Peter Riedl: „Wichtig für uns ist Klarheit, wie es mit dem Trainingsbetrieb weiter geht“
REGION. Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler hat vorige Woche einen Stufenplan für das schrittweise Hochfahren des Sports präsentiert. Im Fußball werden alle Ligen im Amateurbereich abgebrochen und annulliert. Auf- und Absteiger gibt es folglich keine.

Für Peter Riedl, den Trainer des ASK St. Valentin, war diese Entscheidung zu erwarten. „Die Regelung ist verständlich. Wichtig für uns ist, dass wir bald eine Klarheit bekommen, wie es mit dem Trainingsbetrieb im Fußball weitergeht“, so Riedl. Die Spieler absolvieren derzeit ein Heimtrainingsprogramm. Man merke aber, dass die Motivation und die Lust sinken. Die in den sozialen Netzwerken verbreiteten Challenges seien ganz nett, würden aber kein Mannschaftstraining ersetzen. Geisterspiele wie in der Bundesliga kann sich Riedl im Amateurbereich nicht vorstellen: „Amateurvereine leben von den Zuschauern. Da wäre es besser, die Saison später zu beginnen.“
Fairste Lösung
„Das ist die fairste Lösung, auch wenn wir gerne gespielt hätten. So eine Situation kann man nicht voraussagen“, sagt Peter Öllinger, Trainer des SK Asten. Seine Mannschaft steht mit sechs Punkten am Tabellenende der Bezirksliga Ost, kann aber aufgrund der neuen Regelung nicht absteigen. Für die Frühjahrssaison wären die Astener positiv gestimmt gewesen. „Wir haben uns im Winter verstärkt. Unser Ziel war ein Relegationsplatz, auch wenn es natürlich nicht leicht geworden wäre“, so Öllinger, der hofft, dass ab Juli wieder normal trainiert werden kann.
ESK gegen LASK abgesagt
Abgesagt ist auch das geplante Jubiläumsspiel des ESK Enns am 20. Juni gegen den LASK. Nach Rücksprache mit LASK-Manager Georg Hochedlinger wurde das Spiel auf nächstes Jahr verschoben. Das genaue Datum wird noch bekannt gegeben. Grundsätzlich ist der Juni geplant. Alle Karten behalten ihre Gültigkeit.
Hilfe vom Fußballverband
Die Einstellung des Spielbetriebs von der Regionalliga bis zur untersten Klasse und die Annullierung der laufenden Meisterschaften hat auch wirtschaftliche Konsequenzen für die Vereine. Für Härtefälle wird vonseiten der Politik ein Hilfspaket in Aussicht gestellt. Auch der OÖ Fußballverband unterstützt im Rahmen seiner Möglichkeiten die Mitgliedsvereine. Im Zuge des modifizierten Anreizsystems und der Prämierung von kreativen und sozialen Vereinsaktionen werden insgesamt 250.000 Euro ausgeschüttet. Zudem werden Gebühren erlassen. Getätigte Subventionszusagen bleiben aufrecht.
Gebührenerlass
Die Gebühren für die Nutzung des Online-Netzwerks werden für das zweite Quartal erlassen. Die Gebühren für das erste Quartal werden erst in Rechnung gestellt, sobald sich die Erlössituation der Vereine wieder normalisiert hat. Die Wettspielabgabe wird ebenso erlassen.
Ausschüttung Anreizsystem
Da die vorgesehenen Kriterien nicht herangezogen werden können, werden alle OÖFV-Mitgliedsvereine um eine Utensilienzuteilung ansuchen können. In diesem Topf des OÖFV stehen 200.000 Euro zur Verfügung, die aliquot unter den fristgerecht eingereichten Ansuchen aufgeteilt werden.
Corona-Vereinsaktionen
Viele Vereine haben kreative Gegenmaßnahmen zum Corona-bedingten wirtschaftlichen Engpass in der Vereinskasse ergriffen oder mit sozialen Aktionen gepunktet – und damit das große gesellschaftliche Verantwortungsbewusstsein des Fußballs unter Beweis gestellt. Da der Fairnesspreis für die Saison 2019/20 nicht zur Ausschüttung kommen kann, werden nun die besten Vereinsaktionen belohnt. Der OÖFV schüttet insgesamt 50.000 Euro in Form von Prämien aus. Details folgen auf ooefv.at.


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