Bürgermeister des Bezirks: „Wir stehen hinter Wojak“

Sabrina Reiter Sabrina Reiter, Tips Redaktion, 14.08.2019 09:43 Uhr

BEZIRK BRAUNAU. Die Bürgermeister des Bezirks kamen am Dienstagabend zu einem zwanglosen Bürgermeistertreffen zusammen. Es ging um das Abberufungsverfahren gegen den bisherigen Bezirkshauptmann Georg Wojak. Die Bürgermeister hatten die Gelegenheit, ihm persönlich Fragen zu stellen und waren sich schlussendlich einig, dass sie geschlossen hinter ihm stehen.

Bürgermeistersprecher Franz Zehentner, selbst Bürgermeister in Kirchberg, lud am Dienstagabend zu einem zwanglosen Bürgermeistertreffen ein. Neben 41 der insgesamt 46 Bürgermeister des Bezirk - fünf waren wegen Urlaub oder einem unterschiebbaren Termin entschuldigt - kamen auch einige Altbürgermeister und Vizebürgermeister sowie die Franz Xaver Gruber Gemeinschaft aus Hochburg-Ach zum Treffen. Natürlich durfte auch der bisherige Bezirkshauptmann Georg Wojak nicht fehlen, der als Privatperson daran teilnahm. „Die Anwesenden konnten ihm Fragen zu den derzeitigen Vorwürfen stellen und er konnte erstmals den Bürgermeistern die Sache aus seiner Sicht schildern. Das war das Ziel der Veranstaltung“, erklärt Zehentner.

Gespräche und Diskussion

Nachdem sich Wojak wieder verabschiedet hatte, konnten die Bürgermeister noch über die Sache diskutieren. „Dies verlief sehr sachlich und ohne Emotionen, so wie ich mir das vorgestellt habe“, erklärt Zehentner und ergänzt: „Schlussendlich waren wir uns einig: Wir stehen alle hinter Wojak.“ Immerhin habe man elf Jahre sehr gut mit ihm zusammengearbeitet. Warum er nach dieser Zeit plötzlich nicht mehr für die Leitung der Bezirkshauptmannschaft geeignet sei, sei für viele unverständlich, erklärt Zehentner, vor allem weil Wojak erst im letzten Jahr für weitere fünf Jahre bestellt wurde.

Sache schnell klären

Ebenso wie die Bürgermeister wünscht sich auch Wojak eine rasche Aufklärung, wie er bei dem Treffen betonte. „Wir wollen uns nicht als Demonstranten oder Querulanten hinstellen, wir möchten einfach nur, dass Georg Wojak fair behandelt wird. Die strafrechtlichen Dinge muss ohnehin die Staatsanwaltschaft prüfen“, sagt Zehentner.

Sozial eingestellter Mensch

Zehentner habe Wojak als sehr sozial eingestellten Menschen kennengelernt. Trotz der Vorfälle habe er kein einziges böses Wort über auch nur einen seinen Mitarbeiter verloren, sondern seine Belegschaft ausführlich gelobt. „Das ist menschliche Größe“, meint Zehentner. Wojak wird ja unter anderem mangelnde Führungsqualität vorgeworfen. Angeblich hätten sich die Beschwerden in letzter Zeit gehäuft. Auch mehrere Fälle von möglichem Amtsmissbrauch stehen im Raum. Für Wojak gilt die Unschuldsvermutung. Derzeit beschäftigt sich eine Komission des Landes Oberösterreich mit der Prüfung des Falls.

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Kommentare

  1. Andreas Maislinger
    Andreas Maislinger14.08.2019 17:52 Uhr

    "Friedensbezirk" Braunau erinnert an "Friedensstaat" DDR - Auch in der DDR haben sich die Kommunisten als "Friedensstaat" definiert. Darauf habe ich ohne Erfolg versucht, Georg Wojak anzusprechen. Aber wie in einer Einparteienherrschaft war bei ihm kein Meinungsaustausch erlaubt. Es musste alles so geschehen, wie von ihm angeordnet. Der Friedensbezirk wurde nicht in einer Versammlung der 46 BürgermeisterInnen gemeinsam beschlossen, sondern durch die Aufstellung der Tafeln an den Grenzen des politischen Bezirks Braunau am Inn von ihm als Bezirkshauptmann dekretiert. Immer wieder wurde seit 2008 über die von Georg Wojak initiierten Friedenssymbole berichtet und der Bezirkshauptmann hat auch immer wieder behauptet, dass dadurch das Hitler-Image beseitigt worden wäre. Leider ist jedoch geradezu das Gegenteil der Fall! Die Stigmatisierung der Stadt Braunau am Inn hat weltweit sogar noch zugenommen. Dafür kann ich auf Wunsch eine Reihe von Belegen liefern. Der von Georg Wojak ausgerufene Friedensbezirk Braunau kann weltweit gegen das Hitler-Image auch keine Wirkung erzielen, weil es nicht einmal eine englische Übersetzung dafür gibt. Von Französisch, Russisch, Spanisch und anderen Weltsprachen gar nicht zu reden. Die Wirkung seines von oben dekretierten Projektes war immer auf seinen Bezirk und einige Nachbargemeinden beschränkt. Seine Aussage "Der Hitler hat hier maximal seine Windeln gefüllt" vom September 2012 hat jedoch seither auch überregional Aufsehen erregt und zum Negativimage der Stadt Braunau am Inn beigetragen. Der Bezirkshauptmann wurde wegen seines unüberlegten Sagers immer wieder als "unsensibel" bezeichnet.

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