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DOBERSBERG. Der Kulturverein Dobersberg ist seit dem Jahr 2010 aktiv. Und das äußerst erfolgreich. Tips traf sich mit Vertretern des Vereinsvorstandes zum Gespräch.
von ERICH SCHACHERL

Der Vorstand des Kulturvereins Dobersberg (v. li.): Elisabeth Reininger, Sabine Pölzl, Anita Fröhlich, Claudia Androsch und Julia Zieser, hier im Bild mit Bürgermeister Reinhard Deimel (ÖVP). Foto: KV Dobersberg

Anita Fröhlich, Obfrau des Kulturvereins Dobersberg ist zufrieden. Seit der Gründung des Vereins im Herbst 2009 und dem Beginn der kulturellen Arbeit im Jahr 2010 läuft alles ausgesprochen gut. Fast alle bisher organisierten und durchgeführten Veranstaltungen waren bestens besucht. Auch heuer, im achten Jahr, sind die bisherigen Events – der Filmtag für Kinder und Familien im März, ein Austropop-Konzert und eine Lesung mit Vortrag - vom Publikum gut angenommen worden. „Das ist für uns das Schönste“, erklärt Anita Fröhlich mit einem Lächeln.

Gründe für den Erfolg

Das Erfolgsrezept hat verschiedene Gründe. Da sind einmal die engagierten Personen des Vereinsvorstandes, „alle Vorstandsmitglieder sind wichtige Stützen“, so formuliert es Anita Fröhlich. Dann die zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiter, die bei Veranstaltungsvorbereitungen und während der Veranstaltungen wertvolle Arbeit leisten. Nicht zu vergessen die Unterstützer, Förderer und Sponsoren, von öffentlicher Seite wie von privater.

Vom ersten Jahr an gab es ein klares Konzept. „Wir haben unsere kulturellen Schwerpunkte von Anfang an festgelegt. Das ist eine bunte Mischung aus keramischen Ausstellungen, Konzerten, Lesungen und Kabarett“. Sabine Pölzl, Kassierin des Vereins, ergänzt: „Wir bemühen uns immer, eine Mischung aus Künstlern aus der Region und breiter bekannten Künstlern zusammen zu stellen“. Der Kulturverein hat bereits Größen wie Franz Josef Altenburg, Nicholas Ofczarek, Barbara Frischmuth, Julian le Play und Reinhard Nowak im Kulturkeller präsentiert. Anita Fröhlich fährt fort: „Wir haben pro Jahr auch zwei Veranstaltungen für Kinder. Es geht darum, dass Kinder die Gelegenheit bekommen, Kunst und Kultur und den Kulturkeller kennen zu lernen. Es gab bereits Workshops, Puppentheater oder eine Lesung mit Georg Bydlinski“. Das Programm entsteht in einem kreativen Miteinander aller Vorstandsmitglieder.

Auch die Unterstützung der Gemeinde hat mit dem Erfolg zu tun. Und nicht zuletzt die Besucher, „unser treues Stammpublikum“, weiß Sabine Pölzl zu erzählen, aber auch immer wieder neue Gesichter.

Zuerst der Keller

Im Vergleich mit zahlreichen anderen Kulturvereinen, war die Entstehungsgeschichte des Kulturvereins Dobersberg ein wenig anders. Oft ist es so, dass sich kulturell interessierte Personen zusammentun, einen Verein gründen und sich dann auf die Suche nach einer passenden Lokation machen, wo kulturelle Veranstaltungen stattfinden können. In Dobersberg gab es den Kulturkeller vor dem Verein. Im Zuge der niederösterreichischen Landesausstellung 2009 wurde der sich im Besitz der Gemeinde befindliche Keller des Schlosses Dobersberg, der in den Jahren davor als Lagerraum Verwendung fand, renoviert und zum Kulturraum umgestaltet. „Wenn es einen Kulturkeller gibt, ist es naheliegend, einen Kulturverein zu gründen“, erinnert sich Anita Fröhlich. Und fährt fort: „Nachdem ich die Kulturreferentin der Gemeinde bin, habe ich diese Aufgabe übernommen und gemeinsam mit Bürgermeister Reinhard Deimel (ÖVP) den Kulturverein Dobersberg im Herbst 2009 gegründet“. Anschließend wurde die Vereinsgründung in der Gemeindezeitung vorgestellt und die Bewohner der Gemeinde eingeladen, sich bei Interesse zu melden. Das kam überraschend gut an. Anita Fröhlich weiß noch gut, wie das damals war: „Wir haben innerhalb kurzer Zeit an die 100 Mitglieder gewinnen können.“

Schwerpunkt Keramik

Interessant und ungewöhnlich ist, dass ein auf den ersten Blick erscheinendes Manko des Kulturkellers – die relativ hohe Luftfeuchtigkeit – sich über die Jahre für den Kulturverein durchaus positiv ausgewirkt hat. Roger Schwendinger, als Beirat für den Verein tätig und hauptverantwortlich für die zahlreichen Keramik-Ausstellungen, die seit 2010 fixer Bestandteil des Kulturangebotes sind, erzählt: „Das hat uns einen guten Ruf eingebracht, weil es sich herauskristallisiert hat, dass wir die einzigen in Österreich sind, die regelmäßig Keramik-Ausstellungen machen“. 2017 ist es erstmals in Zusammenarbeit mit der Kunstfabrik Groß Siegharts, dem Kunstraum im Lindenhof bei Raabs/Thaya und dem Schüttkasten Primmersdorf – diese drei Kulturzentren und der Kulturverein Dobersberg sind unter dem Namen Galerien Thayaland gemeinsam aktiv - gelungen, die Aktivitäten aufeinander abzustimmen. Was Schwendinger besonders freut: „Wenn uns das weiterhin gelingt, sind wir auf einem guten Weg, was das umfassende kulturelle Angebot für die Region betrifft“.

Vergangenheit ist Zukunft

Das Erfolgsrezept weiter zu führen hat oberste Priorität, wenn es um Überlegungen der Aktivitäten für die nächsten Jahre geht. Anita Fröhlich: „Wir wollen weiterhin anspruchsvolles Programm auf hohem Niveau machen und abwechslungsreiche Veranstaltungen in den Kulturkeller bringen.“ Es wird bei acht bis zehn Veranstaltungen pro Jahr bleiben, weil „wir auf Qualität statt Quantität setzen“, erläutert die Vereinsobfrau. Kultur hat einen fixen Platz in der Gemeinde Dobersberg. Das ist gut so.

Kontakt

Web: www.kulturkeller.eu

Tel: 0664/5110840


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