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PUPPING. Der Puppinger Gemeinderat hat in geheimer Abstimmung über den technischen Hochwasserschutz in der Gemeinde entschieden. Für das Baulos Waschpoint etwa fiel das Ergebnis mit 18 zu 7 Stimmen negativ aus.

Der technische Hochwasserschutz für Waschpoint wurde abgelehnt. Foto: Heindl
Der technische Hochwasserschutz für Waschpoint wurde abgelehnt. Foto: Heindl

„Unmittelbar nach dem Hochwasser war die Betroffenheit und Anteilnahme in der Bevölkerung und in der Landes- und Regionalpolitik enorm. Es wurden Zusagen getroffen und Versprechungen gemacht, dass innerhalb kürzester Zeit Maßnahmen zur Vermeidung weiterer derartiger Ereignisse getroffen werden. Nach jahrelangem kostenintensiven Planungsprozess und mehrmaligem Verschieben der Entscheidung müssen wir als Betroffene nun zur Kenntnis nehmen, dass unsere Siedlung Waschpoint mit rund 100 Einfamilienhäusern und einige andere Gebiete keinen Hochwasserschutz erhalten werden“, zeigen sich Barbara Straßl und Klaus Aigner enttäuscht.

„Aus unserer Sicht ist der Entschluss der Gemeindevertreter nicht nachvollziehbar. Abgestimmt wurde über jedes einzelne Baulos. Lediglich 2 von 10 Baulosen bekommen technische Hochwasserschutzmaßnahmen. Die Entscheidung, das Baulos Wörth Nord und Wörth Mitte zu schützen, ist für uns sinnvoll und richtig. Äußerst fragwürdig erscheint uns die Zustimmung des Gemeinderates für das Baulos Schickerbauer. Hier handelt es sich um ein einzelnes Gebäude mit einer neu errichteten Eisstockanlage. Dieses Einzelgebäude wird einen Hochwasserschutz um 1,6 Millionen Euro aus Steuermitteln erhalten.“

Kein Schutz vor Grundwasser

Bürgermeister Hubert Schlucker (ÖVP) erklärt: „In Waschpoint hatten sechs bis acht Wohnobjekte Wasser im Wohnbereich, sprich Erdgeschoß. Bei allen anderen von den etwa 100 Einfamilienhäusern war das Wasser im Keller, auch bedingt durch das Ansteigen des Grundwassers. Der Schutz vor Grundwasser, wie bei Kellerüberflutungen etc., ist aber auch bei einer Umsetzung des technischen Hochwasserschutzes nicht möglich und auch nicht vorgesehen. Das generelle Projekt „Donau-Hochwasser 2013“ sieht nur einen Hochwasserschutz im Wohn- und Geschäftsbereich vor. Aus wirtschaftlicher Sicht, somit auch aus Kostengründen und aus Gründen der Zweckmäßigkeit wurde von der Mehrheit der Gemeinderäte daher das Baulos Waschpoint abgelehnt.“ Die Unterschriftenliste zum Baulos Waschpoint, in der 90 Prozent ihre Zustimmung zur Umsetzung signalisiert hatten, sei vom gesamten Gemeinderat zur Kenntnis genommen worden.

Die Kosten nur für das Baulos Waschpoint hätten insgesamt rund 15 Millionen Euro betragen, die Grunderwerbs- und Erhaltungskosten hätten zusammen etwa 100.000 Euro ausgemacht. Damit wäre für die Gemeinde ein Eigenanteil von etwa 750.300 Euro für die Errichtung und etwa 32.800 Euro an Grundeinlöse und jährlichen Instandhaltungskosten aufzubringen gewesen.

„Wenn das Baulos Schickerbauer angesprochen wird, so war allen bekannt, dass der Gastbetrieb ziemlich arg vom HW 2013 betroffen war und der Gaststättenbereich doch mindestens 40 cm unter Wasser stand. Bei diesem Projekt erreichen die Errichtungskosten etwas mehr als 1/10 als jenes des Bauloses Waschpoint, die Grundeinlöse – und Erhaltungskosten belaufen sich dort auf etwa 4.100 Euro“, so Schlucker.

Schutz für Jagabrucksiedlung bei Land angefragt

Da das Baulos Waschpoint nun nicht umgesetzt wird, hat der Gemeinderat in einem Mail an das Land um die Planung eines angepassten Hochwasserschutzes (auf ca HQ-30 Höhe) für die Objekte im Bereich Jagabrucksiedlung Nordost gebeten. „Bei diesen Gebäuden besteht ein großer Handlungsbedarf, da dort kein natürlicher Hochwasserabfluss möglich ist“, erläutert Schlucker. „Wir möchten nichts unversucht lassen, dieses Projekt nachträglich in das laufende Hochwasserschutzprojekt aufzunehmen.“ Einen Gesprächstermin gibt es allerdings noch nicht.


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