Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

AMSTETTEN. Die Lohnschere zwischen Männern und Frauen klafft im Bezirk Amstetten besonders weit. Gewerkschaften fordern mehr Transparenz.

Als Männer haben die ÖGB-Frauen in Amstetten ein Schließen der Einkommensschere und Lohntransparenz gefordert – gemeinsam mit ihren männlichen Kollegen. (Foto: ÖGB)

12.773 Euro verdienen Männer im Bezirk Amstetten pro Jahr mehr als Frauen – obwohl beide Geschlechter ganzjährig in Vollzeit arbeiten.

Der sogenannte Gender Pay Gap beträgt somit 20,5 Prozent. Zum Vergleich: Im niederösterreichischen Durchschnitt liegt die Differenz bei 10.784 Euro beziehungsweise 16,5 Prozent.

Die Einkommenslücke hat sich in den vergangenen zehn Jahren kaum verringert: Nur um 6,6 Prozent wurde der Unterschied reduziert. „Zu wenig und zu langsam“, kommentiert Markus Wieser, Vorsitzender des ÖGB Niederösterreich und Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich.

Bezirk Amstetten mit zweitgrößtem Einkommensunterschied

Der Bezirk Amstetten liegt damit auf Platz zwei im niederösterreichweiten Vergleich – hinter dem Bezirk Mödling, wo der Einkommensunterschied sogar 23,9 Prozent beträgt. Am geringsten ist die Differenz in der Landeshauptstadt St. Pölten mit 12,7 Prozent.

„Selbst im günstigsten Fall arbeiten Frauen in Niederösterreich Jahr für Jahr mehr als eineinhalb Monate gratis. Kein Mensch kann ernsthaft behaupten, dass das fair oder gerecht ist“, so Sabine Eichinger, stellvertretende ÖGB-Regionalvorsitzende.

Strukturelle Ursachen für Lohnunterschiede

„Die Einkommenslücke besteht auch deshalb, weil in Branchen, in denen viele Frauen beschäftigt sind, generell schlechter bezahlt wird. Diese systematische Unterbewertung erklärt aber nur einen Teil der Differenz“, erklärt Bernadette Korherr, Landesfrauensekretärin des ÖGB Niederösterreich.

„Mehr als zwei Drittel des Unterschieds bei Löhnen und Gehältern sind allein auf das Geschlecht zurückzuführen.“ Sie warnt zudem: „Diskriminierung beim Entgelt aufgrund des Geschlechts ist seit dem Jahr 1979 verboten. Fehlende Transparenz ermöglicht sie dennoch weiterhin.“

Lohntransparenz soll für mehr Fairness sorgen

Eine offene Gesprächskultur über Einkommen, volle Transparenz bei sämtlichen Entgeltbestandteilen – insbesondere bei Boni und Zulagen – sowie leicht zugängliche Informationen über Gehälter seien laut Gewerkschaft zentrale Maßnahmen.

„Transparenz und Gerechtigkeit gehören ganz oben auf die Agenda“, fordert Sabine Eichinger. „Es geht nicht um persönliche, sondern um strukturelle Daten. Nur so können Arbeitnehmer wirklich erkennen, ob sie fair behandelt werden oder nicht.“

Die Lohntransparenzrichtlinie der Europäischen Union muss bis zum Jahr 2026 umgesetzt werden. „Von dieser Transparenz werden auch Männer profitieren – denn auch sie können unter ungerechter Bezahlung leiden“, so Eichinger abschließend.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Kultur, Kulinarik und Kurzurlaub: So vielfältig ist der Winter in Niederösterreich

Kultur, Kulinarik und Kurzurlaub: So vielfältig ist der Winter in Niederösterreich

NÖ. Die Städtekampagne der Niederösterreich Werbung zeigt, wie vielfältig Winterurlaub in Baden, Krems, Retz und Co. sein kann.

Tips - total regionalMichaela Aichinger
Sicheres Silvester: Pyrotechnik-Experten warnen vor illegalem Feuerwerk

Sicheres Silvester: Pyrotechnik-Experten warnen vor illegalem Feuerwerk

NÖ. Produzenten und Händler warnen: Illegale Produkte und Unwissenheit führen zu Unfällen – und schaden damit auch verantwortungsvoll arbeitenden ...

Tips - total regionalMichaela Aichinger
Stadt Amstetten lädt zum Neujahrstreffen mit Sternwanderung

Stadt Amstetten lädt zum Neujahrstreffen mit Sternwanderung

AMSTETTEN. Mit einem Neujahrstreffen im Festsaal des Landesklinikums Mauer stimmt sich die Stadt Amstetten am Sonntag, dem 11. Jänner 2026, ...

Tips - total regionalMichaela Aichinger
Wunschbaum-Aktion bringt Kindern aus dem Kidsnest Amstetten Weihnachtsfreude

Wunschbaum-Aktion bringt Kindern aus dem Kidsnest Amstetten Weihnachtsfreude

AMSTETTEN. Wenn kleine Weihnachtswünsche groß werden, ist in Amstetten wieder Wunschbaumzeit. Bereits unzählige Wünsche konnten mit dem Wunschbaum ...

Tips - total regionalMichaela Aichinger
Amstetten auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt bis 2040

Amstetten auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt bis 2040

AMSTETTEN. Amstetten nimmt an der Forschungsinitiative „klimaneutrale Stadt“ teil und arbeitet daran, die lokalen Klimamaßnahmen in die ...

Tips - total regionalMichaela Aichinger
Wirtschaftskammer NÖ startet Onlineportal für Bürokratieabbau 

Wirtschaftskammer NÖ startet Onlineportal für Bürokratieabbau 

SANKT PÖLTEN. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) fordert „konsequenten Bürokratieabbau“ und startet ein Onlineportal zur Meldung ...

Tips - total regionalMichaela Aichinger
Weitere Beiträge