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Linz-Land/Niederneukirchen. Coronabedingt klappte es erst im vierten Versuch, das Regionaltreffen des Klimabündnisses in Niederneukirchen abzuhalten. Für Klimalandesrat Stefan Kaineder war es der erste Besuch. Er zeigte sich vom Zuspruch beeindruckt.

Norbert Rainer (l.), Andreas Drack (2.v.l.) und Landesrat Stefan Kaineder (3.v.l.) mit Vertretern der Gemeinde Niederneukirchen beim Klimabündnis Regionaltreffen (Foto: Ramaseder)

Zahlreiche Vertreter aus den Gemeinden des Bezirkes waren der Einladung vom Klimabündnis gefolgt und nahmen an der Diskussion mit Regionalstellenleiter Norbert Rainer, Andreas Drack von der Klimarettung OÖ und Landesrat Kaineder teil. Gastgeber Christoph Gallner, Bürgermeister von Niederneukirchen war über den guten Besuch erfreut.

Stefan Kaineder freute sich, endlich in den Dialog mit den Bürgern treten zu können: „Der Platz hinter dem Schreibtisch ist nicht mein Lieblingsplatz. Viele geplante Termine waren heuer bisher coronabedingt nicht möglich gewesen.“ In seinem Plädoyer für den Klimaschutz, machte er darauf aufmerksam, dass wir laut Wissenschaft nur noch soviel Zeit zur Verfügung haben, die seit der Jahrtausendwende bisher vergangen ist und sprach von einer „riesigen Herausforderung“ der Energiewende. Er machte aber gleichzeitig darauf aufmerksam, dass die Corona-Krise für den Klimaschutz eine riesige Chance sein könne. Oberösterreich und im speziellen auch Linz-Land haben eine große Dichte an Klimabündnis-Gemeinden und er ermutigte dazu, dabei mitzuhelfen, die Ziele weiter zu verfolgen. „Bei der Klimakrise dürfen wir es nicht zum Notstand kommen lassen, und ich glaube das geht“, so der Klimalandesrat, der die ökologische Zeitenwende als schwierig aber schaffbar einordnet.

Förderungen sinnvoll einsetzen

Kaineder forderte die anwesenden Vertreter auf, das neue Umweltförderprogramm des Landes intensiv in Anspruch zu nehmen. Investitionen für Gemeinden werden dabei besonders gefördert. „Zusätzlich ist die Gemeindemilliarde auch explizit für Klimaschutz-Projekte gedacht. Die Förderung des Bundes ist immer zusätzlich und kann einen Schub im Kampf gegen die Klimakrise bewirken“, ist Stefan Kaineder überzeugt. Auch Klimabündnis Regionalstellenleiter Norbert Rainer appelliert, das Geld in konkrete Projekte zu stecken: „Die Bevölkerung wird es euch danken“.

Klimabündnis als Ansprechpartner

Rainer bezeichnete das Klimabündnis als „Bauchladen für Klimaschutz“ und betonte, dass in allen Lebensbereichen etwas zu tun ist: „Wenn Gemeinden beim Thema Energie beschränkt sind, können wir vielleicht in Richtung Ernährung etwas vorantreiben“. Auch forderte er engagierte junge Leute auf, sich ans Klimabündnis zu werden. „Wir haben wirklich viele Angebote. Etwa auch Workshops zu verschiedensten Themen wie Dürre oder Fluten, bei denen verschiedenste Organisationen mitwirken, die alle unterschiedliche Blickwinkel auf die Thematik haben.“ Besonders für Schulen hat das Klimabündnis ein besonderes Programm auf Lager - und das alles kostenlos.

Unternehmen einbinden

Dass der Kampf gegen den Klimawandel nur unter Mithilfe und Einbeziehung der Wirtschaft stattfinden kann, scheint augenscheinlich. Es gibt mittlerweile schon über 800 Klimabündnis-Betriebe, die sich aktiv dem Klimaschutz verschrieben haben. „Da sind auch Leitbetriebe wie etwa Rosenbauer mit dabei. Und keiner bereut es“, freut sich Norbert Rainer. Andreas Drack ergänzt, dass die Wirtschaft bei dieser wichtigen Transformation unterstützt werden muss, es aber auch große Chancen beinhaltet. „In den Klimaschutz investieren und damit die Erderwärmung nicht über höchstens 1,5 Grad steigen zu lassen, ist die billigste Variante im Vergleich zu sonstigen derzeit abschätzbaren Kosten“, so der Klimaexperte vom Land OÖ.

Gemeinschaftsprojekte fördern

Die Anwesenden sind sich einig, dass für alle Bereiche Möglichkeiten der erneuerbaren Energie geschaffen werden müssen. Landesrat Kaineder kündigte etwa an, dass es Änderungen geben wird, um etwas Gemeinschaftsanlagen zur Energiegewinning in Form von Bürgerbeteiligungsmodellen in Zukunft zu erleichtern. Zusätzlich sei das Verbot von Ölheizungen bei Neubauten so schnell wie möglich auch auf Gas auszuweiten. Von vielen Gemeindevertretern kam zudem die Forderung, dass etwa bei neuen Häusern, verpflichtend Photovoltaikanlagen vorgeschrieben sein sollen. „Eine Möglichkeit die wir schon lange fordern, die aber bislang noch keine Mehrheit gefunden hat“, so der Klimalandesrat.

Gemeinden wichtiger Partner

Stefan Kaineder hob die wesentliche Rolle der Gemeinden in den Vordergrund, da diese einen direkten Kontakt mit den Bürgern haben und viele Dinge des täglichen Lebens von den Gemeinden organisiert werden. Beginnend bei den Verkehrswegen bis zur Energieversorgung auf den öffentlichen Gebäuden.

„Es hilft auf jeden Fall wenn die Bürgermeister und Menschen vor Ort dabei an einem Strang ziehen. Mittlerweile habe ich auf jeden Fall das Gefühl, dass die Bevölkerung schon verstanden haben, dass die Klimakrise da ist und dass sie entschlossen und mutig bekämpft werden muss. Die Menschen im Land erwarten sich das auch von der Politik. Und wir freuen uns, wenn die Gemeinden dabei mithelfen, so gut sie können und wir fördern jedes Engagement“, so Klimalandesrat Stefan Kaineder abschließend.


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