AUROLZMÜNSTER. Die Scheuch GmbH mit Hauptsitz in Aurolzmünster bildet derzeit rund 50 Lehrlinge in den Bereichen Elektroanlagentechnik, Maschinenbau, Technisches Zeichnen und Blechtechnik aus. Einer dieser Nachwuchstechniker ist der gebürtige Syrer Sido Mohamad.

Mit 18 Jahren flüchtete er von seiner alten Heimat über die Balkanroute nach Österreich. Heute absolviert er eine Lehre als Elektroanlagentechniker im Stammwerk von Scheuch. Dabei hat Sido die Freude an der Arbeit mit Strom schon in frühester Kindheit für sich entdeckt: „Als ich sechs Jahre alt war, hat mir mein ältester Bruder schon gezeigt, wie man Kabel verlegt – das war damals noch in Syrien. Ab dem Zeitpunkt war es mein Traum, Elektriker zu werden“, verrät der kurdische Lehrling mit einem Strahlen im Gesicht.
Chance am Schopf gepackt
Nach seiner Flucht aus Syrien verbrachte Sido noch knapp ein Jahr im Irak. Im Alter von 18 wagte er dann gemeinsam mit seinem Bruder den gefährlichen Weg nach Österreich. Dort war seine erste Station die Flüchtlingsunterkunft in Waldzell. Mit seiner hilfsbereiten und offenen Persönlichkeit, lernte der 21-Jährige schnell Freunde kennen – sein größter Wunsch war jedoch, eine gute Ausbildung absolvieren zu dürfen. Voraussetzung dafür war ein positiver Asylbescheid, den er nach acht Monaten Wartezeit erhielt. Letztendlich führte ihn ein Zufall zu seinem jetzigen Arbeitgeber. Sein Deutschlehrer erzählte ihm von der Möglichkeit, in die Lehre zum Elektroanlagentechniker bei Scheuch gehen zu können. Und tatsächlich bekam er nach einem Bewerbungsgespräch eine Lehrstelle im Hauptquartier des Familienunternehmens in Aurolzmünster. Mittlerweile ist Sido bereits seit eineinhalb Jahren bei Scheuch – die anfänglichen Sprachschwierigkeiten, die ihn insbesondere in der Berufsschule vor große Herausforderungen stellten, meisterte er mit tatkräftiger Unterstützung vom gesamten Lehrlingsteam.
Bereicherung für das Team
Während der Arbeitszeit wurde gemeinsam gelernt und auch Manfred Kassik, Lehrlingsausbilder bei Scheuch, unterstützte ihn von Anfang an. „Wir sind sehr stolz auf Sido, er ist sozial eingestellt und hilft selbstlos überall mit, wo er gebraucht wird. Er ist eine Bereicherung für unser Team“, erzählt Kassik. Auch in seiner Freizeit engagiert sich der junge Kurde für die Gemeinschaft. Seit knapp einem halben Jahr ist er bei der Freiwilligen Feuerwehr in Ried. In seiner Freizeit spielt er gerne Fußball, seine besondere Leidenschaft hat er jedoch für das Wandern und Klettern entdeckt. Zu seinen Lieblingsplätzen gehören dabei die Berggipfel der Gebirgsmassive im Salzkammergut – so hält er sich fit und tankt nebenbei noch Energie für den Alltag.
Karriere als Elektroanlagentechniker
Derzeit arbeitet Sido in der Lehrwerkstatt, doch wie alle anderen Lehrlinge durchläuft er während der Ausbildungszeit noch einige andere Stationen. Insbesondere im Schaltschrankbau im Stammwerk von Scheuch konnte der lebensfrohe junge Mann einiges für seine berufliche Laufbahn mitnehmen: „Das Team im Schaltschrankbau ist echt toll, hier konnte ich viele Fachbegriffe lernen und einen tiefen Einblick in die Elektrotechnik gewinnen. Generell ist mein gesamter Aufgabenbereich sehr spannend.“ Bei der Ausbildung zum Elektroanlagentechniker denkt man in erster Linie an die Inbetriebnahme von Geräten oder Anlagen – doch es steckt noch viel mehr dahinter: Bei Scheuch gehört zu dem Aufgabengebiet einiges mehr dazu. Das Kennenlernen neuer Kulturen und Reisen in ferne Länder sind ebenso fixe Bestandteile des Jobs.
„Die Firma Scheuch ist sehr groß und baut Anlagen zur Luftreinhaltung auf der ganzen Welt. Ich kann mir gut vorstellen, nach meiner Lehre als Servicetechniker international unterwegs zu sein – insbesondere meine Sprachkenntnisse sind sehr gefragt für Baustellen in arabischen Ländern“, so der Scheuch-Lehrling Sido Mohamad. Das moderne Ausbildungszentrum bei Scheuch zählt zu den größten in der Region Ried-Umgebung. „Unser Anspruch ist es, Lehrlinge einzustellen, die mit Begeisterung bei der Sache sind – bereits mehr als 350 Berufseinsteiger haben seit der Firmengründung vor über 50 Jahren ihre Ausbildung bei Scheuch erfolgreich abgeschlossen. Viele von ihnen sind heute bei uns Führungskräfte und wichtige Leistungsträger“, erzählt Lehrlingsausbilder Manfred Kassik über die Karrierechancen bei Scheuch.
Schon heute an morgen denken
Als innovativer Anbieter von Luft- und Umwelttechnik investiert Scheuch stetig in die Ausbildung von qualifizierten Lehrlingen. Die Förderung der betrieblichen Berufsausbildung ist immer schon ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensphilosophie gewesen. Als Innviertler Familienunternehmen ist es Scheuch ein wichtiges Anliegen, Arbeitsplätze in der Region zu halten und Heranwachsenden eine Perspektive zu geben. „Unsere Fachkräfte von morgen sind die Lehrlinge von heute. Um einen langfristigen Unternehmenserfolg sichern zu können, ist es sehr wichtig für uns, an die Zukunft zu denken. Dazu gehört auch die Förderung von jungen Menschen, die sich mit Leidenschaft und Motivation für unser Unternehmen einsetzen“, so Manfred Kassik. Die Weiterentwicklung der persönlichen Stärken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben bei Scheuch einen sehr hohen Stellenwert. Denn nur so kann das Unternehmen langfristig erfolgreich sein und weiterhin hunderten Menschen einen Arbeitsplatz bieten.
Scheuch als Innovationsführer
Im Luft- und Umwelttechnikbereich gilt die Scheuch GmbH als eines der international führenden Technologieunternehmen. Bei dem Familienbetrieb mit Hauptsitz in Aurolzmünster/Oberösterreich arbeiten weltweit rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeden Tag an neuen Gesamtlösungen zur Reinhaltung von Luft. Rund um den Globus leisten von Scheuch entwickelte Technologien durch die Reduktion von Emissionen einen wertvollen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. „Innovationen zu entwickeln ist Teamsport. Es erfordert die Bündelung all der Erfahrung und des Wissens inner- und außerhalb des Unternehmens“, so DI Stefan Scheuch, Geschäftsführer der Scheuch GmbH. Neben den Kernindustrien Steine-Erden, Holzwerkstoff, Energie, Metall und Holz arbeitet Scheuch auch in neuen Anwendungsbereichen an Technologien für saubere Luft.



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