Neuer Hausarzt in Engelhartszell: Michael Bräuer-Mocker kehrt zu seinen Wurzeln zurück
Engelhartszell. Die Nachbesetzung einer Hausarztpraxis (Arzt für Allgemeinmedizin) im ländlichen Raum wird immer häufiger zu einem Problem. Eine wochen- oder sogar monatelange Suche nach einem Nachfolger ist keine Seltenheit. Ganz anders gestaltete sich die Nachbesetzung der Hausarztstelle in Engelhartszell. Michael Bräuer-Mocker kehrt in seinen Heimatort zurück und übernimmt die Praxis von Erwin Kaltseis. Mit Tips sprach er über seine Beweggründe, Herausforderungen und den Ablauf der Übernahme.

Schon als kleiner Junge galt sein Interesse den Anatomie- und Medizinbüchern in der Hausarztpraxis von Richard Lindinger. Von diesem Zeitpunkt an war klar, dass Michael Bräuer-Mocker Medizin studieren will. „Als Bub war ich fasziniert von den Medizinbüchern und natürlich auch von Richard Lindingers großem Jeep, in dem ich mitfahren durfte. Von da an wollte ich eigentlich nie etwas anderes werden als Arzt“, erzählt Bräuer-Mocker schmunzelnd. Was folgte, war ein klassisches Medizinstudium in Wien, Facharztausbildungen zum Anästhesisten, Intensivmediziner, Nortarzt und Schmerztherapeuten (kurz AINS) und eine 18-jährige Tätigkeit als Anästhesist im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz. Zurück zu den Wurzeln Nun kehrt Bräuer-Mocker zu seinen Wurzeln in Engelhartszell zurück und tritt in gewisser Weise das Erbe Lindingers als Hausarzt an. Ab 1. April wird er gemeinsam mit dem aktuellen Allgemeinmediziner Erwin Kaltseis für drei Monate die Praxis führen. Am 1. Juli erfolgt dann die Übernahme der Hausarztstelle und Erwin Kaltseis tritt seinen wohlverdienten Ruhestand an. Schwere Entscheidung „Bis vor einem Jahr habe ich noch nie einen Gedanken daran verschwendet Hausarzt zu werden. Ein guter Freund hat mich damals darauf aufmerksam gemacht, dass Erwin Kaltseis in Pension geht, und so nahm die Geschichte dann irgendwie seinen Lauf“, so der zukünftige Engelhartszeller Hausarzt. Nach etwa 40 Jahren Lebensmittelpunkt in der Stadt fiel dem gebürtigen Engelhartszeller die Entscheidung aber alles andere als leicht. „Ich konnte mir nicht vorstellen nicht mehr in der Stadt zu wohnen und nicht mehr als Anästhesist zu arbeiten.“ Mittlerweile hat er sich mit diesem Gedanken aber gut abgefunden und freut sich auf seine neue Aufgabe. „Die Menschen in Engelhartszell scheinen sich darüber zu freuen, dass ich ihr neuer Hausarzt werde. Das bestärkt mich natürlich in meiner Entscheidung“, ist Michael Bräuer-Mocker überzeugt, den richtigen Schritt getan zu haben. Ein weiterer Punkt, der ihm die Entscheidung erleichtert hat, ist der Hausärztliche Notdienst (HÄND), der im Vorjahr im Bezirk installiert wurde. „Entscheidend war für mich auch, ob ich meine Lebensqualität verbessern kann, und der hausärztliche Notdienst führt unter anderem auch zu einer solchen Verbesserung.“ Herausforderung und Dank Als größte Herausforderung sieht er vor allem die Selbstständigkeit. In Zukunft ist er nicht mehr einfacher Angestellter, sondern Unternehmer mit Mitarbeitern. „Als Chef musst du dich um alles kümmern und schauen, dass der Betrieb läuft. Erwin und Astrid Kaltseis haben mir ihre Unterstützung zugesagt und dafür bin ich ihnen sehr dankbar“, so Bräuer-Mocker. Die Tatsache, dass sich nun der Kreis schließt und er das Erbe seines Tauf- und Firmpaten Richard Lindinger antritt, empfindet Michael Bräuer-Mocker als „eigenartiges, aber sehr besonderes Gefühl“.


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