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Die besten Ideen vor den Vorhang geholt: LEADER-Preis für „Lernende Region – Gemüsewissen neu entdeckt“

Nora Heindl, 09.07.2015 07:00

EFERDING. Die oberösterreichischen LEADER-Regionen haben in der vergangenen Förderperiode 2007-13 gemeinsam mit hunderten Projektträgern im ländlichen Raum Projekte umgesetzt. Mit dem LEADER-Preis wurden nun einige der besten Ideen vor den Vorhang geholt. Draunter auch das vom Regionalentwicklungsverband Eferding initiierte Projekt „Lernende Region – Gemüsewissen neu entdeckt“.

Bei der LEADER-Preisverleihung: LR Max Hiegelsberger, GF Projektleiterin Susanne Kreinecker, Obmann LAbg. Jürgen Höckner und Bundesminister Andrä Rupprechter (v. li.). Foto: Land OÖ

Gemeinsam mit 70 Beteiligten gelang es der LEADER Region Eferding, Wissen rund um das Thema Gemüse – vom Anbau bis zur Zubereitung – einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. Im Fokus standen dabei die Wissenssammlung und der Aufbau einer Wissensdatenbank. Speziell für Kinder und Jugendliche wurde die Eferdinger Gemüseschule gegründet, die es ermöglicht, direkt auf landwirtschaftlichen „Schule am Bauernhof“-Betrieben Gemüsewissen zu vermitteln.

Insgesamt wurden zwölf LEADER-Preise, ausgewählt aus 170 Projekteinreichungen ausgewählt und in drei Kategorien vergeben. In jeder Kategorie gab es einen Hauptpreis, der mit 4.000 Euro dotiert ist, zwei weitere Preise zu je 2.000 Euro sowie je einen Spezialpreis für Projekte, die in besonderer Weise über die Grenzen der jeweiligen LEADER-Region hinauswirken. Der Spezialpreis war ebenfalls mit 4.000 Euro dotiert. Das Eferdinger LEADER-Projekt holte sich in der Kategorie „Erhaltung des kulturellen Erbes und zur Schonung Natürlicher Ressourcen“ 2.000 Euro ab. 

Ziele des PreisesDie LEADER-Preis-Ausschreibung richtete sich an Akteure in ländlichen Gebieten, die innovative und beispielhafte Projekte und Initiativen durchgeführt haben. Durch die Verleihung soll die vielfältige und exzellente Arbeit in den Regionen gewürdigt werden. Die ausgezeichneten Vorhaben sollen aber auch Anreiz und Beispiel für positive Regionalentwicklung sein.

Prämiert sollten laut Ausschreibung Projekte und Projektträger werden, die in besonderer Weise zu einer nachhaltigen Regionalentwicklung beitragen, die Arbeitsplätze geschaffen bzw. erhalten haben, sowie Projekte, die sich besonders durch soziale, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit auszeichnen. Teilnehmerberechtigt waren oberösterreichische Projektträger, die in der Förderungsperiode 2007-2013 ein mit LEADER-Mitteln unterstütztes Projekt durchgeführt haben.

Die Vergabe der LEADER-Preise erfolgt gemäß der Ausschreibung durch die Fachjury unter Beteiligung von Vertretern der EU-Kommission, des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich (BMLFUW), des Gemeindebundes, der Euregios und des Landes Oberösterreich.

Großes Echo auf Ausschreibung des PreisesDie Ausschreibung des Preises bescherte den Organisatoren eine überraschend große Zahl an Einreichungen: 167 Projekte aus allen Kategorien und allen Regionen wurden eingereicht – davon 82 in der Sparte „Regionale Wertschöpfung“, 34 im Bereich „Stärkung des Gemeinwohls“ und 51 in der Kategorie „Kulturelles Erbe und Schonung natürlicher Ressourcen“.

„Uns freut nicht nur die hohe Beteiligung an der Ausschreibung des LEADER-Preises, sondern auch die imposanten Zahlen zur Beteiligung an LEADER insgesamt. Die Bilanz kann sich wirklich sehen lassen“, betont Max Hiegelsberger Hiegelsberger.

Erfolgsbilanz 2007-2013In 24 Regionen wurde LEADER in der Förderperiode 2007-2013 umgesetzt. Damit ist beinahe der gesamte ländliche Raum Oberösterreichs umfasst.

