Lebensquell Bad Zell: Weniger Gäste, Seminare abgesagt, aber Betrieb bleibt aufrecht
BAD ZELL. Während die „großen“ Thermen in Oberösterreich vorübergehend wegen der Corona-Schutzmaßnahmen ihre Pforten schließen, bleibt das Lebensquell Bad Zell bis auf weiteres geöffnet. Sowohl die Zahl der Hotelgäste als auch der Eintritte von Tages- und Hausgästen in die Sauna- und Wasseroase rechtfertigen dies.

„Wir können es stündlich auswerten: Die Zutritte der vergangenen Tage zeigen einen deutlichen Rückgang von Tages- und Hotelgästen“, sagt Franz Schinnerl, Leiter des Radonarium und Prokurist des Lebensquell Bad Zell. Mehr als 80, 90 Gäste würden sich nicht zur gleichen Zeit in diesen Bereichen aufhalten - was noch unterhalb der von der Regierung verordneten „Verbotsgrenze“ für Menschenansammlungen in Innenräumen ab 100 Personen liegt.
Drei Wochen seminarlos
Außergewöhnlich ist, dass das bei Seminarveranstaltern und Betrieben sehr beliebte Hotel Lebensquell ab Donnerstag drei Wochen keinerlei Seminare auf dem Terminkalender stehen hat. „Das ist nicht normal und sicher auf Corona zurückzuführen“, sagt Schinnerl. Im Hotelbereich habe das Lebensquell für März und April bisher gut 50 Stornierungen verzeichnen müssen.
Täglich Krisensitzungen
Die Führungskräfte des Lebensquell treffen dieser Tage quasi täglich zu Krisensitzungen zusammen. Es gilt, sowohl die Vorgehensweise für das Personal als auch den Umgang mit den Gästen zu regeln. „Unsere Mitarbeiter wollen klarerweise wissen, wie es nächste Woche weitergeht, wenn die Kinder von den Schulen zu Hause bleiben sollen. Da werden wir Kompromisse finden müssen“, sagt Franz Schinnerl.
Keine Selbstbedienung am Buffet
Um auch die Gäste bestmöglich vor möglichen Ansteckungen zu schützen, gibt es spezielle Handlungsanweisungen. Am Frühstücksbuffet gibt es zum Beispiel keine Selbstbedienung für die Gäste mehr. Lebensquell-Mitarbeiter legen die gewünschten Speisen auf die Teller. „So müssen nicht alle Gäste ein und dasselbe Besteck am Buffet berühren. Mit unserer leitenden Kurärztin Dr. Maria Holzmann haben wir zum Glück eine Hygiene-Spezialistin, die perfekt agiert, um alle möglichst gut zu schützen“, betont Schinnerl. „Wir haben aber auch zum Glück noch keinen Worst Case, so wie zum Beispiel ein Kurhotel in Bad Gastein, das nach einem bestätigten Corona-Fall 14 Tage zusperren muss.“
Urlaubs-Rückkehrer 14 Tage daheim
Um möglichst alle Eventualitäten einer Ansteckung auszuschließen, müssen seit dem Beginn der dramatischen Corona-Welle in Italien alle Urlaubs-Rückkehrer unter den Mitarbeitern noch 14 Tage zu Hause bleiben, bevor sie ihren Dienst wieder antreten - egal, in welcher Weltgegend sie ihren Urlaub verbracht haben.


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