Ennser Metalcore-Band „Before Us All“ spielte Abschiedskonzert in der Zuckerfabrik
ENNS. Die Ennser Metalcore-Band „Before Us All“ löst sich nach zehn Jahren auf, um neue Wege zu gehen. Tips traf Sänger Michael Morawetz, Bassist Thomas Roithmayr und Schlagzeuger Christoph Berger beim Abschiedskonzert dort, wo ihre Karriere begann - in der Ennser Zuckerfabrik.

Tips: Was waren die Höhepunkte eurer Bandgeschichte?
Morawetz: 2011 haben wir die EP „Facing the shades“ herausgebracht. Ein Jahr darauf kam das erste Album „Revelations“ und 2019 das dritte Album „Deception“. Das waren unsere Meilensteine. Es waren wahnsinnig viele schöne Shows dabei. Über die zehn Jahre haben uns auch viele Leute begleitet.
Tips: Wo habt ihr getourt?
Morawetz: Österreich, Deutschland, Tschechien und Slowakei.
Tips: Wo war das Publikum am besten?
Morawetz: Meines Erachtens in Tschechien. Dort wird der Metal-Underground sehr wertgeschätzt. In Österreich ist der Markt sehr übersättigt, besonders in Wien.
Tips: Kann man es als österreichische Heavy Metal-Band zu nationaler und internationaler Bekanntheit bringen?
Morawetz: National auf jeden Fall. Es kommt darauf an, was man will. Will man zehn Shows im Jahr spielen oder jedes Wochenende auftreten? Ich glaube schon, dass man in Österreich etwas erreichen kann. Der Markt ist aber nicht so wie in anderen Ländern.
Berger: Nur in Österreich kann man mit der Musik nicht bleiben. Man muss schon international denken, sonst kann man eher nicht davon leben. Mit dem Internet ist es heute nicht so schwer, seine Musik zu verbreiten.
Tips: Konntet ihr von der Musik leben?
Berger: Nein, leider nicht. Alleine wenn man betrachtet, was die Technik kostet, geht es sich nicht aus. Man hat schon immense Ausgaben.
Roithmayr: Wir waren froh, wenn wir mit Null ausgestiegen sind, wenn wir von einem Konzert heimgefahren sind.
Tips: Die vergangenen zwei Jahre hat sich wahrscheinlich nicht sehr viel getan?
Berger: Wir haben versucht, das Beste daraus zu machen und haben auch ein Musikvideo mit Homerecording versucht. Wir haben auch einen Gig über Livestream gemacht. So etwas zehrt aber schon etwas an der Motivation mit der Zeit. Ohne Livekonzert geht es nicht. Manche Bands hat die Corona-Zeit das Genick gebrochen.
Tips: Wie kommt es eigentlich gerade jetzt, wo alles wieder offen ist, zur Auflösung von Before Us All?
Morawetz: Die Entscheidung gibt es schon länger und ist nicht von heute auf morgen gekommen. Irgendwann ist es Zeit für etwas Neues. Wir schauen jetzt, wo die Reise hingeht. Es wird definitiv neue Projekte geben. Die Reise von Before Us All ist aber mit dem heutigen Tag beendet.
Berger: In den zehn Jahren hat sich persönlich bei uns auch sehr viel getan. Die Interessen haben sich einfach verschoben.
Morawetz: Wir haben uns aber nicht zerstritten. Zwischen uns passt es immer noch sehr gut.
Tips: Ihr werdet dem Metal aber treu bleiben?
Morawetz: Ja. Wenn man einmal in dem Genre ist, bleibt man auch dabei.
Berger: Die Musik taugt uns ja allen voll. Es ist nicht so, dass einer von uns jetzt umsteigt und Country-Sänger wird oder so.
Tips: Was bedeutet die Zuckerfabrik für euch?
Morawetz: Die Zuckerfabrik ist quasi unser zweites Wohnzimmer. Wir haben hier eine unserer ersten Shows gespielt, und sie begleitet uns seit Stunde null. Es steckt ein wahnsinnig geiles Team dahinter. Es gibt selten so einen Verein, bei dem sich die Leute so ins Zeug hauen.
Berger: Wir haben hier auch einen eigenen Proberaum. Da wir so eine starke Verbindung zur Zuckerfabrik haben, haben wir gesagt, dass der Gig hier stattfinden muss. Hier hat es angefangen, und hier hört es auch auf.


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