Im Dienst der Nächstenliebe: Pater Eckerstorfer im Paradies Bolivien
ARNREIT/BOLIVIEN. Schon in der Gymnasialzeit fiel für Robert Eckerstorfer der Entschluss, Franziskanerpater zu werden. Diese Entscheidung führte ihn dann auch als Missionar in den Urwald Boliviens, wo er das Evangelium lebt.

Frohbotschaft sein für andere – das ist für Robert Eckerstorfer aus Arnreit nicht mehr nur eine missionarische Haltung, sondern eine Lebenseinstellung. Seit mehreren Jahrzehnten lebt er diese im Tiefland Boliviens, wo die tiroler Franziskanerprovinz ihr Missionsgebiet hat.“Wenn ich heute zurückschaue, so muss ich sagen, ich hatte im Theologiestudium eine sehr idealisierte Anschauung über die Missionsarbeit. Es wurde uns als Ziel vorgegeben, den Glauben zu verkünden um Seelen zu retten“, erinnert sich Pater Eckerstorfer. Seine heutige theologische Ansicht formuliert anders: „Ich glaube, dass diese Menschen auch ohne mein Zutun in den Himmel kommen.“
Nächstenliebe als EssenzDas bedeutet für Roberto aber nicht, dass die Glaubensverkündigung keinen Wert hat – im Gegenteil: „Wir Christen haben auch der Welt von heute noch etwas anzubieten: das Ziel der Nächstenliebe, des sich gegenseitigen Annehmens, und speziell die franziskanische Haltung der Natur gegenüber, wo wir alles und alle um uns herum Brüder und Schwestern nennen können.“Diese Nächstenliebe hat Pater Eckerstorfer im Rahmen des Projektes OSCAR gelebt, dem er von 1982 bis 2011 als Direktor vorstand und das ins Leben gerufen wurde, um den Indios in Bolivien zu helfen. Das Projekt, das wegen fehlendem Personal und mangelnder Finanzierung mittlerweile leider geschlossen werden musste, gliederte sich in 4 Bereiche: Weg- und Brückenbau, Gesundheit, Erziehung und Agro-Ökologie.
Voneinander lernenRobert Eckerstorfer hat nicht nur gegeben, er hat auch selbst viel durch die Lebenseinstellung und die Solidarität der Indios gelernt. Eine bolivianische Frau beispielsweise gab ihm und vier anderen, nachdem sie sich im Urwald verlaufen hatten, den letzten Rest ihres Essens und überließ ihnen ihr Heim, damit sie dort schlafen konnten. Das ist für Roberto gelebtes Evangelium.
Aktuelle PläneMomentan hilft Pater Eckerstorfer im Programm für Drogen- und Alkoholabhängige in einer psychiatrischen Klinik und in einer Pfarrei mit. Nebenbei ist Roberto auch dabei, ein Buch zu verfassen. „Aber das ist noch in den Kinderschuhen…“, gibt er sich geheimnisvoll.


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