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BAD ISCHL. Bei einer Urabstimmung unter den Handelsangestellten in der Kaiserstadt sprachen sich die Beschäftigten mit 81,7 Prozent klar gegen Sonntagsarbeit aus.

Flanierende Menschen wird es im Ischler Zentrum trotzdem geben. Foto: Hörmandinger
Flanierende Menschen wird es im Ischler Zentrum trotzdem geben. Foto: Hörmandinger

Grund für die Befragung war ein Antrag der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Gmunden an das Land OÖ für eine Geschäftsöffnung im Zuge des Nikolo-Marktes am 8. Dezember, der heuer auf einen Sonntag fällt. Die GPA-djp OÖ setzt sich mit allen Mitteln ein, dies zu verhindern. „Die beantragte Sonntagsöffnung ist rechtswidrig. Bereits im Jahr 2013 gab es diesbezüglich eine Ministerweisung an den oberösterreichischen Landeshauptmann“, stellt Andreas Stangl, Geschäftsführer der GPA-djp OÖ, klar.

Befragung in der Kaiserstadt

Gewerkschafter waren nun in Bad Ischl unterwegs und besuchten Handelsbetriebe in der Innenstadt. Sie führten viele persönliche Gespräche mit den Beschäftigten, aber auch mit Ladenbesitzern und ließen sie abstimmen, ob sie am Sonntag arbeiten möchten oder nicht. Das Ergebnis war mehr als deutlich: 81,7 Prozent der 122 Befragten stimmten nämlich gegen die Sonntagsarbeit. „Den Handelsangestellten in der ohnehin stark belastenden Vorweihnachtszeit auch noch einen freien Sonntag zu stehlen, ist ein enormer Eingriff in die Rechte der Arbeitnehmer. Sogar viele Unternehmer, die selber im Geschäft stehen, sind der Gewerkschaft dankbar für den Einsatz zum Erhalt der Sonntagsruhe. Auch sie brauchen einen freien Tag, um sich zu erholen“, sagt Wolfgang Gerstmayer, der persönlich viele Gespräche in Bad Ischl führte.

Kein Verkaufspersonal

Das Land Oberösterreich schließt sich für 8. Dezember der Meinung der GPA-djp an und hat damit dem Drängen der Wirtschaftskammer Gmunden auf eine Sonntagsöffnung eine Absage erteilt. Somit müssen die 35 Geschäftsbetreiber, die trotzdem aufsperren, heuer ohne Verkaufspersonal auskommen. „Wir freuen uns, dass das Land eingelenkt hat“, ist Stangl stolz.

WKO über Absage sauer

Bezirksstellenleiter der WKO, Robert Oberfrank, sieht das anders und teilt mit: „Es geht nicht um eine generelle Sonntagsöffnung – unser Antrag für den 8. Dezember bezieht sich auf den Stadtkern. Es geht uns auch nicht um die Filialisten, sondern um die unternehmergeführten Familienbetriebe, die an diesen Tagen ohnehin kaum Mitarbeiter beschäftigen. Denn geht es nach den Vorstellungen der Gewerkschaft, können sich die Ischler Unternehmer ohnehin am Marktgeschehen beteiligen. Jedoch mit einem Marktstand im Freien“, sagt Oberfrank und fordert: „Es ist höchste Zeit, über zeitgemäße Regelungen in Tourismusgebieten nachzudenken. Die derzeitigen Bestimmungen entsprechen nicht mehr den Bedürfnissen der Urlaubsgäste und gehören schon lange geregelt.“

Stadtchef hält sich ruhig

Bad Ischls Bürgermeister Hannes Heide verhält sich ruhig und lässt wissen: „Die Entscheidung ist gefallen. Es hat keinen Sinn, verschütteter Milch nachzujammern.“


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