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PRAMBACHKIRCHEN. Gerhard Eder aus Untergallsbach, Prambachkirchen, verarbeitet seit 1995 Grünschnitt und Bioabfall zu Biokompost, Muttererde, Rasen- und Pflanzerde. Seine Kompostieranlage gehört zu den besten Österreichs.

  1 / 7   Gerhard Eder (r.) und sein Mitarbeiter Andreas Schürz freuten sich 2025 über den zweiten Preis der besten Kompostierer Österreichs. (Foto: Tips)

Im Bezirk Eferding gibt es drei Kompostieranlagen. Jene von Gerhard Eder wird von den Gemeinden Prambachkirchen, St. Marienkirchen, Fraham, Scharten und Stroheim beliefert. Der Abfall wird in Reihen aufgeschüttet (zwei mit Biotonneninhalt und zwei ohne) und wird dort regelmäßig auf Temperatur, Kohlendioxid, Sauerstoff und Methan untersucht. Er wird immer wieder gewendet, bis die Temperatur unter 40 Grad Celsius liegt und auch die anderen Werte passen. Anschließend wird der Kompost mit Biotonneninhalt mittels eines Windsichters gesiebt und aufbereitet. Dabei kommt meistens viel Müll zum Vorschein: Metall, Plastik und sogar originalverpackte Produkte. Der gesiebte Kompost liegt dann noch einige Wochen auf einer Belüftungsanlage, bevor er als fertige Erde verwendet werden kann.

Harald Grubmair, Vorsitzender des Eferdinger Bezirksabfallverbands und Bürgermeister von St. Marienkirchen, sagt: „Leider machen sich die Leute immer noch zu wenig Gedanken über die richtige Mülltrennung.“ Bezirksabfallverband-Geschäftsstellenleiter Bernhard Riedler erklärt: „Eine Kompostieranlage ist eigentlich eine perfekte Kreislaufwirtschaft, aber wenn wir den falschen Müll in die Biotonne werfen, schaden wir uns selbst, denn den Mehraufwand muss die ganze Bevölkerung bezahlen.“

Vom Beginn der Kompostieranlage bis zur Auszeichnung

Gerhard Eder hat 1995 einen Lübke-Kurs absolviert und auf seinem Betrieb gleich die ersten Versuche gemacht. Danach hat er das Verfahren immer weiterentwickelt und den Betrieb viermal erweitert. Heute verarbeitet er Abfall von den rund 12.000 Einwohnern seiner Bezugsgemeinden.

Inzwischen zählt Eders Betrieb zu den zehn besten Kompostieranlagen Österreichs. Im Rahmen des neunten internationalen Praktikertages fand am 18. September 2025 die feierliche Preisverleihung des sechsten „KompOskar“ statt – das ist die höchste Auszeichnung für die beste Kompostqualität Österreichs. Dort schaffte es Eder auf Platz zwei.

Nicht jedes Sackerl ist kompostierbar

Was bei der Verarbeitung des Biotonneninhalts unter dem „falschen Müll“ besonders auffällt, sind die vielen Müllsäcke, die sich darin befinden. Dazu erklärt Eder: „Nicht alle Müllsäcke, auf denen 'kompostierbar' steht, sind das auch tatsächlich. Manche würden sich erst nach Monaten oder Jahren auflösen und bei manchen ist das Zugband nicht kompostierbar. Tatsächlich kompostierbare Müllsäcke erkennt man an der richtigen Kennzeichnung.“ Außerdem werfen viele den Biomüll verpackt in einen normalen Plastikmüllsack in die Biotonne, was für Eder natürlich mehr Arbeit bedeutet.

Der Natur zuliebe: Bioabfall richtig trennen

Der Bezirksabfallverband Eferding ruft dazu auf, den Müll sauber zu trennen. Verpackungen gehören nicht in die Biotonne, denn Kunststoff, Metall oder Glas verrotten nicht. Gegen Gerüche und Insekten hilft es, die Tonne trocken, kühl und verschlossen zu halten sowie sie vor dem Befüllen mit Zeitungspapier auszulegen und Sägespäne, Steinmehl oder Düngekalk hinzuzugeben.

Das darf in die Biotonne:

Obst- und Gemüseabfälle, Schnittblumen, Gartenunkraut, Topfpflanzen (ohne Topf), Kaffeefilter, Teebeutel, verdorbene Lebensmittel und Speisereste ohne Verpackung, Eierschalen, reine Holzasche, Sägespäne, Einwickelpapier, Küchenrolle, Holzspieße, Papierservietten

Das darf nicht in die Biotonne:

Obstnetze, verpackte Lebensmittelabfälle, Plastiksackerl, Glas, Dosen, Kaffeekapseln und -pads, Hundekot und Katzenstreu, Restabfall, Zigarettenstummel, Staubsaugerbeutel, „kompostierbare“ Produkte wie Besteck, Geschirr und Füllmaterial, größere Mengen rohes Fleisch und Tierkadaver, Holz und Steine, Kohlenasche


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