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Nach drohender Abschiebung von Schülern: HTL-Lehrer verfassen offenen Brief

Sabrina Reiter, 20.05.2019 13:10

BRAUNAU. Nach der drohenden Abschiebung zweier Schüler aus Afghanistan verfassten zwei Lehrerinnen der HTL Braunau einen offenen Brief. Sie fordern darin unter anderem einen menschenwürdigen Umgang mit Asyl und Integration.

Foto: Reiter
Foto: Reiter

Nach dem Verlust zweier Schüler aufgrund drohender Abschiebungen nach Afghanistan, ein vermeintlich „sicheres Herkunftsland“, im aktuellen Schuljahr zeigten sich zahlreiche Schüler und Lehrer der HTL Braunau von der aktuellen Praxis in Asylverfahren bestürzt. Sie unterschrieben einen von Evelyn Bernadette Mayr und Eva Mitterdorfer, Lehrerinnen für Deutsch an der HTL, verfassten offenen Brief.

Positive Erfahrungen aufzeigen

„An erster Stelle ist es unser Anliegen, die zahlreichen positiven Erfahrungen mit unseren neuen Mitbürgern aufzuzeigen. Vor allem geht es uns um einen differenzierten Blick hinsichtlich des Verhaltens, der Schadlosigkeit, des täglichen Engagements und der Leistungsbereitschaft der Betroffenen an unserem Institut“, schreiben sie darin. Die beiden Afghanen hätten Freude am Lernen und einen großen Integrationswillen gezeigt. Sie seien eine große Bereicherung für die Klassengemeinschaft gewesen. Die Abschiebung wirke sich nun verstörend auf die Schüler aus.

Forderung nach Miteinbeziehung

Zudem zeigen sich die Lehrer enttäuscht: „Wir sind davon ausgegangen, dass unsere mühevolle Bildungs- und Integrationsarbeit, die wir in die Zukunft der nachkommenden Generationen investieren, gewürdigt wird und halten es für sinnvoll, dass unsere Einschätzungen und das Engagement unserer Schüler in die laufenden Verfahren miteinbezogen werden.“

Verantwortunglos und ökonomisch sinnnlos

Auch sei es für sie verantwortungslos und ökonomisch sinnlos, intelligente junge Menschen, die ihren Weg in unserem Schulsystem, aber auch in die Wirtschaft als Lehrling in Mangelberufen bereits vorbildhaft gemeistert haben, des Landes zu verweisen. „In diesem Sinne appellieren wir für ein fortgesetztes Inkrafttreten des humanitären Bleiberechts und für einen menschenwürdigen Umgang in Zusammenhang mit Asyl und Integration in Österreich.“


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