
HARTKIRCHEN. Isabella und Thomas Falkner verkaufen zweimal im Jahr Fleisch vom Hochlandrind. Woher das Ehepaar weiß, ob es ihren Rindern gut geht und warum artgerechte Tierhaltung wichtig für Mensch und Klima sein sollte, erzählt die Klein-Landwirtin im Interview.
Tips: War das Jahr bisher ein gutes für Rindfleischproduzenten?
Falkner: Grundsätzlich können wir für uns sagen, dass es für uns schon ein gutes Jahr war und die Nachfrage nach unserem Fleisch stetig gewachsen ist und auch wächst.
Tips: Viele Experten sind sich einig, dass Fleischkonsum drastisch reduziert werden sollte. Wie sehen Sie das?
Falkner: Es muss nicht jeden Tag Fleisch auf den Teller kommen. Unsere Großeltern hatten auch nicht jeden Tag Fleisch am Teller. Und wenn Fleisch, dann sollte es auf jeden Fall ein qualitativ hochwertiges Stück Fleisch sein. Unbestritten ist jedoch auch, dass Fleisch ein wertvoller Bestandteil unserer Ernährung ist.
Tips: Kann sich artgerechte Haltung positiv auf die Klimakrise auswirken?
Falkner: Die Tierhaltung in Österreich ist grundsätzlich auf einem sehr hohen Standard. Die Bewirtschaftung und Pflege der Grünflächen, von uns Klein- und Kleinstlandwirten, ist hier von unschätzbarem Wert für Natur und Klima. Wir arbeiten und leben das ganze Jahr mit und von der Natur. Als sehr kritisch zu hinterfragen sehen wir jedoch Fleischimporte aus Übersee. Dieses wird aus Ländern importiert, wo Tierwohl nicht gekannt wird und Tiere in riesigen Farmen zu tausenden in Massentierhaltung gehalten werden.
Tips: Woran erkennen Sie, dass es Ihren Rindern gut geht?
Falkner: Durch den täglichen Kontakt sind sie sehr zutraulich, lassen sich streicheln und kommen auf Zuruf. Dies ist der beste Beweis, dass die Tiere sich wohlfühlen. Als Direktvermarkter liegt es uns natürlich auch am Herzen, dass unsere Kunden eine sehr gute Fleischqualität erhalten.
Tips: Wie können Verbraucher dazu motiviert werden, Fleisch aus artgerechter Haltung zu kaufen?
Falkner: Uns liegt es am Herzen, dass der Kunde einen Einblick in unser Landwirtschaftsleben bekommt, sieht, wie unsere Hochlandrinder gehalten werden und dass diese die Zeit zum Wachsen bekommen, die sie auch brauchen. Auch in meiner Tätigkeit als Seminarbäuerin ist es mir wichtig, das Konsumentenverhalten positiv zu beeinflussen. Durch gezielte Informationen bei Kochkursen und Schulworkshops versuchen wir, das Qualitätsbewusstsein zu steigern.
Tips: Setzen Sie bei der Produktion auf Nachhaltigkeit?
Falkner: Ja. Unser Rindfleisch gibt es nur im Mischpaket, worin alle Fleischsorten eines Rindes enthalten sind. Einzelteile können dann noch je nach Verfügbarkeit zusätzlich erworben werden. Uns ist es einfach wichtig, dass wir den Konsumenten auch mit unseren beigelegten Rezepten vermitteln, dass es nicht nur das Schnitzel oder Steak gibt, sondern so viel mehr.
Tips: Was macht das Fleisch Ihrer Hochlandrinder so besonders?
Falkner: Aufgrund des langsamen Wachstums der Hochlandrinder ist das Fleisch besonders kurzfasrig und sehr saftig. Auch hat es im Vergleich zu anderen Fleischsorten weniger Fett und Cholesterin. Es reift 14 Tage, damit der bestmögliche Geschmack erzielt wird. Uns ist es außerdem wichtig, dass von der Geburt bis hin zur Verarbeitung alles stressfrei abläuft.
Falkners Hochlandrinder
Mehr Informationen zur Rindfleischbestellung gibt es unter 0676 4878447 oder per Mail: isabella.falkner@gmx.at