Gute Honigerträge erwartet
ENNS. Das Jahr startete vielversprechend und die Imker begannen zeitig, ihre Honigernten zu kalkulieren. Die Erträge waren vor allem beim Blütenhonig sehr gut. Bei der Waldhonig-Ernte gab es große regionale Unterschiede. Zudem endete die Imker-Saison abrupt und zwei bis drei Wochen früher als in einem normalen Jahr. Tips hat mit Hobbyimker Harald Lackner aus Enns über die aktuellen Herausforderungen gesprochen.

„Das heurige Jahr war gar nicht schlecht, ich rechne mit einem Mehrertrag von ungefähr zehn Prozent“, zieht Harald Lackner Bilanz. Lackner betreibt die Imkerei seit 2016 als Hobby. „Der Honig ist bei mir nur ein Nebenprodukt, das Hauptaugenmerk liegt in der Gewinnung von Propolis“, erklärt Lackner seinen Zugang zur Imkerei. Seine Bienenstöcke stehen auf Privatgrund im Einzugsbereich der Felder und des nahe gelegenen Eichbergs.
„Der Ertrag hängt viel mit dem Geschick des Imkers und der Beschäftigung mit der Imkerei zusammen. Bienenstöcke hinstellen und hoffen, dass der Ertrag kommt, wird selten funktionieren“, ist Lackner überzeugt.
Lackner hat seine Bienenvölker gut durch den Winter gebracht, warme Temperaturen und eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit im Mai führten zur optimalen Nektarsekretion bei Bäumen, Sträuchern und Blütenpflanzen.
Teilweise gute Erträge
„Sowohl in den intensiven Ackerbaugebieten mit Schwerpunkt Raps als auch in den Grünlandgebieten mit Obst- und Blühpflanzen freuten sich die Imker über einen guten bis sehr guten Honigertrag. Einträge bis zu 30 Kilogramm Blütenhonig pro Bienenvolk konnten erzielt werden, sodass die leeren Blütenhoniglager aufgefüllt wurden“, fasst Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger die Honigbilanz 2022 zusammen. „Im Großen und Ganzen war der Ertrag der Honigernte etwas besser als im Vorjahr, auch wenn die Erwartungshaltung eher überschaubar war. Der Honig, der erzeugt werden konnte, ist aber wirklich super geworden“, stimmt für den Obmann des Imkervereins Linz-Land Biene zumindest die Qualität des Honigs.
Waldhonig als Sorgenkind
Die frühe Entwicklung der Honigtauerzeuger-Populationen ließ die oberösterreichischen Imkerinnen und Imker auf eine großartige Waldhonigernte hoffen. Vielerorts verzeichneten sie schon früh im Jahresverlauf Waldhonig-Einträge. „Der Waldhonig war heuer ganz schlecht bei uns. Der ist durch den Regen Anfang Juni ziemlich ausgefallen“, war Christian Mader, Obmann des Imkervereins Linz-Land Biene, vom Ertrag im Bezirk jedoch ernüchtert.
„Während die Bienen beim Blütenhonig in erster Linie Blütennektar sammeln, nehmen sie beim Waldhonig Honigtau von Honigtauerzeugern verschiedener Bäume auf. Beide Formen werden erst durch die vielen fleißigen Stockbienen im Bienenvolk durch Umtragen, Hinzufügen von Enzymen und Entziehen von Wasser und das abschließende Verdeckeln durch Bienenwachs zu Honig“, erklärt Karl Neubauer vom Bienenparadies Neubauer.
Problem Bodenversiegelung
Die heimischen Imker bekommen die vermehrte Bodenversiegelung vermehrt zu spüren. „Jeden Tag werden in unserer Gegend ein paar Quadratmeter zubetoniert“, so Lackner. Gerade im Enns-Donau-Winkel entstanden in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Verkehrsflächen und riesige Industriebauten. Zusammen mit einer intensiven Agrarnutzung ist eine Abnahme der Artenvielfalt zu beobachten. Der Flächenfraß führt nicht nur zu einer Verarmung der Pflanzenwelt, auch viele andere Insekten sind im Rückgang begriffen.


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