EFERDING. Der Anteil der Vollzeit-Niedrigeinkommen ist noch immer hoch, obwohl die Gewerkschaften in den letzten Jahren deutliche Lohn- und Gehaltserhöhungen erkämpft haben. 13 Prozent der Eferdinger Vollzeitbeschäftigten erhielten 2013 monatlich weniger als 1500 Euro brutto. „1500 Euro Mindestlohn bei Vollzeit in jeder Branche ist unser Ziel. Und die Einhaltung des Lohn- und Sozialdumping-Gesetzes muss wesentlich stärker als bisher kontrolliert werden“, fordert AK-Präsident Johann Kalliauer.
Rund 670 Frauen und 530 Männer aus Eferding wurden 2013 so niedrig entlohnt. Während acht Prozent der vollzeitbeschäftigten Eferdinger Männer weniger als 1500 Euro verdienen, sind es bei den Eferdingerinnen anteilsmäßig mehr als dreimal so viele (25 Prozent). Eferding überschreitet damit den Landesschnitt beim Frauenanteil (20,7) deutlich und liegt beim Männeranteil im Schnitt. Im oberösterreichischen Bezirksvergleich rangiert der Bezirk mit seinen Beschäftigtenanteilen an vierter (Frauen-) und elfter (Männer-)Stelle. (Datenbasis: Statistik Austria) Aufgrund lohnpolitischer Verhandlungserfolge der Gewerkschaften sind in Österreich Jahr für Jahr immer weniger von niedriger Entlohnung betroffen. In einigen Branchen konnten deutliche Fortschritte erzielt werden – etwa im Handel, der 2013 noch absolut größten Niedriglohnbranche. Dort wurde von der Gewerkschaft ein ab heuer geltendes Vollzeit-Mindestgehalt von 1500 Euro brutto erreicht. “Für eine wirksame und nachhaltige Anhebung von Niedrigeinkommen ist ein ganzes Bündel an Maßnahmen notwendig“, stellt der AK-Präsident fest. Darunter fallen für ihn unter anderem eine Anhebung aller KV-Mindestlöhne und –gehälter auf 1500 Euro, gleicher Lohn für gleiche bzw. gleichwertige Arbeit für Frauen und Männer, korrekte Einstufungen laut Kollektivvertrag sowie eine korrekte Bezahlung der Über- und Mehrarbeitsstunden.
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