20 zu vier - Gemeinderat beschließt Fusion und ebnet gemeinsamen Weg
BRUCK-WAASEN. Nun ist es fix: ab 1. Jänner 2018 sind Bruck-Waasen und Peuerbach eine Stadtgemeinde. Was die Bürger am 6. November bereits mit knapper Mehrheit entschieden haben, bestätigte nun auch der Bruck-Waasener Gemeinderat mit der nötigen Zwei-Drittel-Mehrheit. Eine kürzlich gegründete Bürgerinitiative wollte noch Antworten auf offene Fragen, bevor dieser Beschluss gefasst werden sollte. Dieser Wunsch erfüllte sich nicht. Dennoch will man nun Weihnachtsfriede herrschen lassen.

14. Dezember, 20 Uhr. Der Sitzungssaal des Gemeinderates in Bruck-Waasen war noch nie so voll wie an diesem Tag. Zahlreiche interessierte Bürger wollten die Abstimmung des Gemeinderates zur Gemeindefusion hautnah miterleben. Und sie erlebten ein eindeutiges Ergebnis. Von den 24 anwesenden Gemeinderäten stimmten 20 für die Auflösung des Gemeinderates und somit für die Fusion mit Peuerbach. Vier Gemeinderäte, die im Rahmen der Sitzung zwar klarstellten, dass sie die demokratische Mehrheit respektieren, dennoch aber gerne vor der endgültigen Beschlussfassung die offenen Fragen geklärt hätten, enthielten sich der Stimme. Die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit wurde also erreicht. Die Gemeinden Peuerbach und Bruck-Waasen werden zukünftig als eine Stadtgemeinde fungieren.
Ergebnis akzeptiert
„Wir werden dieses Ergebnis akzeptieren, das ist klar“, heißt es von Seiten der Bürgerinitiative, die im Vorfeld 424 Unterstützungsunterschriften in der Gemeinde sammelten. Diese müssen noch in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen behandelt werden. Dennoch ist für die Bürgerinitiative klar: „Uns wurde angeboten, nachdem das Ergebnis feststeht, mitzuarbeiten. Das werden wir auch in Anspruch nehmen“, so die Initiatoren. Denn, man will nun den Weihnachtsfrieden einkehren lassen und von Seiten der Bürgerinitiative will man „das Beste daraus machen“.
Runder Tisch geplant
Gerhard Wallner, Gemeinderat der SPÖ, hat sich bei der Abstimmung der Stimme enthalten. Er kritisierte die Vorgehensweise und hätte auch gerne offene Fragen vor der Beschlussfassung geklärt. Dennoch sei „die Demokratie zu respektieren. Die Probleme, die noch im Raum stehen, möchten wir schnell lösen und wir möchten auch die 700 Menschen, die gegen eine Fusion waren, mitreden lassen. Das werden wir umsetzen“, so Wallner. Als Nächstes sollen Gespräche stattfinden, wo die unklaren Punkte behandelt werden. „Es wird ein Miteinander“, erklärt der SPÖ-Gemeinderat. Erleichtert und zufrieden, dass das demokratische Wahlergebnis vom 6. November auch im Gemeinderat eine Mehrheit fand, zeigt sich SPÖ-Gemeindevorstand Wolfgang Ritt. „Nach den Feiertagen wird es zu den offenen Fragen von Seiten der Bürgerinitiative einen runden Tisch geben“, so Ritt weiter, der laut eigenen Angaben zum jetzigen Zeitpunkt nicht davon ausgeht, dass es keine Einsparungen gibt. Für Bürgermeister Peter Sattlberger sind beide Seiten nachvollziehbar. Für ihn zählt nun aber der Blick in die Zukunft. „Wir müssen uns bemühen, dass man sich mit den Leuten, die kritisch waren, zusammensetzt. Es ist nun wichtig, dass wir nach vorne denken für die Region und nicht mehr nur für Bruck-Waasen. Wir sollen die Leute überzeugen können, dass wir eine gute Entscheidung getroffen haben“, meint der Bürgermeister und will die Kräfte bündeln. „Wenn wir diese Energie, die bisher aufgewendet wurde, bündeln können, dann sind wir sehr stark und können es ins Positive leiten. Wenn wir das Beste daraus machen, ist der Erfolg gesichert. Davon bin ich stark überzeugt“.
Einstimmig in Peuerbach
So eindeutig wie der Bürgerentscheid in der Sternenstadt fiel der Gemeinderatsbeschluss in Peuerbach aus. Einstimmig wurden die Handzeichen für die Fusion gegeben. „Es ist super ausgegangen“, meint Bürgermeister Wolfgang Oberlehner, der sich nun auch auf die Feiertage freut und nach dem Besuch der Heiligen Drei Könige die Arbeit mit der Gemeinde Bruck-Waasen aufnehmen will.


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