Als Fachärztin für Händchenhalten und schräge Töne sammelt CliniClown Barbara Fabian Lächeln
BAD ZELL. „Ich sammle Lächeln“ beschreibt Barbara „Lara“ Fabian alias Dr. Leni Larifari aus Bad Zell ihre Arbeit als CliniClown. Die 42-jährige Fachärztin für Händchenhalten und schräge Töne geht regelmäßig auf einer Palliativ- und einer Akut-Geriatrie-Station auf Visite.

Mehrere Röcke übereinander, ein an der Taille abgeschnittener Arztkittel mit CliniClown-Logo am Rücken, gepunktete Strümpfe, ein paar lustige Haarspangerl und selbstverständlich eine rote Clownnase – so sieht die Arbeitskleidung von Dr. Leni Larifari aus, wenn sie Patienten auf der Palliativstation im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern oder auf der Akut-Geriatrie und Remobilisation im Kepler Universitätsklinikum in Linz besucht. „Manchmal trage ich auch ein altes, hässliches blaues Kleid aus den 80ern“, ist Lara Fabian als CliniClown wenig eitel.
Kindergartenpädagogin im Brotberuf
Im Brotberuf arbeitet Lara Fabian als Kindergartenpädagogin in Bad Zell. Bei den CliniClowns ist sie seit 2001 im Einsatz. „Ich habe mich schon immer für Theater interessiert und bin bei einem Clowntheater-Workshop mit Hubertus Zorell, dem künstlerischen Leiter der CliniClowns, ins Gespräch gekommen. Er meinte, ich solle mich für die CliniClowns bewerben, was ich dann auch gemacht habe“, bekam Fabian als eine von wenigen unter vielen Dutzend Bewerbern eine Zusage.
Dr. Hollero und Dr. Salmonelli kommen mit
„Zuerst habe ich viele Jahre lang Kinder im Krankenhaus besucht, aber seit 13 Jahren gehe ich als CliniClown zu Erwachsenen“, ist Dr. Leni Larifari drei- bis fünfmal im Monat im Einsatz, um bei „ihren“ Patienten Lächeln zu sammeln. Stets an ihrer Seite ist einer von ihren beiden CliniClown-Partnern, entweder Dr. Hollero oder Dr. Salmonelli.
Doktorin für Humor
„Wenn wir auf Visite gehen, ist der Schwestern-Stützpunkt die erste Anlaufstelle. Dort besprechen wir, wie die allgemeine Lage bei den Patienten ist. Wenn wir in die Zimmer kommen, müssen wir erst einmal abtasten und hineinfühlen, wie die Stimmung ist und improvisieren dann. Unsere Verkleidung ist dabei wie ein Schutz, so fällt uns der Zugang zu den Patienten leichter“, erzählt die 42-jährige Doktorin für Humor, die Wert auf die Feststellung legt, dass CliniClowns keine komischen Zirkus-Clowns sind, die Slapstick-Einlagen zum Besten geben.
„Singen alte Hadern“
„Manche Patienten sind anfangs irritiert und einige glauben, wir würden Spenden sammeln. Dann sage ich immer, dass wir nur Lächeln sammeln. Am Ende schaffen wir es tatsächlich in den meisten Fällen, dass die Patienten sich über unseren Besuch freuen und wir bekommen auch viele schöne Rückmeldungen. Gerade auf der Palliativstation geht es nicht so sehr ums Späße machen, sondern vielmehr darum, dass ich als Dr. Leni Larifari unbedarft reinkomme und eben nicht über das Kranksein rede. Ich und meine Partner singen dann zum Beispiel alte Schlager und Hadern, so können sich viele Patienten für ein Weilchen ablenken und entspannen“, sagt Lara Fabian.
Schicksale der Patienten gehen zu Herzen
Mit in ihrer kleinen gelben Tasche hat sie neben Luftballonherzen auch ein kleines Daumenklavier. „Da spiele ich darauf und summe dazu, wenn ein Patient gar nicht mehr ansprechbar ist.“ Auch nach so vielen Jahren als CliniClown berühren Lara Fabian die Geschichten der Patienten, zu denen sie auf Visite kommt.
„Ich musste lernen, mir nicht alles, was ich als CliniClown sehe und erlebe, mit heimzunehmen. Wenn ich mein Kostüm ausziehe, lege ich meine Rolle und alles Belastende wieder ab. Nach den Visiten nehme ich mir mit meinem jeweiligen CliniClown-Partner Zeit, um zu reden und zu reflektieren. Das ist ganz wichtig“, erzählt Fabian, die für ihren Job als CliniClown eine Aufwandsentschädigung bekommt.
„Ich bin sehr stolz, als CliniClownin zu arbeiten“
Zweimal im Jahr gehen die CliniClowns in Klausur, es werden zudem verschiedene Team- und Spezialtrainings angeboten. „Ich bin sehr stolz, dass ich als CliniClown arbeiten darf“, möchte Lara Fabian gerne noch länger als Dr. Leni Larifari ihren Patienten Händchen halten und gemeinsam bereichernde Begegnungen kreieren.


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