Mehr Knochenbrüche bei älteren Patienten während des Lockdowns
BRAUNAU. Eine Studie im Krankenhaus Braunau zeigt: Während des Corona-Lockdowns kam es bei älteren Patienten zu mehr Verletzungen, besonders zu Frakturen an Oberschenkeln, Wirbelkörpern und Oberarmen.

Primar Jürgen Barth, der Leiter der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie am Krankenhaus Braunau, untersuchte in einer Studie die Verletzungen von älteren Patienten während des Corona-Lockdowns. Dabei kam er zu einem eindeutigen Ergebnis: Die Zahl der Patienten ab 65 Jahren mit alterstypischen Verletzungen steigerte sich im Vergleich zum Vorjahr um nahezu 40 Prozent.
Besonders häufig traten Frakturen an Oberschenkeln, Wirbelkörpern und Oberarmen auf. Während letztes Jahr im untersuchten Zeitraum 33 Patienten mit diesen alterstypischen Verletzungen ins Krankenhaus kamen, waren es dieses Jahr 51 Fälle.
Deutliche Zunahme der Fälle
„Gerade in der Altersgruppe der 65- bis 80-Jährigen gab es eine deutliche Zunahme der Fälle“, berichtet Primar Barth. „Das sind vor allem jene Personen, die noch zuhause und nicht in Pflegeheimen betreut werden. Zuhause fiel dann während des Corona-Lockdowns oft die Pflegekraft aus, weil sie nicht mehr anreisen konnte. Und auch die Betreuung durch Familienmitglieder war nicht mehr so gegeben wie vorher, weil den Angehörigen ja empfohlen wurde, den Kontakt zu ihren älteren Verwandten zu vermeiden. Dadurch waren die älteren Personen viel mehr auf sich selbst angewiesen und das Resultat waren mehr Unfälle als sonst in diesem Zeitraum.“
Barth führte seine Untersuchung von 16. März bis Ende Mai, also vom Anfang bis zum Ende des Lockdowns, am Krankenhaus durch. Es handelt sich dabei um seine Abschlussarbeit für ein Geriatrie-Diplom.


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