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ENNS, MAUTHAUSEN. Seit 30 Jahren verbindet die Donaufähre Ennsegg die beiden Donauufer oberhalb der Mauthausenbrücke. Tips begab sich auf Überfahrt mit Alois Lengauer, Donau-Urgestein und dienstältester Fährmann.

Die Fährmänner wurden für ihre ehrenamtliche Arbeit geehrt (Foto: Wolfgang Simlinger)
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Am Fähranleger warten schon einige Radfahrer. Man hört Niederländisch, Italienisch und norddeutschen Dialekt. Der Donauradweg ist Anziehungspunkt für Radtouristen aus unterschiedlichen Ländern. Aber auch Einheimische nutzen die Fähre, um ihre Trainingskilometer entlang der Donau zu absolvieren oder einfach in Mauthausen einen Eisbecher zu genießen. 12 Personen inklusive Fahrrad fasst die Fähre und bei Schönwetter kann es schon mal ein wenig dauern, bis alle Fahrräder gut verstaut sind. Aber der Fährmann lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Stress und Hektik scheinen ihm fremd zu sein.

Von Anfang an dabei

In der ganzen Region kennt man ihn: braun gebrannt, immer barfuß, die langen grauen Haare zusammengebunden – Alois Lengauer, ein Fährmann wie aus dem Bilderbuch. „Wenn du wissen willst, wie das Leben funktioniert, dann werde Gärtner oder Fährmann, am besten beides“, lautet sein Motto. Die Donau hatte auf ihn immer schon eine magische Anziehungskraft. Auf Anregung von Willi Breitenfellner, dem damaligen Strommeister, absolvierte er eine Lehre als Schiffsjunge bei der Donaudampfschifffahrtsgesellschaft und wurde mit 24 Jahren jüngster Kapitän mit der Berechtigung, Schiffe aller Art und Größe zu manövrieren. Mit Frachtschiffen fuhr er bis ins Schwarze Meer, bis der Balkankrieg dem Schiffsverkehr ein Ende bereitete. Kurz vor dem Verkauf der DDSG beendete Lengauer seine Tätigkeit und nahm eine Stelle als Schulwart im Bundesoberstufenrealgymnasium Perg an. Aber die Donau ließ ihn nicht los.

30 Jahre Erfolgsgeschichte

1994 richteten die Tourismusverbände Enns und Mauthausen eine Donauradfähre ein und Lengauer war einer der Ersten, die für die ehrenamtliche Mitarbeit gewonnen werden konnten. Mittlerweile ist er der dienstälteste Fährmann und kann einiges erzählen. Neben Tagesausflüglern, die die Fähre für einen Radausflug nutzen, sind es vor allem die internationalen Gäste, die den Job spannend machen. Der Donauradweg lag schon mehrmals auf der Route von Weltreisenden und Pilgern, die mehrere Jahre mit dem Fahrrad unterwegs sind. Auch ein gebürtiger Steirer war Gast auf der Fähre Ennsegg. Seit fünf Jahren ist er unterwegs, um Geld für die Kinderkrebshilfe zu sammeln. Sein Ziel ist es, die Welt vom Nordkap bis zum Südkap zu bereisen. Lengauer hat nach wie vor Kontakt zum Radfahrer, der aktuell durch den Irak tourt. Auch eine Tour mit Bewohnern des Altenheims blieb Lengauer in Erinnerung. Vor einigen Jahren wurden die Senioren, darunter sieben Rollstuhlfahrer, mit einer „Mini-Kreuzfahrt“ überrascht. Auch Lengauers Mutter war unter den Gästen. Sie wurden in Mauthausen abgeholt, dann ging es mit der Fähre entlang der Donau, zum Ennshafen und wieder zurück nach Mauthausen. Ein 90-jähriger Gast hatte noch nie Mauthausen von der Donau aus gesehen und hatte nach der Fahrt Tränen in den Augen. Privat ist Lengauer leidenschaftlicher Gärtner und engagiert sich aktiv für den Umweltschutz. Als Atomkraftgegner trat er in den Hungerstreik, um gegen das Atomkraftwerk Temelin zu demonstrieren.

Fähre als Touristenmagnet

Neben Lengauer verrichten ungefähr 20 Fährmänner bei jedem Wetter ihren Dienst auf der Fähre Ennsegg. Nur bei Hochwasser wird die Schifffahrt eingestellt. Neben dem Fahrdienst kümmern sie sich auch um Reparaturen und die Wartung und Reinigung der Fähre sowie der drei Anlegestellen in Enns, Mauthausen und Pyburg. Die Fähre quert die Donau in den Monaten Mai bis August zwischen 9 und 19 Uhr, im September bis 18 Uhr und transportiert ausschließlich Personen mit oder ohne Fahrräder. „Vor 30 Jahren hat mein Vorgänger Wolfgang Heubl die Radfähre Ennsegg ins Leben gerufen. Mittlerweile transportieren wir jedes Jahr 24.000 Personen von Ufer zu Ufer“, zeigt sich der Ennser Tourismusobmann und Hotelier Wolfgang Brunner zufrieden.


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