Enns: SPÖ und ÖVP gehen in Stichwahl

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Sieger der Bürgermeisterwahl in Enns ist Christian Deleja-Hotko. Am 10. Oktober geht es in die Stichwahl gegen ÖVP-Kandidat Rudi Höfler. (Foto: Simlinger)
Sieger der Bürgermeisterwahl in Enns ist Christian Deleja-Hotko. Am 10. Oktober geht es in die Stichwahl gegen ÖVP-Kandidat Rudi Höfler. (Foto: Simlinger)
Thomas Lettner Thomas Lettner, Tips Redaktion, 26.09.2021 21:56 Uhr

ENNS. Auch in der ältesten Stadt Österreichs wurden die Wahlen geschlagen: Sieger der Bürgermeisterwahl ist laut des vorläufigen nichtamtlichen Ergebnisses Christian Deleja-Hotko (SPÖ) mit 42,4 Prozent vor Rudi Höfler mit 34 Prozent.

Ins Rennen um das Bürgermeisteramt gingen in Enns neben Deleja-Hotko auch Rudolf Höfler (ÖVP), Fritz Altmann (FPÖ), Helga Frohn (NEOS) und Michael Reichhardt (Die Grünen). Der amtierende Ortschef Franz Stefan Karlinger (SPÖ) gab voriges Jahr Bescheid, heuer nicht mehr antreten zu wollen. Karlinger hatte sich bei der Bürgermeisterwahl 2015 mit 45 Prozent der Stimmen gegen Manfred Voglsam (ÖVP, 27,0%), Daphne Brenner (FPÖ, 16,5%) und Wolfgang Heinisch (Die Grünen, 11,6%) durchgesetzt. Die Mandatsverteilung lag bisher bei 13 SPÖ, 10 ÖVP, 8 FPÖ, 5 Die Grünen, 1 NEOS.

Stichwahl zwischen Deleja-Hotko und Höfler

Die ÖVP legte um 6 Prozent auf 31,79 Prozent im Gemeinderat zu. Die FPÖ steht bei 11,58 Prozent, die SPÖ bei 39,76 Prozent, Die Grünen bei 12,21 Prozent und die NEOS bei 4,66 Prozent. Die Mandatsverteilung sieht nun wie folgt aus: 12 ÖVP, 4 FPÖ, 16 SPÖ, 1 NEOS und 4 Die Grünen. Bei der Bürgermeisterwahl gewann Christian Deleja-Hotko (SPÖ) mit 42,4 Prozent vor Rudolf Höfler (ÖVP) mit 34 Prozent, Matthias Reichhardt (Die Grünen) mit 9,9 Prozent, Fritz Altmann (FPÖ) mit 9,7 Prozent und Helga Frohn (NEOS) mit 3,7 Prozent. Somit gibt es eine Stichwahl am 10. Oktober zwischen Christian Deleja-Hotko und Rudi Höfler.

Gratulation von Christine Haberlander

„Die Wahl ist für uns sehr positiv ausgefallen. Wir haben mit sechs Prozent die meisten Zugewinne aller Fraktionen in Enns“, sagte Bürgermeisterkandidat Rudi Höfler (ÖVP). Dass es eine Stichwahl geben würde, sei bei fünf Kandidaten absehbar gewesen. „Ich bin sehr glücklich, dass unser Programm und unsere Arbeit Früchte getragen haben“, so Höfler. LH-Stellvertreterin Christine Haberlander hat Höfler bereits zum größten Zugewinn aller ÖVP-Fraktionen im Bezirk Linz-Land gratuliert.

Freude und Demut bei SPÖ

Für den Ennser Vizebürgermeister und SPÖ-Obmann Christian Deleja-Hotko ist das Wahlergebnis ein Grund zur Freude und zur Demut. „Der erste Dank gilt den Wählerinnen und Wählern. Sie haben uns - das Team der SPÖ Enns - mit einem Plus von mehr als 4 Prozent auf nun 39,75 Prozent ausgestattet. Dadurch erhält die SPÖ Enns einen Zuwachs von drei Mandaten im Gemeinderat und einen zusätzlichen Stadtrat. Dieser Zugewinn ist ein Vertrauensbeweis für das Team und für mich als Spitzenkandidaten. Wir werden verantwortungsvoll und mit Tatendrang damit umgehen. Fünf von 16 neuen Gemeinderäten haben zum ersten Mal an wählbarer Stelle für die SPÖ Enns kandidiert. Alle in diesem jungen und neuen Team im Ennser Gemeinderat sind voll motiviert und möchten am liebsten sofort mit der Arbeit beginnen“, sagte Deleja-Hotko.

Enttäuschung bei FPÖ

“Das Wahlergebnis ist für uns natürlich eine Niederlage und schmerzt uns sehr. Mein Team und ich haben im Wahlkampf alles gegeben. Ich bin sehr enttäuscht, da ich bei den Gesprächen mit den Bürgern ein anderes Stimmungsbild vermittelt bekommen habe. Aber das Leben geht weiter. Wir werden nun alles analysieren und mit neuer Frische ans Werk gehen„, sagte Stadtparteiobmann Fritz Altmann. Seinen Kollegen Thomas Altof aus Pucking und Christian Partoll aus Ansfelden gratulierte er für das Erreichen der Stichwahl. Wahlempfehlung für die Ennser Stichwahl zwischen Deleja-Hotko (SPÖ) und Rudi Höfler (ÖVP) will Altmann keine abgeben.

Vorfreude auf Mitarbeit bei NEOS

“Am Anfang war ich etwas enttäuscht, da uns nur 16 Stimmen auf das zweite Mandat gefehlt und wir somit den Fraktionsstatus nicht geschafft haben„, sagte NEOS-Bürgermeisterkandidatin Helga Frohn, die nun als einzige ihrer Partei in den Gemeinderat einziehen wird. Frohn sieht der Zusammenarbeit mit den anderen Parteien sehr freudig entgegen und gab bekannt, sich im Bildungsausschuss einbringen zu wollen. Wahlempfehlung für die Stichwahl will auch sie keine aussprechen. “Ich rufe aber jeden Ennser auf, zur Stichwahl zu gehen und von seinem Stimmrecht Gebrauch zu machen, selbst wenn man absichtlich ungültig wählt. Denn in der Demokratie ist es nicht nur ein Recht, sondern auch eine Pflicht, wählen zu gehen„, meint sie.

Lachendes und weinendes Auge bei den Grünen

“Ich sehe die Wahl mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Unser Ziel - den dritten Platz bei der Gemeinderatswahl - erreicht zu haben, ist ein schönes Ergebnis. Mit dem Verlust eines Mandats kann man aber nicht zufrieden sein„, sagte Umwelt-Stadtrat Michael Reichhardt, Bürgermeisterkandidat der Grünen. Das Ennser Ergebnis sei dem massiven Einsatz der SPÖ und ÖVP im Wahlkampf geschuldet, weshalb man mit den eigenen Themen nicht so gut durchgekommen sei. Das nächste große Thema, das die Ennser Grünen angehen wollen, ist die Besetzung eines Klimaschutzkoordinators im Stadtamt. “Wir werden dafür sorgen, dass diese Stabsstelle auch umgesetzt wird„, so Reichhardt. Wahlempfehlung für die Stichwahl möchte er keine abgeben.

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