Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Autorin Melanie Huemer: "Ich schreibe für's Herz und die Seele, weniger für den Kopf"

Leserartikel Julia Karner, 04.09.2017 18:00

ASTEN. Schon in ihrer Kindheit hatte Melanie Huemer aus Asten eine immense Vorstellungskraft. Im Interview erzählt die Biomedizinische Analytikerin und Autorin über ihr erstes Buch „Schattengleichnis - Vampire leben düster“ und wie sich ihre eigene Geschichte darin wiederspiegelt.

Melanie Huemer mit ihrem Buch "Schattengleichnis"
Melanie Huemer mit ihrem Buch "Schattengleichnis"

Tips: Wie hat es dich nach Wien verschlagen?

Huemer: Mein ursprünglicher Plan war es Veterinärmedizin zu studieren, scheiterte bereits nach einem Semester, weil ich mit dem System Uni nicht klar kam. Also kam Plan B zum Zug und ich absolvierte 2006 mein Diplom als Biomedizinischen Analytikerin in Steyr. 2010 folgte der endgültige Umzug nach Wien – mitten in die Stadt meiner Träume, seit ich als 14-jähriges Mädel das erste Mal Großstadtluft schnuppern durfte. Derzeit arbeite ich in einem Wiener Privatkrankenhaus in der Histologie.

Tips: Wie hast du gemerkt, dass dir das schreiben liegt?

Huemer: Schon als Kind hatte ich eine immense Vorstellungskraft, die ich mir bis heute bewahrt habe. Das hilft mir natürlich sehr, wenn ich meine Geschichten und Charaktere im Kopf entstehen lasse. In der Pubertät schrieb ich sehr viel Tagebuch, aber nichts wirklich Ernsthaftes. Außer hier und da mal ein Gedicht für einen Geburtstag, oder ein paar kürzere Texte. Mir war bewusst, dass ich ein gewisses Talent dafür habe, aber ich brannte noch nicht so sehr dafür. Es war mehr ein Hobby und ein Weg, meine Gefühle und Erlebnisse irgendwie zu kanalisieren. Dann kam irgendwann das Internet und es eröffneten sich neue Möglichkeiten. Mittlerweile gehe ich meinen Weg als Autorin sehr bewusst. Ich möchte mit meinen Geschichten Menschen berühren. Ich schreibe fürs Herz und für die Seele, weniger für den Kopf.

Tips: Warum ein Vampierbuch?

Huemer: Ich hatte schon immer eine große Vorliebe für alles, was dunkel und mystisch ist und für Vampire ganz besonders. Die Tatsache von den Toten aufzuerstehen, die eigenen Jugend zu konservieren und spezielle Fähigkeiten zu haben, erscheint mir doch, aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet, erstrebenswert. Vampire verkörpern sämtliche Wesenszüge, die wir Menschen fürchten. Außerdem bieten sie eine wunderbare Projektionsfläche für die eigenen Abgründe, die wir ja allzu gerne verleugnen. Für mich sind sie auf eine gewisse Art sehr spirituelle Wesen, die vor allem auf der Suche nach sich selbst sind. „Meine“ Vampire in Schattengleichnis sind zwar sehr modern, aber in ihrer Entstehung und ihrer Anlage sehr ursprünglich. Sie sind genauso grausam wie „Dracula“ oder „Nosferatu“ und trinken nach wie vor leidenschaftlich gerne Blut. Aber sie haben von mir eine große Portion Selbstreflexion und Entwicklungspotential mit auf den Weg bekommen – zumindest wenn man Protagonist Darius betrachtet. Sein Gegenspieler Aureus ist da schon ein ganz anderes Kaliber. Der Hauptcharakter Miriam ist an meine Person angelehnt. Auch die Beziehung zu Darius beruht zum Teil auf einer wahren Beziehung, die leider ziemlich schwierig war und an der ich lange zu knabbern hatte. Schattengleichnis ist mein Weg um das alles zu verarbeiten.

Tips: Wie lange hat es gedauert, bis das Buch fertig war?

Huemer: Irgendwann 2005 habe ich mit „Schattengleichnis“ begonnen. Damals hatte ich keine Ahnung, was für eine großartige Geschichte daraus entstehen würde. Ursprünglich war eine Kurzgeschichte geplant, die mir plötzlich über den Kopf wuchs. Ich hatte mich sozusagen in meiner eigenen Geschichte verrannt und meine Charaktere taten, was sie wollten. Ich verlor die Lust am Schreiben und ich habe es aufgeben. Die unvollendete Geschichte lag dann jahrelang unbeachtet auf einer Festplatte, bis ich sie Anfang 2015 wiederentdeckt habe. Beim Durchlesen wurde mir bewusst, dass darin durchaus Potenzial steckt, wenn ich es richtig angehe. Nach einer intensiven und vollständigen Überarbeitung war es an Halloween 2015 dann soweit und ich habe die vier magischen Buchstaben „E N D E“ darunterschreiben dürfen. Wenn man jetzt die lange Liegezeit miteinrechnen möchte, kommt man natürlich auf eine Dauer von zehn Jahren. Die wirkliche Arbeitszeit beläuft sich allerdings auf maximal zwei Jahre, so genau kann ich das rückblickend nicht mehr einschätzen.

Tips: Es ist ja auch schon das zweite Buch am entstehen. Worum geht es diesmal?

Huemer: Genaugenommen steht mein zweiter Roman kurz vor seiner Veröffentlichung. Es gibt auch noch keinen fixen Titel, deswegen möchte ich den hier noch nicht nennen, um Missverständnisse zu vermeiden. Diesmal ist die Thematik eine vollkommen andere: Désirée Flemming lebt allein in einem kleinen Haus am Meer in Kroatien. Vor einem Jahr hat sie ihren, über alles geliebten, Ehemann an den Krebs verloren und kommt mit seinem Tod nicht zurecht. Sie beschließt, sich das Leben zu nehmen. Kurz vor ihrem geplanten Selbstmord hat sie eine schicksalhafte Begegnung mit einem wildgewordenen Pferd. Obwohl Désirée eigentlich keinerlei Bezug zu Pferden hat, folgt sie einer inneren Eingebung und adoptiert das verwahrloste Tier. Eine Entscheidung, die ihr Leben zur Gänze verändern sollte.

Die Geschichte war eine sehr spontane Idee, die ich zuerst gar nicht schreiben wollte. Jetzt bin ich sehr glücklich, es doch gewagt zu haben. Die Rückmeldungen meiner Betaleserinnen waren durch die Bank überwältigend positiv und freue mich unheimlich, wenn mein zweites „Buch Baby“ das Licht der Welt erblicken darf. Für nähere Information empfehle ich, meine Facebook Seite zu verfolgen: www.facebook.com/MelanieHuemerAutorin

Im November plant Melanie Huemer eine Signierstunde im Chakra in Asten. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden