Sony World Photography Awards: Nominierung für Johannes Weigl aus Scharten
SCHARTEN. Mit 326.997 eingereichten Bildern aus 195 Ländern zählt der Sony World Photography Award zu den renommiertesten Fotografiewettbewerben der Welt. Wer es auf die Nominierungsliste schafft, ist seinem Traum, ein weltbekannter Fotograf zu werden, ein ganzes Stück näher gerückt – so wie Johannes Weigl aus Finklham.

Der 16-Jährige ist einer von insgesamt acht Jugendlichen, die sich für den Youth Award qualifiziert haben. Allein schon die Idee hinter seinem Foto „Fallen out of the World“ hebt ihn von so manch anderem in seinem Alter ab. „An unserer heutigen Gesellschaft stört mich sehr, dass so viele Menschen, meist Jugendliche, fast nur mehr übers Handy kommunizieren und nicht mehr Face-to-Face. Sie schauen ständig nur in ihr Handy, vertiefen sich dabei ganz in ihre eigene Welt und wundern sich dann, dass sie einsam sind“, erzählt der Dachsberger Gymnasiast.
Ausstellung in London
Die Freude über die Nominierung war natürlich riesig. „Es ist einfach ein tolles Gefühl, weil es zeigt, dass auch andere Menschen meine Arbeit schätzen und gut finden“, ist Johannes Weigl stolz. Für ihn ist es vor allem auch ein weiterer Schritt in Richtung seines Traumberufs: Als Fotograf um die Welt zu reisen und von seinen Porträts und künstlerischen Fotos leben zu können. Den Wettbewerb sieht er als wichtiges Netzwerk, um noch mehr Menschen erreichen und von seiner Arbeit überzeugen zu können. Dass sein Foto, auch wenn er nicht gewinnt, schon fix bei einer Ausstellung in London sowie im Jahrbuch der Sony World Photography Awards zu sehen ist, kommt ihm da ganz gelegen.
Wöchentliche Fotoshootings
So weit von seinem Traumberuf scheint Johannes Weigl gar nicht mehr entfernt zu sein. Er arbeitet schon jetzt erfolgreich daran, sich als Fotograf einen Namen zu machen, um nach der Schule hauptberuflich durchstarten zu können. Hat er früher noch seine Freunde als Models gebraucht, wird er längst über Instagram angefragt. Neben wöchentlichen Fotoshootings möchte er noch vermehrt auf Hochzeiten fotografieren und Unternehmen in Arbeitssituationen darstellen. Wie sich das zeitlich ausgeht? „Ich verschwende meine Zeit nicht, um ständig am Handy zu hängen oder fernzusehen, auch nicht am Wochenende. Ich will meine Zeit möglichst optimal nutzen, zum einen fürs Fotografieren, zum anderen natürlich auch noch für die Schule“, so der 16-Jährige. Die Nominierung hat ihn bestätigt, dass sich die harte Arbeit lohnt.
Zwei bis drei Stunden investiert er in ein Shooting, von der Nachbearbeitung ganz zu schweigen. „Wenn mich Menschen kontaktieren, mache ich ihnen Vorschläge bezüglich Location und Outfit, alles andere ergibt sich dann von allein. Jedes Shooting hat seinen persönlichen Charakter, denn man lernt die Person vor der Kamera während dieser Zeit sehr intensiv kennen. Mir ist es vor allem wichtig, dass sich die Menschen vor meiner Kamera wohl fühlen und Spaß haben. Die entstandenen Fotos sind dann eine coole Draufgabe“, so der Siebtklässler.
Die Entscheidung, ob Johannes gewinnt, fällt übrigens am 17. April. Für ihn selbst ist die Nominierung schon ein Gewinn, aber schaden kann ein Sieg sicher nicht.


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