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Bad Haller Firma mischt bei Megaprojekt in Monaco mit

Robert Hofer, 06.08.2019 12:58

BAD HALL. Das Fürstentum Monaco wird bis 2025 um ein 60.000 Quadratmeter großes Stadtviertel im Mittelmeer erweitert. Die Bad Haller Firma Agru liefert für die Ab- und Regenwasserinfrastruktur ein maßgeschneidertes Rohrsystem im XXL-Format.

Grafik: Valode & Pistre Architectes
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Direkt vor dem Grimaldi-Forum, dem begehrtesten Teil des Fürstentums, expandiert Monaco ins Mittelmeer. Die mit dem Bau beauftragte Firma errichtet in der sogenannten „Pförtnerbucht“ ein sechs Hektar großes Areal. Das zwei Milliarden Euro teure Projekt wird die Topographie für immer verändern. Nach seiner Fertigstellung im Jahr 2025 soll das „Anse du Portier Monaco“ Wohnungen, Geschäfte, Gärten und einen Yachthafen beherbergen. 

Landgewinnung durch Aufschüttung

Die ersten Schritte wurden bereits im Jahr 2016 unternommen, als geschützte Meeresarten umgesiedelt wurden, um das Küstenökosystem nicht zu beeinträchtigen. Seither werden die Fundamente mit insgesamt 600.000 Tonnen Sand aus Sizilien aufgeschüttet. Das so geschaffene Land muss den Gezeiten und seismischen Kräften standhalten. Dafür wird der neue Stadtteil mit Senkkastenwänden befestigt, die das aufgeschüttete Land wie eine gigantische Spundwand umschließen. Jeder Senkkasten wiegt ungefähr 10.000 Tonnen, wenn er mit Steinbruchmaterial gefüllt ist. Insgesamt werden 2,87 Millionen Tonnen Steinbruchmaterial per Schiff angeliefert. Nach den geplanten viereinhalb Jahren Bauzeit für die Fundamente soll die neue Küstenpromenade sechs Meter über dem Meeresspiegel liegen.

Maßgeschneidertes Rohrsystem 

In den Fundamenten befindet sich die notwendige Infrastruktur des neuen Stadtteiles. Agru aus Bad Hall liefert für die Abwasser- und Regenwasserinfrastruktur mehrere hundert Meter XXL-Rohre aus den beiden Großrohrwerken in den Vereinigten Staaten und Österreich. Zur Verbindung der Rohrisometrien stellt Agru spezielle Großflansche aus rostfreiem Stahl zur Verfügung. Die Produktion der segmentgeschweißten Großformteile erfolgt durch die Installationsfirma in Baustellennähe an Land. 

Raue Bedingungen

Aufgrund des hohen Gewichts werden die riesigen Formteile mittels Pontons auf dem Meer transportiert. Die Verlegung auf dem felsigen Meeresboden stellt besondere Ansprüche an Mensch und Material, denn die rauen Einsatzbedingungen im Salzwasser mit Meeresströmungen und steinigem Untergrund sind eine große Herausforderung. Die vorgefertigten Rohrisometrien werden mit Ballaststeinen in einem vorab ausgehobenen Graben auf den Meeresboden abgesenkt. Taucher verbinden dort mittels Flanschverbindungen die Rohrisometrien zu einem funktionstüchtigen und dauerhaft dichten Leitungssystem.


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