Zahlreiche Gäste bei „500 Jahre Reformation“ im Auerspergsaal
ENNS. Im Auerspergsaal des Schlosses Ennsegg ließ sich ein zahlreiches und wissbegieriges Publikum von zwei Mitgliedern des Museumsvereines Lauriacum Enns in die turbulente Zeit der Reformation entführen.

Der ehemalige Diözesanarchivar Johannes Ebner schilderte fachkundig, welchen Aufschwung Enns im protestantischen Jahrhundert, zwischen 1517 bis 1626, genommen hatte. Das bis heute sichtbare Wahrzeichen dieser Zeit ist der Ennser Stadtturm mit seiner Victoria als Helmbekrönung. An Dramatik wohl nicht zu überbieten war der Beschuss des protestantischen Enns durch die aufständischen protestantischen(!) Bauern: die Ennser Bürger konnten ihren bäuerlichen Freunden aber die Stadttore nicht öffnen, weil dies eine katholische bayrische Besatzung verhinderte.
Zahlreiche Reformatoren
Manfred Holzleitner betonte, dass es nicht nur Martin Luther, sondern viele Reformatoren gab. Die Schilderung des Schicksals des oft missdeuteten Reformators Thomas Münzter, einem frühen Anwalt des ausgebeuteten „gemeinen Mannes“, rührte so manche Zuhörer. Sein wunderbarer Begriff der „füglichen Empörung“ ließ viele beim anschließenden Buffet angeregt weiter diskutieren.
Einnahmen finanzieren Orgel
Erfreulich, wie friedlich und heiter sich hier der evangelische Pfarrer und die katholischen Geistlichen unterhielten. Der Reingewinn dieses Vortragsabends dient zur Gänze der Restaurierung der wertvollen tragbaren Orgel im Museum Lauriacum. Musikalisch vertieften die „Cantores Severini“ den Abend mit zum Thema passenden vierstimmigen Gesängen.


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