„Ein Gockel namens Walter“ als neue grenzüberschreitende Sehenswürdigkeit

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Alexander Kobler Tips Redaktion Alexander Kobler, 24.06.2022 16:10 Uhr

BRAUNAU. Die Grenzregion Braunau/Simbach ist um eine neue Attraktion reicher. Eine Bronzeskulptur mit dem Namen „Ein Gockel namens Walter“ schmückt nun die Innbrücke, die die beiden Grenzstädte miteinander verbindet. Die Geschichte, die hinter dem Hahn steckt, reicht über 100 Jahre zurück und wurde nun als Zeichen des Miteinanders zu neuem Leben erweckt.

Vorangebtrieben wurde das Projekt rund um die Gockel-Figur und die dazugehörige Gedenktafel vom Kulturverein Danica Austria unter der Federführung von Zoran Šijakovic. Sie soll eine neue Sehenswürdigkeit für die Region darstellen. „Sie steht für Kunst und Kultur für alle und soll Freiheit und Verbundenheit symbolisieren“, erklärte Šijakovic in seiner Rede im Rahmen des Festakts zur Enthüllung.

Ursprung im 1. Weltkrieg

Die Geschichte, die hinter dem Gockel steckt geht auf das Jahr 1918 zurück, als ein deutscher Soldat auf der alten Brücke vom Krieg zurückkehrte und dabei einen serbischen Hahn mit sich führte. Weil es nicht erlaubt war ein lebendes Tier über die Grenze mitzubringen, wurde durch einen deutschen Grenzbeamten angeordnet, dem Hahn an Ort und Stelle den Kopf abzuschlagen.

Diese Geschichte, die damals die Titelseite einer Wiener Zeitung schmückte, erweckte der beliebte und umtriebige Fotograf der Passauer Neuen Presse, Walter Geiring, genau 100 Jahre später 2018 zu neuem Leben. Fortan reifte bei Šijakovic und Geiring die Idee, die Geschichte mit einer Skulptur greifbar zu machen. Geiring verstarb aber nur zwei Jahre später ganz plötzlich im Alter von nur 55 Jahren. Zu seinen Ehren trägt die Bronzeskulptur nun den Namen „Walter“.

Künstlerin Christine Perseis

Künstlerisch gestaltet und umgetzt wurde die Skulptur von der Künstlerin Christine Perseis, deren Werke bereits mehrfach ausgezeichnet wurden. In rund eineinhalb Monaten Arbeit war der erste Entwurf von Walter fertig, mit der Fertigung in der Gießerei vergingen insgesamt rund vier Monate bis der Hahn fertiggestellt war. Eine Miniaturskulptur befindet sich auch im Bezirksmuseum in der Herzogsburg. Beim großen Festakt rund um die Enthüllung waren zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Kultur mit dabei, wie beispielsweise der Vorsitzende des Instituts der Regionen Europas Franz Schausberger oder die Europa-Abgeordnete Angelika Winzig. Schausberger bezeichnete Šijakovic in seiner Rede als „Vater der Gockelhahns“, der damit ein Herzensprojekt umsetzen konnte. „Der Hahn soll an der Grenze ein Symbol des friedlichen, grenzüberschreitenden Miteinanders sein“, so Schausberger weiter. Simbachs 2. Bürgermeister Bernhard Großwieser lobte in seiner Ansprache den verstorbenen Geiring für seinen besonderen Blick für kleine Anekdoten: „Die Geschichte mit dem Gockelhahn ist einfach typisch für Walter, das er so etwas wieder ans Licht gebracht hat.“

Eigens für den Festakt hatte Zither-Virtuose Wilfried Scharf ein eigenes Stück über den Hahn in mehreren Stilrichtungen komponiert und zusammen mit seinem Ensemble präsentiert. Die Miniaturskulptur soll nun in Zukunft in verschiedene Städte reisen. „Den Anfang wird Bremen machen“, so Šijakovic. Der große Bruder auf der Innbrücke soll künftig auch ein beliebtes Selfie-Motiv für Touristen werden.

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