Ziegenfleisch wird wieder beliebter
EDLBACH. Der Edlbacher Ortsbauernobmann Andreas Feßl entschied sich vor acht Jahren auf Milchziegen umzusteigen und bereut seine Entscheidung bis heute nicht.

Andreas Feßl lebt mit seiner Frau Barbara, den beiden Kindern und seiner Mutter am Grüblerhof in Edlbach. Als 2008 ein Stallbau fällig war, stellte die Familie den Betrieb langsam um. „Ziegenmilch war gefragt und ein Ziegenstall kam uns billiger“, erklärt der Bergbauer, der die Entscheidung nicht bereut: „Die Tiere faszinieren mich und gefallen mir.“ Im Zuge der Umstellung auf Ziegen ist der Hof auch ein Biobetrieb geworden. 160 Milchziegen und rund 70 Stück Nachzucht sowie ein paar Streicheltiere leben am Grüblerhof, der seit 1980 ein „Urlaub am Bauernhof“-Betrieb ist.
Wertvolles Ziegenfleisch
Nach dem Krieg sind die Ziegen in Vergessenheit geraten. Ziegenmilchprodukte und das fett- und cholesterinarme Ziegenfleisch werden jedoch am österreichischen Markt wieder beliebter. Im Gegensatz zu Kuhmilch sind Nachfrage und Preis der Ziegenmilch stabil geblieben. „Rund 800 Liter Milch gibt eine Ziege im Durchschnitt pro Jahr“, erzählt Andreas Feßl.
Bergbauern in Edlbach
Rund 35 Bergbauern mit großteils kleinstrukturierten Grünlandbetrieben gibt es in Edlbach. „Unsere Bauern pflegen mit ihrer Arbeit die Landschaft. In unserer Region ist dafür viel Handarbeit nötig“, so Feßl, der hofft, dass die Arbeit auch in Zukunft weitergeführt wird. Eine Herausforderung sei auch das Wetter. „Bei uns am Berg dauert es, wenn der Boden nach dem Regen nass ist, länger bis wir am Hang arbeiten und Futter einbringen können“, erklärt der Bergbauer. “Ich glaube, dass wir mit unserer kleinstrukturierten Landwirtschaft in Edlbach nicht mit der Masse Europas mithalten können. Mann muss Nischen finden und sich absetzen, sonst wird es schwierig“, so der 46-Jährige: „Eine Sicherheit bietet auch ein zweites Standbein, wie Urlaub am Bauernhof oder ein Nebenerwerb.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden