Erzeugergemeinschaft-Donautal „Nehmen die Zukunft selbst in die Hand“
ASCHACH. Die Lage in der Landwirtschaft ist angespannt. Sinkende Marktpreise verlangen nach alternativen Vermarktungsformen. Die Erzeugergemeinschaft-Donautal zeigt bei der Maisvermarktung, wie es gehen kann. Statt an Großhändler zu liefern, vermarkten die Bauern ihre Maisernte direkt an die Agrana Stärke. In 20 Jahren wurde von 500 Mitgliedern eine Million Tonnen Mais nach Aschach geliefert.

„Seit 20 Jahren stärken wir so die Region. Die Agrana sorgt für zusätzliche Arbeitsplätze, wir für einen gesicherten Absatz unserer Mais-Ernten“, freut sich EZG-Donautal-Obmann Johann Müllner. Früher waren viele Zwischenhändler an der Vermarktung des Maises beteiligt. Nun wird dieser direkt vom Bauern zur Stärkefabrik geliefert. Dadurch kann das Einkommen der Mais-Bauern wesentlich verbessert werden. Obmann Müllner: „Wir sitzen selbst am Verhandlungstisch und sind somit nicht auf andere angewiesen. Der Landwirt bekommt jeden Cent ausbezahlt, den wir unterm Strich verdienen.“
EZG-Donautal-Geschäftsführer Josef Lehner sieht in Kooperationen eine große Chance: „Mit bäuerlichen Kooperationen gewinnt man an Bedeutung. Einerseits werden die Kosten für die Betriebe gesenkt, andererseits wird man von der Industrie auch als starker Partner wahrgenommen.“
Ein wesentlicher Vorteil der Erzeugergemeinschaft ist die flexible Anpassung an den Markt. „Mais ist nicht gleich Mais. In Abstimmung mit der Agrana haben wir schon viele verschiedene Maisarten produziert. Mit der Lieferung der Ware garantieren wir auch eine zertifizierte Gentechnikfreiheit des Produktes. Für die Zukunft überlegen wir auch in die Biomais-Vermarktung einzusteigen“, erklärt Josef Lehner.
In den kommenden ein bis zwei Jahren werden die Kapazitäten in der Maisstärkefabrik erweitert. Mit dem bereits begonnenen Ausbau des Werkes ergeben sich auch neue Chancen für viele Mais-Bauern. Das EZG-Führungsduo Müllner und Lehner ist sich einig: „Wir sind gegen das Jammern in der Landwirtschaft. Wir müssen über den Tellerrand blicken und dürfen die Vermarktung nicht anderen überlassen. Wir nehmen die Zukunft selbst in die Hand.“


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