Christine Haberlander: Oberösterreich investiert in das Gesundheitswesen
ENNS/OBERÖSTERREICH. Die demografische Entwicklung und der medizinische Fortschritt fordern das Gesundheitssystem weiterhin stark heraus. Diese Tatsachen erfordere eine weitere kontinuierliche Investition in unser Gesundheitssystem.

Das Land OÖ und die oö. Gemeinden geben daher 2018 zusätzlich 63,8 Millionen Euro für Gesundheit aus. Die oben genannten Faktoren stellen an das System allerdings große Herausforderungen. Das seien nicht nur Schlagworte, wie anhand einiger Beispiele deutlich wird.
Fallzahlen steigen
Altersbedingte Netzhauterkrankungen werden mit intravitrealen Medikamenteneingaben in den Glaskörper (IVOM) behandelt. 2010 wurden rund 8000 solcher Leistungen erbracht, im Jahr 2016 waren es rund 25.000 Leistungen pro Jahr – diese Zahl steige weiter an. Auch in der Orthopädie oder in der Onkologie steigen die Fallzahlen. Es werde eine gewaltige Herausforderung bleiben, diese Entwicklung finanzierbar zu halten.
Fortschritt muss finanziert werden
„Gleichzeitig müssen wir den medizinischen Fortschritt finanzieren: neue Therapien in der Onkologie oder bei spinaler Muskelatrophie und seltenen Erkrankungen mit Jahresbehandlungskosten von teilweise über 100.000 Euro je Patient und Jahr“, so Gesundheits-Landesrätin Christine Haberlander aus Enns.
Innovative Medikamente
„Wir haben neue innovative Medikamente wie etwa Soliris zur Behandlung seltener Bluterkrankungen. Dadurch entstehen jährliche Behandlungskosten pro Patient von bis zu über 600.000 Euro pro Jahr - bei einer lebenslang notwendigen Behandlungsdauer. Darüber hinaus stehen natürlich in einer modernen Spitalslandschaft auch laufend erhebliche Investitionen in Ersatzanschaffungen und Modernisierungen bei Großgeräten an, wie etwa ein Linearbeschleuniger am Krankenhaus BHS Linz“, so Haberlander weiter.
Auch in den Regionen investiert das Land Oberösterreich
- Ersatzanschaffungen/Modernisierungen bei Großgeräten wie etwa Linearbeschleuniger OKL/KH BHS Linz
- Kinder-Reha Rohrbach
- MR Geräte neu in Rohrbach und Vöcklabruck
- Primärversorgungsmodell Haslach ab 1. Jänner 2018;
Primärversorgungseinheiten Enns und Marchtrenk bereits in Betrieb
„Wichtig ist mir, dass wir bei vielen Projekten, gerade bei den Primärversorgungseinheiten, eng mit der Gebietskrankenkasse und der Ärztekammer zusammenarbeiten. Diese hervorragende Zusammenarbeit ist österreichweit einzigartig“, betont Haberlander.
Ständige Evolution zur Weiterentwicklungder medizinischen Versorgung notwendig
Die Gesundheit sei dem Land OÖ und den Gemeinden jährlich einen beachtlichen Budgetzuwachs wert. Der medizinische Fortschritt sei aber dennoch nur finanzierbar, wenn trotz dieser Zuwächse auch bisherige Fehlversorgungen und Doppelgleisigkeiten vermieden werden. Beispielsweise gebe es viele Eingriffe, die früher lange Spitalsaufenthalte erforderten und heute tagesklinisch möglich oder nur mit einem kurzen Aufenthalt verbunden sind. Daraus ergäbe sich ein Vorteil für den Patienten und mache Ressourcen für andere Aufgaben im Spital frei.
Schwerpunkt weiter auf Prävention
Ein besonderer gesundheitspolitischer Schwerpunkt sei die Prävention. Neue landesweite Präventionsprojekte seien in Entwicklung, bewährte Projekte erhalten neue Akzente. „Durch Präventionsmaßnahmen können wir Krankheiten vorbeugen. Je früher wir mit präventiven Angeboten anfangen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich schon Kinder gesund ernähren und genug bewegen und dass aus diesen Kindern gesunde Erwachsene werden“, so Haberlander.
Gesunde Gemeinde
Im Netzwerk Gesunde Gemeinde konnte eine fast 100 prozentige (436 von 439 Gemeinden ohne Statutarstädte) Beteiligung erreicht werden. Zur Steigerung der Qualität in der kommunalen Gesundheitsförderung wurde im Jahr 2010 das Qualitätszertifikat Gesunde Gemeinde eingeführt, mit dem heurigen Jahr beteiligen sich daran bereits 83 Prozent der Gemeinden.


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