Karl Schmalzer: „Qualität wird sich immer durchsetzen"
BAD LEONFELDEN. Flexibilität ist während der Corona-Krise für Unternehmen eine Frage des Überlebens. Das Spa Hotel Bründl beherbergte daher 74 Soldaten des Bundesheeres, die in der Region zur Grenzsicherung eingesetzt waren. Für Hoteldirektor Karl Schmalzer ein weiterer Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken.

„Als Systemversorger durften wir während des Lockdowns die Soldaten sowohl beherbergen, als auch verköstigen“, sagt Schmalzer, der weiter erklärt: „Durch unsere geografisch günstige Lage mitten im Mühlviertel und die Nähe zur Grenze erhielten wir den Zuschlag vom Oberösterreichischen Militärkommando. Die Soldaten haben sich während des gesamten Aufenthaltes vorbildlich, freundlich und unkompliziert verhalten.“ Durch die Beherbergung der Soldaten konnten auch wichtige Erfahrungen für den Start des regulären Beherbergungsbetriebes gewonnen werden, wie Schmalzer erzählt: „Wir konnten die durch die Corona-Maßnahmen notwendigen Hygienevorschriften oder Abstandsvorschriften quasi in der Praxis testen. Auch wenn Hotelgäste sicher andere Vorstellungen als Soldaten haben, können wir davon nur profitieren.“ Wenn das Haus am 29. Mai seine Türen für Gäste öffnet, werden Schmalzer und sein Team versuchen, den Gästen ein Urlaubsgefühl zu vermitteln, dass sich nicht viel von der Zeit vor Corona unterscheiden soll. „Wir haben Respekt vor dem Virus, Angst ist aber nicht notwendig“, erklärt Schmalzer, der bei der notwendigen Prävention auf seine Mitarbeiter zählt: „Es ist wichtig, dass jeder von uns die notwendigen Schritte wirklich lebt. Und ich glaube, das wird uns gelingen.“
Wertschätzung sollte wieder wichtiger werden
Als Hotelfachmann mit langjähriger Erfahrung macht sich Schmalzer naturgemäß auch Gedanken, wie es mit der Hotellerie, der Gastronomie und dem Tourismus weitergehen wird. „Qualität wird sich immer durchsetzen, auch im Tourismus. Ich hoffe aber, dass wir alle aus der Krise lernen werden“, erklärt der Hoteldirektor, dem letzterer Punkt besonders am Herzen liegt: „Ich hoffe, dass mit der „Geiz ist geil-Philosophie“ in vielen Bereichen Schluss ist. Das gilt für die Dumpingpreise bei Lebensmitteln ebenso wie für den Dienstleistungssektor. Uns muss die Arbeit des Menschen endlich wieder etwas wert sein. Und das hat nicht unbedingt nur etwas mit Geld zu tun – sondern auch mit Wertschätzung.“ Dass dies keine leeren Worte sind, zeigte sich während des Lockdowns. Keiner der 55 Mitarbeiter des Hotels wurde während des Höhepunkts der Krise entlassen. Mithilfe des Kurzarbeitmodells behielten alle Angestellten ihre Arbeit. Und jetzt setzt man im Spa Hotel Bründl ein weiteres Zeichen. Schmalzer: „Am 2. Juli beginnt eine junge Dame die Lehre als Restaurantfachfrau. Gerade jetzt ist es wichtig, jungen Menschen eine Chance zu geben und ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen.“


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