LNG-Tankstelle und klimaneutraler Kaffee reduzieren CO²-Belastung
ENNS/KRONSTORF. Klimaneutralität und Umweltschutz sind Schlagworte, die in Anbetracht des Klimawandels immer bedeutender werden. Tips stellt zwei Projekte vor, die sich um diese Themen angenommen haben.

Die RAG Austria AG ist das größte Gasspeicher- und somit Energiespeicherunternehmen Österreichs. Im Ennshafen betreibt das Unternehmen seit 2017 die österreichweit erste LNG-Tankstelle. LNG (Liquefied Natural Gas) ist Erdgas, das durch Abkühlung auf Temperaturen von bis zu minus 160 Grad in einen flüssigen Zustand versetzt wird. Das Erdgas besteht zu fast 100 Prozent aus Methan und hat einen durchschnittlichen Brennwert von circa 11,3 Kilowattstunden pro Kubikmeter Gas.
Weniger Feinstaub und Lärm
Der Standort in Enns hat Kapazität für zwölf Tonnen LNG. Das entspricht rund 60 bis 90 LKW-Tankfüllungen. Das Erdgas stammt unter anderem aus heimischen Erdgaslagerstätten und wird in der RAG-eigenen LNG-Anlage in Gampern (Bezirk Vöcklabruck) aufbereitet, wo etwa zwei Tonnen LNG pro Tag hergestellt werden. Ein Kilogramm LNG hat einen Energieinhalt von 1,3 Liter Diesel. Im Vergleich zu Diesel werden bei LNG die Schwefeloxid- und Feinstaubemissionen um 95 Prozent, die Stickoxidemissionen um mehr als 70 Prozent und der CO2-Ausstoß um bis zu 15 Prozent reduziert. Die Lärmemissionen sind um bis zu 50 Prozent geringer als bei einem Dieselfahrzeug.
Weitere Tankstellen geplant
Im März 2019 wurde in Kooperation mit der Firma F. Leitner die zweite LNG-Tankstelle in Graz eröffnet. Weitere Standorte werden geprüft. Außerdem ist eine LNG-Verflüssigungsanlage mit Standort in Oberösterreich, welche zukünftig auch Bio-LNG produzieren kann, in Planung.
Ausgleich der Emissionen
Das Handelsunternehmen Gemeos GmbH in Kronstorf bringt mit seinem „Caffè Gemelli“ den ersten klimaneutralen Bohnenkaffee in Österreich auf den Markt. Alle in der Wertschöpfungskette (Anbau, Ernte, Aufbereitung, Transport, Röstung, Verpackung, Transport plus Transport zum Endkonsumenten) entstehenden Emissionen werden durch das Unternehmen Climate Partner vollständig berechnet und über Klimaschutzprojekte (beispielsweise ein Schutzprojekt im brasilianischen Regenwald) ausgeglichen.
Fuhrpark auf E-Mobilität umgestellt
Durch eine eigene Stromproduktion mittels Photovoltaik-Anlage und dazugehörigem Stromspeicher für den Nachtverbrauch schlägt die Gemeos GmbH einen grünen Weg in eine nachhaltige Zukunft ein. Der Fuhrpark des Unternehmens wird zudem sukzessive auf E-Mobilität umgestellt. Gründer Josef Kirisits hofft, dass die klimaneutrale Ausrichtung seines Unternehmens auch für seine Partner und andere Unternehmen ein Weckruf in Richtung Klimaneutralität ist.
Zum Wohle der Umwelt
Am wichtigsten ist ihm aber, die CO²-Emissionen im Unternehmen so gering wie möglich zu halten. Dieser Schritt gelang teilweise schon durch den Umbau des elterlichen Kaufhauses zu einem nachhaltigen Bürogebäude, welches zu 100 Prozent energieautark betrieben wird. „Nur gemeinsam können wir unseren Planeten vor einer drohenden Klimakatastrophe retten. Speziell auch als kleines Unternehmen muss man reagieren und zum Wohle der Umwelt wirtschaften“, sagt Kirisits.


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