„Bodenständig sein und bleiben“
BAD HALL. Absolut keine Worthülsen sind „regional und nachhaltig“ für die Landwirte Christoph und Daniela Renezeder von der „Brunnhub“ in Bad Hall.

Ihnen geht es spürbar, begeisternd und aus tiefster Überzeugung um bodenständige, natürliche und heimatverbundene Landwirtschaft, wo das finanzielle Überleben auch für einen kleineren Betrieb möglich ist. Seit einem Jahr bieten sie ihre Produkte aus Stall, Garten und Küche im rural-stylischen „Brunnhuabas Hoflodn“ an. Und der Laden rennt!
Quereinsteiger
Nach Übernahme des großelterlichen Bauernhofes vor acht Jahren beschritten die bäuerlichen Quereinsteiger – er: Techniker und sie: Buchhalterin – zuerst den Weg mit Schweinezucht und -mast. Nach ein paar Jahren intensiver Arbeit mussten sie sich eingestehen, dass finanziell eigentlich nichts übrigblieb. „Dann setzten wir uns hin und entwickelten das Konzept vom Brunnhuaba Hoflodn“, erzählen Christoph und Daniela Renezeder. Viel wurde investiert im ehemaligen Stall und Garagentrakt, um moderne Kühlanlagen, Backofen und Verkaufsraum zu schaffen.
Am Puls der Zeit
Seit einem Jahr werden nur hauseigene Produkte aus dem Stall, Garten und der Backstube verkauft. Von Anfang an ging es ihnen um ihr „Strohschwein“, das im geräumigen Stall ein „schweinisch glückliches Leben“ führt – ohne Mais, nur mit hofeigenem Getreide, völlig gentechnikfrei und mit einer deutlich längeren Wachstumsphase. Beide freuen sich über die wertschätzenden Rückmeldungen der Hofladenkunden, die die hohe Qualität und das schmackhafte Fleisch loben. Ganz am Puls der Zeit nutzen sie Facebook und die eigene Website, wo im Dialekt über die saisonalen Waren informiert wird. Scrollt man sich durch die Website, so muss man schon richtig nachdenken, was „Xöchts, Bratl oder heit gibt“s Fisoingulasch“ bedeuten oder was man bekommt aus „Selchkuchl, Båckstubm, Gårtn, Speis und Kölla“. Wirklich stolz ist Daniela Renezeder auf ihr würziges Bauernbrot, das sie aus Roggenmehl und Natursauerteig und vielen Gewürzen zubereitet. Freitags gibt es sogar „Bratl, Schnitzl, g´füllte Paprika oder Sonstiges“ zum Mitnehmen.
Arbeit auch in der Nacht
„Wir wollen bodenständig sein und bleiben“, erklären Christoph und Daniela Renezeder, deshalb heben sie sich in Sprache, Angebot und Ausstattung einfach ab. Auch wenn der Hofladen nur Freitag und Samstag offen ist, beginnt die Arbeit mit Brotbacken eigentlich mitten in der Nacht. Aktuelle Diskussionen um die Arbeitszeit entlocken ihnen ein Lächeln. Der einstige Techniker und Projektleiter Christoph Renezeder sieht Bauern in der Position der zeitmäßig flexibelsten Berufsgruppe. Wetter, Saison, Anbau, Bodenpflege, Ernte und Stallarbeit bestimmen den Tag, weshalb auch so manches Wochenende durchgearbeitet wird.


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