Kunst aus Granit: „Bei mir dreht das ganze Leben um den Stein“

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Michaela Primessnig Tips Redaktion Michaela Primessnig, 27.01.2022 10:32 Uhr

ST. VALENTIN/ST. LEONHARD BEI FREISTADT. Seit elf Jahren gestaltet Willibald Gusenbauer Kunstwerke aus Mühlviertler Granit. Für den 63-Jährigen ist seine Leidenschaft aber auch Balsam für die Seele. 16 bis 18 Stunden Arbeit am Tag machen ihm gar nichts aus, sondern haben ihm auch geholfen, seine Schaffenszeit als Therapie zu nutzen.

Schon als Kind war der gebürtige Mühlviertler künstlerisch aktiv und hat Bilder, Figuren, Ornamente und Körbe aus Holz geschnitzt. Vor elf Jahren ist der pensionierte Baumeister auf den Stein gekommen. „Ich war damals gesundheitlich angeschlagen und musste mit meiner Firma aufhören. Da habe ich nach was gesucht, womit ich mich beschäftigen kann“, erzählt der Wahl-St. Valentiner. Angefangen hat er dann mit der Bearbeitung von Findlingen aus dem Mühlviertel. Daraus hat er einfache Figuren, Blumengrander und kleinere Dekostücke gefertigt. Um sich auch eine geeignete Werkstätte leisten zu können, hat er Granitpflaster verlegt und Steinmauern gebaut.

Kostspielige Leidenschaft: Stein wird immer teurer

Inzwischen ist aus dem Hobby eine wahre Lebensaufgabe geworden. Eingemietet ist Gusenbauer hinter einem Bauernhof in Raad, wo er auch seine Kunstwerke zur Schau stellt. Längst hat er sich dem Erschaffen von Skulpturen und großen Deko­stücken zugewandt. „Es gibt gar nicht so viele, die als Steinkünstler arbeiten. Es ist eine teure Angelegenheit. Nicht nur das Material ist in den vergangenen Jahren um 35 Prozent teurer geworden, man muss auch jedes Jahr eine fünfstellige Summe in das Werkzeug investieren“, so der 63-Jährige im Tips-Gespräch.

Inzwischen hat es sich aber schon herumgesprochen, dass der kleine Mann aus St. Leonhard bei Freistadt wunderbare Werke aus Stein erschaffen kann. „Zu mir kommen auch immer wieder andere Steinkünstler. Auch einer, der in ganz Europa seine Aufträge hat, war schon bei mir. Er hat mir gesagt, bei ihm würden solche Stücke das Zehnfache kosten“, schmunzelt Gusenbauer. „Diese Künstler fertigen alle zuerst ein Muster an, z.B. aus Gips. Ich sehe ein Foto und dann mache ich mich ans Werk.“ Seine Arbeit sieht der St. Valentiner aber auch als eine Art Therapie: „Ich hatte früher mit Depressionen zu tun, jetzt geht es mir deutlich besser. Ich arbeite im Sommer oft 16 bis 18 Stunden, aber ich habe nie was anderes gekannt, deswegen brauche ich es, das sagt auch meine Therapeutin.“

Werkstatt aus Schrott ist Mittelpunkt seines Lebens

Seine Werkstatt in Raad hat sich der St. Valentiner selbst zusammengebastelt. Auf der Wand steht geschrieben: „Ich mach mir was aus Schrott!“ Die Behausung hat ihn nichts gekostet und das reicht dem 63-Jährigen. Wichtig ist ihm, dass er in Ruhe dort auch im Winter dahinwerkeln kann. Auch Interessenten seiner Kunstwerke können sich dort ein Bild von seinem Schaffen machen. „Mir ist es am liebsten, wenn die Leute ihre Wünsche äußern und etwas in Auftrag geben. Die meisten kommen aber und suchen sich dann was aus, was ich schon gemacht habe. Inzwischen bin ich aber so weit, dass ich alles aus Stein machen kann. Das haben mir auch schon viele Leute bestätigt und da bin ich wirklich stolz drauf“, so Gusenbauer, der sich alles selbst beigebracht hat.

Skulpturen für den Garten und Upcycling-Kreationen

Am beliebtesten sind aktuell Skulpturen für den Garten. „Es ist schon eine Herausforderung, alleine den Stein für so eine Figur hierher zu transportieren“, erklärt der Mühlviertler, der natürlich auch den Granit ausschließlich aus seiner Heimat bezieht. „Jeder Stein soll auch seine Eigenheit behalten, die größte Steinkünstlerin bleibt ja immer die Natur.“ Je nach Größe und Art des Stückes dauert es schon ein bis mehrere Wochen, bis so ein Werk dann fertiggestellt ist. Für nächstes Jahr hat z.B. jemand eine Madonna in Auftrag gegeben, dafür braucht es dann auch ausreichend Zeit.

Zwischendurch fertigt Gusenbauer aber auch kleine Dekoobjekte an, die nicht so lange dauern. Aus Stein und Metall oder Stein und alten Überbleibseln. „Ich möchte auch mal was mit Glas ausprobieren, aber an sich möchte ich schon bei meinem Stil bleiben. Der Stein soll im Mittelpunkt stehen. Mein ganzes Denken dreht sich um ihn, 24 Stunden am Tag. Manchmal träume ich sogar vom Stein. Er ist einfach mein Element“, erklärt der Künstler mit einem vollends zufriedenen Lächeln im Gesicht.

Steinkunst Willibald GusenbauerKontakt: Tel. 0660/7053099

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