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EBENSEE. Die Vertreter alles Ebenseer Parteien ziehen im Fall um das Grundstück am Langbathsee an einem Strang. 

Parteienvertreter aus Ebensee: Lahnsteiner, Zohner-Kienesberger, Siller, Promberger, Heissl (v. li.) Foto: Hörmandinger

Vor wenigen Tagen ist der Kauf eines 4.600 Quadratmeter großen Grundstückes durch das Land Oberösterreich am  Langbathsee geplatzt. Gerade die Ebenseer haben zu diesem Naturjuwel am Fuß des Brunnkogel eine besonders enge Beziehung und fürchten um den freien Seezugang am Langbathsee.

Besorgt ist aber auch die Ortspolitik. Über alle Fraktionsgrenzen hinweg bemühen sich die Parteienvertreter von SPÖ, BÜFE, FPÖ und ÖVP, GEMEINSAM, weiterhin um eine gute Lösung.

Das sagen die Politiker 

„Am Langbathsee muss es ein breites öffentliches Interesse geben, auch die Liegefläche im öffentlichen Eigentum zu haben, das sollte auch dem Land klar sein. Deshalb braucht es auch vonseiten des Landes die notwendige Unterstützung für den Ankauf“, sagt die rote Landtagsabgeordnete Sabine Promberger. 

„Wir sind schwer enttäuscht, sehen Ebensee im Regen stehen gelassen. Hätte das Land OÖ das Areal gekauft, wäre es für Ebensee einfacher gewesen, unser in den letzten zwei Jahren erstelltes Nutzungskonzept für den Erholungsraum Langbathsee umzusetzen. Das Ziel der BÜFE ist ein umweltverträglicher Tourismus für Badegäste, Wanderer etc. der es auch den Ebenseern möglich macht, gerne zum Langbathsee zu fahren. Wir müssen jetzt hinnehmen, dass die Preisvorstellungen weit auseinander liegen, ABER es muss jetzt aktuell eine Lösung für Ebensee geben: auch schon in diesem Sommer“, sagt Ebensees Vizebürgermeisterin Franziska Zohner-Kienesberger vom Bürgerforum Ebensee.

Sebastian Heissel (FPÖ) sieht parteitaktische Gründe: “Als Ebenseer blutet mir das Herz. Eine historische Gelegenheit blieb leider aus offensichtlich parteitaktischen Gründen ungenützt. Eine Katastrophe für Ebensee. Die FPÖ-Ebensee bedauert sehr, dass es trotz intensiver Bemühungen der FPÖ zum Ankauf dieser Fläche zu keinem positiven Abschluss im Sinne der Allgemeinheit gekommen ist. Wie wichtig der Ankauf gewesen wäre, haben wieder einmal der Ansturm und die Autokolonnen zum See an den letzten Wochenenden gezeigt. Linz ist offensichtlich schon im Wahlkampfmodus, die Leidtragenden sind aber alle Ebenseer und natürlich im Endeffekt alle Oberösterreicher.“

„Da es sich sowohl um ein Ebenseer Naturjuwel, als auch einen oberösterreichischen Touristen-Hotspot handelt, bedauert die ÖVP Ebensee diese Entscheidung des Landes OÖ sehr. Dennoch ist der Beschluss der OÖ. Landesregierung zu verstehen, warum sollte das Land OÖ. Einen Kaufpreis zahlen, welcher ein Vielfaches des gemeinsamen Schätzgutachtens widerspricht. Liebhaberpreise sind verständlich, aber für die öffentliche Hand gilt der tatsächliche Wert eines Grundstückes“, sagt Thomas Lahnsteiner, ÖVP Ebensee.

