Pater Roberto in La Paz verstorben: Der Brückenbauer Gottes hat seine letzte Baustelle beendet
ARNREIT. Wo ein Wille, da auch ein Weg – und wo kein Weg, da bauen wir einen: Dieser Leitspruch hat den Priester und Franziskaner-Missionar Robert Eckerstorfer sein Leben lang begleitet. Am 3. Februar ist der gebürtige Arnreiter im Alter von 75 Jahren in La Paz verstorben.

Robert Eckerstorfer wechselte nach dem Besuch der Pflichtschule in Arnreit und Rohrbach an das Franziskanergymnasium in Hall, wo er 1964 maturierte. Im selben Jahr wurde er im Kloster Telfs in das Noviziat der Tiroler Franziskanerprovinz aufgenommen. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1970 war der Mühlviertler kurze Zeit Kaplan und ging anschließend zum Sprachstudium nach Valencia in Spanien.
Bolivien war zweite Heimat
Wie sein älterer Bruder Alois, der bereits als Missionar in Südafrika tätig war, wollte auch Robert in die „Mission“ gehen. Im November 1972 folgte seine Aussendungsfeier nach Roboré in Bolivien und dieses Land sollte bis zum seinem Lebensende seine zweite Heimat werden.
Bereits im Jahr 1976 übernahm er als Regens und Lehrbeauftragter das Ordenskolleg in Cochabamba und kehrte 1977 für sein Studium nach Österreich zurück, wo er 1979 an der Universität Salzburg zum Mag. Theol. spondierte.
Mit Begeisterung bei der Arbeit
Nach seiner Rückkehr nach Bolivien erwarteten ihn große und schwierige Aufgaben, die er mit Begeisterung und totalem persönlichem Einsatz meisterte. Sein Leitspruch lautete: „Wo ein Wille, da auch ein Weg – und wo kein Weg, da bauen wir einen“. Dass er anpacken konnte, bewies er mit seinem Projekt O.S.C.A.R (“Obras Sociales de Caminos de Acceso Rural): Pater Robert baute Straßen, Wege, Brücken und Infrastruktur auf, um den Einheimischen im Tiefland Boliviens ein erträgliches Leben zu ermöglichen. Das war seine vordringlichste Aufgabe als Mensch und Priester. „Du musst einer der ihren werden, damit du sie verstehst“, hat er stets gesagt. Für ihn hieß das, arbeiten auf den Baustellen oft bis in die frühen Morgenstunden. Er fuhr mit LKWs, Raupen und war auch als Vermesser tätig.
Urwalduniversität aufgebaut
Er unterrichtete neben diesen Tätigkeiten in seiner „Urwalduniversität“ auch Studenten und angehende Seminaristen. Halbtags hatten sie Vorlesungen in den Baubaracken, den Rest des Tages wurde auf der Baustelle gearbeitet. So wurden im Laufe der Zeit über 500 Kilometer befestigte Straßen, Furten durch Flüsse, sowie Hänge- und Betonbrücken gebaut.
Nebenbei zog er mit Mitstreitern ein agrarökologisches, sowie ein Gesundheits- und Impfprogramm auf um den Einheimischen zu zeigen, mit dem Boden schonend umzugehen.
Lebenswerk gewürdigt
Bei seinen seltenen Heimatbesuchen berichtete er über seine Arbeit in seinem „Paradies Bolivien“ und ging aber mit der starren “römischen Amtskirche“ oft hart ins Gericht. Für sein Lebenswerk wurde Robert Eckerstorfer mit dem Ehrenzeichen des Landes OÖ ausgezeichnet. Vom spanischen Königshaus bekam er den Solidaritätspreis der Organisation „Ayuda en Acción“ (Hilfe durch Handeln).
„Pater Roberto Eckerstorfer, unser großer Anführer im Oscar-Projekt ist verstorben. Und wir sind ihm tausendmal dankbar für die Ausstrahlung, mit der er uns gelehrt hat, anderen zu dienen… möge er in Frieden ruhen“, verabschiedeten sich seine „Bolivianer“ in einer Aussendung.
Gedenkgottesdienst am 17. Februar
Nach dem Requiem in der Basilika S. Francisco in La Paz wurde er am 5. Februar begraben.
In seiner Heimatgemeinde Arnreit findet am Samstag, 17. Februar, um 10 Uhr ein Gedenkgottesdienst in der Pfarrkirche statt.


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