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Braunauer Finanzexperten verraten, was Häuslbauer 2024 erwartet

Michelle Baumann, 11.04.2024 11:17

BEZIRK BRAUNAU. Viele junge Häuslbauer können sich nicht nur wegen der hohen Zinsen und Baupreise den Traum vom Eigenheim nicht mehr erfüllen, auch die Kreditimmobilienmaßnahmen-Verordnung erschwert es ihnen, einen Kredit aufzunehmen. Tips spricht mit Josef Knauseder, Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Braunau, Thomas Berer, Filialleiter der Volksbank Braunau, und Sebastian Zechmeister, Filialleiter der Sparkasse Braunau.

Laut aktueller Einschätzung von Raiffeisen Research sollte die Europäische Zentralbank heuer im Juni mit den ersten Zinssenkungen beginnen. (Foto: stock.adobe.com/gopixa)
Laut aktueller Einschätzung von Raiffeisen Research sollte die Europäische Zentralbank heuer im Juni mit den ersten Zinssenkungen beginnen. (Foto: stock.adobe.com/gopixa)

Die Folgen der Kreditimmobilienmaßnahmen-Verordnung für den privaten Wohnbau waren gravierend. Der Rückgang bei Wohnbaufinanzierungen war deutlich merkbar.

„Bedingt durch rasch steigende Zinsen, einem deutlichen Anstieg der (Bau-)Preise und mit einer neuen gesetzlichen Regulierung – der Kreditimmobilienmaßnahmen-Verordnung (KIM-V) im August 2022 – brach die Anfrage von Wohnungsfinanzierungen im Jahr 2023 um circa 70 Prozent ein. Für das Jahr 2024 spüren wir wieder mehr Anfrage. Vor allem die Förderungen für Heizungstausch und Sanierungsmaßnahmen sind von großem Interesse. Für mich ganz klar: Die KIM-Verordnung war in dem beschriebenen Umfeld (Zinsanstieg, Preisanstieg) nicht nötig und gehört ehestmöglich abgeschafft. Es ist sowieso im Interesse des Kunden und der Bank für eine möglichst sorgenfreie Finanzierung des Wohntraumes zu sorgen. Wenn die Rahmenbedingungen nicht rasch geändert werden, wird es vermehrt zu einer Verknappung von leistbaren Wohnungen kommen und die Mieten werden deutlich steigen“, so Josef Knauseder.

Thomas Berer berichtete hingegen, die hohe Inflation, der damit verbundene Zinsanstieg, die Entwicklung des Baukostenindex und der Baupreise seien wesentlich ausschlaggebender für den Rückgang des Baus von Einfamilienhäusern als die KIM-Verordnung. Per 1. Juli 2024 sollen dennoch Erleichterungen zur KIM-Verordnung in Kraft treten.

Fördersumme für Private

„Seit 1. April 2024 fällt für Käufe von Immobilien bis 500.000 Euro, die als Hauptwohnsitz genutzt werden, keine Eintragungsgebühr für die Einverleibung von Eigentums- und Pfandrechten an. Das Zweckzuschussgesetz soll den Bundesländern ermöglichen, günstige Kredite für den Bau und Kauf von Wohnimmobilien vergeben zu können. Geplant ist eine maximale Kreditsumme von 200.000 Euro mit einem Zinssatz von 1,5 Prozent pro Jahr“, sagt Berer. Knauseder erwartet hierzu sehr positive Impulse für den Wohnungsmarkt.

Was passiert mit den Zinsen?

Ob es mit dem Rückgang der Inflationsrate zu Zinssenkungen kommen wird, weiß niemand so genau. Manche Experten gehen davon aus. Wie sich das Jahr und die geopolitische Lage entwickeln werden, ist unklar.

„Mit dem Rückgang der Inflationsraten entsteht für die Europäische Zentralbank (EZB) Spielraum für Zinssenkungen. Laut aktueller Einschätzung von Raiffeisen Research sollte die EZB heuer im Juni mit den ersten Senkungen beginnen. Bis zum Jahr 2025 wird mit deutlichen Reduzierungen gerechnet. Die EZB steuert nach Inflationsausblick. Dabei bleiben auch geopolitische Risiken und zahlreiche andere Faktoren relevant“, berichtet Knauseder.

Sebastian Zechmeister könne für die Zinssenkungen im Wohnbau keinen konkreten Zeitpunkt nennen. „EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat schon einen Kurswechsel für die geldpolitischeSitzung am 6. Juni 2024 angedeutet. Wie sich diese Entwicklung fortsetzt, bleibt also abzuwarten. Für eine etwaige Veränderung des Zinsumfeldes sind wir als Bank jedoch gut vorbereitet“, so Zechmeister.


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