PRAMBACHKIRCHEN. Das Race around Austria (RAA) gilt nicht umsonst als das längste und härteste Radrennen in Europa. Nonstop müssen die Teilnehmer entlang Österreichs Grenze knapp 2200 km und 30.000 Höhenmeter bewältigen. Einer der sich dieser Herausforderung stellte, ist Willi Hoffmann.
Nachdem Willi Hoffmann dieses Rennen in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich in der Kategorie 4er-Team bestritten hatte (zweimal Platz 3 und einmal Platz 2), war es heuer an der Zeit, sich in der Königsdisziplin als Einzelfahrer zu versuchen. Der 41-jährige Amtsleiter aus Prambachkirchen betreibt seit sechs Jahren intensiven Rennradsport und ist Mitglied beim Radclub RC Wiesinger Held & Francke. Im vergangenen Jahr spulte er 16.000 Kilometer auf dem Rennrad ab. Mit regelmäßigen Leistungstests und detaillierter Trainingsplanung trainierte er fünf- bis sechsmal die Woche auf das RAA hin.
Extreme Bedingungen
Pünktlich um 18.18 Uhr erfolgte in St. Georgen im Attergau für Willi Hoffmann der Startschuss in ein in jeder Hinsicht extremes Abenteuer. Begleitet wurde er von acht Betreuern in zwei Begleitfahrzeugen, welche sich rund um die Uhr um seine Verpflegung und Motivation kümmerten. Seine Frau Anita war als Teamchefin dabei.
Vom Start weg machten dem Team Dauerregen und eisige Nachttemperaturen zu schaffen. Erst nach 20 Stunden Fahrzeit hatte der Regen ein Ende. Nach 36 Stunden beziehungsweise 870 Kilometern im Sattel wurde im Südburgenland die erste planmäßige Pause eingelegt, bei der sich der Prambachkirchner gerade mal 20 Minuten Schlaf gönnte. Weiter ging es über die hügelige Steiermark nach Kärnten. Nach weiteren 20 Stunden auf dem Rad wurde auf dem Felbertauern eine 10-minütige Schlafpause eingelegt. Nach 75 Stunden Fahrzeit beziehungsweise 1600 Kilometern wurde mit der Silvretta Passhöhe in Vorarlberg der westlichste Punkt des Rennens erreicht. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich Willi Hoffmann erst 60 Minuten Schlaf gegönnt. Mittlerweile machten sich aufgrund des Schlafentzuges aber Wahrnehmungsstörungen und mentale Probleme bemerkbar, sodass vor allem aus Sicherheitsgründen eine 60-minütige Schlafpause eingeschoben wurde. Auch körperliche Beschwerden machten gegen Ende regelmäßige Pausen notwendig.
Nach 110:25:46 Stunden erreichte das Team das Ziel in St. Georgen, wobei am Ende eine Gesamtschlafdauer von vier Stunden 50 Minuten zu Buche stand. Mit dieser Fahrzeit belegte Willi Hoffmann den hervorragenden siebten Platz.
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