1.580 Projekte aus den unterschiedlichsten Bereichen von Landwirtschaft über Dorfentwicklung bis Tourismus und von Naturschutz bis Jugend wurden realisiert. 875 Arbeitsplätze konnten dadurch in Oberösterreich neu geschaffen und 3.400 Arbeitsplätze gesichert werden.

Ein Gesamtfördervolumen von 83 Millionen Euro bewirkte ein Investitionsvolumen von 270 Millionen Euro.

LEADER neu – die Regionen entscheidenDie neue Förderperiode 2014-2020 bringt in LEADER einige gravierende Neuerungen: Die zur Verfügung stehenden Fördermittel von rund 47,7 Millionen Euro werden den neuen LEADER-Regionen bereits zu Beginn der Periode zugeteilt. Sie entscheiden, welche Projekte damit unterstützt werden sollen.

Auch die Inhalte werden künftig von den Regionen selbst bestimmt. Dazu wurde in den vergangenen Monaten unter aktiver Beteiligung der Bevölkerung eine Strategie erstellt. Auf dieser Grundlage beurteilen Projektauswahlgremien Lokalen Aktionsgruppen die Projektanträge, bevor sie zur Abwicklung der Förderung an das Land Oberösterreich weitergeleitet werden. Eine neue zentrale Förderstelle wickelt dort alle LEADER-Anträge konzentriert ab und sorgt für die Auszahlung der Fördermittel.

Nach der Fusion einiger Regionen aus der Vorperiode haben sich in unserem Bundesland letztlich 18 Regionen sowie 2 bundesländerübergreifende Regionen zwischen Salzburg und Oberösterreich für LEADER neu im Rahmen einer österreichweiten Ausschreibung beworben. Mit 1. Juni konnten alle Regionen ausgewählt werden. Am 24. Juni nahmen Sie das Anerkennungsdekret von Bundesminister Andrä Rupprechter entgegen. 

„Ich gratuliere allen Regionen ganz herzlich zur Anerkennung, die monatelange Vorarbeiten mit Erfolg krönt. Mit der neuen Periode beginnt in LEADER ein neues Kapitel. Die nunmehrigen Entscheidungsstrukturen in den Regionen eröffnen ganz neue Mitgestaltungsmöglichkeiten, bedeuten aber auch viel Verantwortung für die Aktivistinnen und Aktivisten der LEADER-Gruppen“, erklärt Landesrat Max Hiegelsberger und wünscht allen Beteiligten viel Erfolg und Innovationsgeist.

20 Jahre Erfolgsmodell LEADERDas LEADER-Konzept hat sich seit dem EU-Beitritt 1995 als erfolgreiches Modell der Regionalentwicklung etabliert und bewährt. „LEADER berücksichtigt, dass verschiedene Regionen individuelle Stärken und Schwächen aufweisen, die sie selbst am besten erkennen und analysieren können“, betont Bundesminister DI Andrä Rupprechter. „So werden keine konkreten Projekte vorgegeben, die einzelnen Regionen können selbst über die entsprechenden Maßnahmen entscheiden. Dadurch entstehen besonders innovative Ansätze.“ 

In der vorangegangen Periode war LEADER erstmals ein Teil des Programms für Ländliche Entwicklung. Insgesamt flossen bisher rund 650 Millionen Euro an öffentliche Mittel über LEADER in den ländlichen Raum.

77 Lokale Aktionsgruppen anerkanntIm neuen Programm für Ländliche Entwicklung bis 2020 wurde LEADER als eigenständige Maßnahme verankert. Für die Umsetzung stehen knapp 250 Millionen Euro zur Verfügung – rund 5 Prozent der Mittel des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). 

Interessierte Regionen konnten sich im Rahmen einer Ausschreibung bis zum Herbst 2014 bewerben. Anschließend wurden die Strategien auf Kohärenz und Nachvollziehbarkeit geprüft. In einer zweiten Phase hatten die Regionen die Möglichkeit, Feedback zu berücksichtigen und ihre Entwicklungsstrategien schon im Vorfeld zu verbessern. Alle finalen Einreichungen waren schließlich weit über der erforderlichen Mindestpunktezahl. Nun erhalten insgesamt 77 Regionen die Chance, ihre Projekte mit Hilfe von LEADER umzusetzen.

„Die Anerkennung der Lokalen Aktionsgruppen schafft optimale Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung. So können unsere ländlichen Regionen auch in Zukunft ihr volles Potenzial entfalten“, freut sich Minister Rupprechter.


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