So sieht die weitere Vorgehensweise aus

„Wir sollten die Gemeinderatssitzung diese Woche nutzen, um noch einmal klar zu machen, dass alle im Gemeinderat vertretenen Parteien, den Erwerb der Liegenschaft für notwendig erachten. Wobei es ja nicht nur um die zum Verkauf stehende Liegenschaft geht, es braucht auch ein Verkehrskonzept, damit im heurigen Sommer nicht der völlige Verkehrskollaps droht. Sowohl der Parkplatz als auch die Straße befinden sich im Eigentum des Landes OÖ“ sagt Sabine Promberger. 

Ebensees Vizebürgermeisterin Franziska Zohner-Kienesberger: „Wir müssen das Land in die Pflicht nehmen, denn die Straße und der Parkplatz gehören dem Land. Wir erwarten uns eine enge Zusammenarbeit und finanzielle Unterstützung des Landes bei der Einrichtung einer geordneten Parkraumbewirtschaftung. D.h. Zugangsbeschränkungen und Schranken, sowie zusätzliche Schrägparkplätze entlang der Landesstraße vor der Engstellen. Es muss eine Verbesserung der Verkehrssituation für die Bewohner von Kohlstatt entlang der Landesstraße geben. Wir brauchen am Langbathsee Unterstützung bei WC, Kanal und Müllproblematik - die Gemeinde hat nur Arbeit und Kosten. Wir brauchen Unterstützung bei der Umsetzung unseres Erholungskonzeptes um die derzeitigen Nutzungskonflikte zu vermeiden. Beispielsweise Hunde auf der Forststraße, Hunde am Wasser – deshalb klar ausgewiesene Hundebadezonen, zu enges Nebeneinander deshalb Gestaltung zusätzlicher Liegeflächen und klare Regeln für Radfahrer und Wanderer. 

„Wir werden trotzdem dran bleiben, um vielleicht doch noch eine Lösung zu finden. Dieses Juwel ist viel zu wertvoll um rasch kleinbei zu geben und muss zu jedem Preis für zukünftige Generationen gesichert werden. Auf Initiative der FPÖ-Ebensee wird der Gemeinderat zumindest einen Bebauungsplan für das Areal beschließen, um die wildesten Auswüchse schon im Ansatz zu stoppen. Man darf aber gespannt sein, sollte es doch nicht noch zu einem Ankauf aus der öffentlichen Hand kommen, wer der nächste Käufer sein wird“, heißt es seitens der freiheitlichen Partei.

„Jetzt sind wir als Gemeinde gefragt, dass die Verhandlungen mit dem Grundstückverkäufer weitergehen und ein Konsens gefunden wird. Es ist ein auch ein 'Hoamatplatzerl', daher muss natürlich auch die Gemeinde Ebensee ihren Obolus dazu beitragen. Es ist wichtig, dass alle drei Interessenten (Gemeinde, Land OÖ und Verkäufer) Ihren Beitrag dazu leisten und dieser Platz für unsere Ebenseer gesichert ist“, sagt Thomas Lahnsteiner von der örtlichen Volkspartei.

Fertiges Konzept für Areal in Schublade

„Die Entscheidung des Landes die Fläche im Naturjuwel Langbathsee nicht anzukaufen ist eine grobe Fehlentscheidung, eine vertane Chance. Das letzte Wort dazu ist nicht gesprochen. Ist die öffentliche Hand Eigentümer des Gesamtareals, ließe sich für die Bevölkerung eine der schönsten Attraktionen Österreichs gestalten. Das von der Gemeinde erarbeitete Konzept liegt fertig in der Schublade. Wir als Gemeinde werden uns weiter gemeinsam für einen Ankauf des Areals einsetzen“, ergänzt Bürgermeister Markus Siller. 


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Schalina Stefan
Schalina Stefan
11.06.2020 12:37

Langbathsee

Der Fisch fängt am Kopf zu stinken an! Aber es ist besser wenn die guten Gedanken noch nicht in die abgeschlossene Schublade gesteckt wurde!Wichtiger ist ein Blick in die Zukunft! Es ist wichtiger das der Juwel auch noch in Zukunft sein Funkeln noch weiter behält!!