Initiative gegen Waldvernichtung – Bürger formieren sich auf Plattform
BEZIRK BRAUNAU. Ihrem Ärger über die immer kleiner werdenden Wälder in und um Braunau will eine Gruppe von Bürgern durch eine neu gegründete Initiative Gehör verschaffen. Auf einer Homepage machen sie ihren Unmut über die vielen Rodungen publik.

Acht besorgte Braunauer Bürger haben im April eine Initiative gegen Waldvernichtung ins Leben gerufen. Auf ihrer Homepage wald-vernichtung-braunau.at wollen sie ihrem Unverständnis über die großflächigen Rodungen und Schlägerungen Gehör verschaffen und suchen nach Gleichgesinnten, die sich aktiv beteiligen. Jemanden beleidigen oder gar Hetzkampagnen starten will die Gruppe auf keinen Fall.“Aus unserer Sicht gibt es gerade rund um die Au und im Ranshofener Industriegebiet an der B156 bei der AMAG unbegreifliche Schlägerungen, die über das gesunde Maß hinaus gehen. Die fehlenden Bäume sorgen für enorme Lärmbelästigung der Anwohner durch den Verkehr. Auch unsere Naherholungsgebiete leiden sehr darunter“, meint Hermann Würflingsdobler von der Initiative gegen Waldvernichtung. 36.000 Hektar Wald gibt es derzeit im Bezirk Braunau, wie der Leiter der Forstabteilung der Braunauer Bezirkshauptmannschaft, Peter Kölblinger, auf Anfrage erklärt.
Situation des Wirtschaftswaldes in Braunau
Die neue Initiative begrüße er grundsätzlich, er betont gleichzeitig aber auch die Situation des Wirtschaftswaldes im Bezirk Braunau, der schließlich auch bewirtschaftet werden soll und muss. Kölblinger erklärt zudem, dass überall, wo beispielsweise Betriebe Bäume fällen, auch immer andernorts wieder neue Flächen aufgeforstet werden müssten. Die neue Initiative gegen Waldvernichtung lässt dieses Argument aber nur bedingt gelten, da dies aus ihrer Sicht vorwiegend außerhalb des Stadtgebiets von Braunau passiere und es auch wieder 50–60 Jahre dauern würde, bis die neuen Bäume den gleichen Lärmschutz bieten und die gleiche Menge an Sauerstoff produzieren könnten. Kölblinger habe bei den Rodungsflächen aber ein sehr reines Gewissen. „Wir müssen natürlich auf den Wald achten und nicht nur roden. Wenn jemand aber Wald bewirtschaftet, darf er als Grundbesitzer auch etwas damit machen, solange es im Einklang mit dem Forstgesetz steht“, meint Kölblinger.
Initiative will Erklärungen und Vermeidung für die Zukunft
Die Initiative stört sich auch an den Argumenten des Eschensterbens, des starken Schneedrucks und des massiven Borkenkäferbefalls. Aus ihrer Sicht werden grundlos auch viele weitere Baumarten abgeholzt und kaputte Bäume häufig für lange Zeit liegen gelassen, was die Borkenkäferpopulation begünstigen würde. „Man hat auch den Eindruck, dass keine Fachleute diese Rodungen durchführen und häufig einfach unkontrolliert und aus wirtschaftlicher Sicht geschlägert wird“, beklagt Irmgard Oberndorfer. Die Initiative fordert jetzt vor allem Erklärungen und eine Vermeidung der Waldvernichtung für die Zukunft. „Wir wissen, dass das Ganze kein Wirtshausthema ist, aber wir wollen die Menschen für das Thema sensibilisieren“, meint Hermann Würflingsdobler.


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