Neuer Gedenkstein am Soldatenfriedhof Braunau feierlich enthüllt
BRAUNAU. Ein neues Zeichen des Gedenkens und der Völkerverständigung wurde am Soldatenfriedhof Braunau-Haselbach gesetzt. Im Beisein zahlreicher Ehrengäste, darunter die ehemaligen Landeshauptleute Josef Pühringer und Franz Schausberger, wurde dort ein neuer Gedenkstein feierlich enthüllt. Er erinnert an die Opfer des Ersten Weltkriegs und soll zugleich eine Friedensbotschaft in die Welt tragen.

Ins Leben gerufen wurde die Initiative bereits 2015 vom Braunauer Künstler Zoran Šijaković und seinem Kulturverein Danica-Austria. Ziel war es, eine Friedensbotschaft aus dem Bezirk Braunau in die Welt zu senden.
Über den Soldatenfriedhof in Braunau
Der Friedhof wurde 1915 für die Todesopfer des Internierungslagers Braunau-Haselbach errichtet. Rund 1.500 Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, darunter Russen, Italiener, Österreicher, Serben und Ungarn, fanden dort während des Ersten Weltkriegs ihre letzte Ruhestätte. Heute ist der Friedhof das einzige sichtbare Denkmal, das an die verstorbenen Insassen des Lagers erinnert.
Der neue Gedenkstein wurde als Säule mit Relief gestaltet. Die künstlerische Ausführung übernahm der Braunauer Steinmetz Jeremia Bruckbauer nach einer Zeichnung von Hermann Ortner. Das Motiv zeigt einen Lagerinsassen mit einem Musikinstrument statt einer Waffe. Damit soll auch an die zahlreichen Künstler unter den Lagerinsassen erinnert werden. Besonderes Augenmerk gilt zudem den serbischen Soldaten und Zivilisten, die bislang kein eigenes Denkmal erhalten hatten.
Geschichte digital zugänglich
Ein weiterer Bestandteil des Projekts ist ein QR-Code am Gedenkstein. Dieser ermöglicht den Besuchern einen digitalen Zugang zur Geschichte des Friedhofs und des ehemaligen Internierungslagers. Damit soll insbesondere jungen Menschen die Geschichte des Erinnerungsortes nähergebracht werden. „Trotz langer Umsetzungszeit und Schwierigkeiten, die das Projekt mit sich brachte, sind wir froh, den Braunauern ein neues Kunstwerk schenken zu können“, betonte Initiator Zoran Šijaković.








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