste und gekonnt komponierte Mischmoste zu erzeugen.

Neben der Vermarktung in eigenen Hofläden und Supermärkten können die Produkte der Mostbarone im Internet auf shop.mostbarone.at bestellt werden.

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